Regeln und Tipps zur Vorbeugung von Höhenkrankheit

Wichtige Regeln zur Vermeidung der Höhenkrankheit

Wer die Gipfel der Welt erklimmen möchte, sollte sich vorher von einem Arzt auf Herz-Kreislauf- und Lungen- sowie Zahnerkrankungen untersuchen lassen. Bei Infektionskrankheiten sollte man gar nicht aufsteigen. Auch Erkrankungen des Bewegungsapparates können die Leistungsfähigkeit so einschränken, dass ein Besteigen hoher Berge nicht möglich ist.

Um große Höhen zu besteigen, ist von Anfang an eine hohe Ausdauerleistungsfähigkeit unabdingbar – Wochenendtouren in den Alpen reichen als Training dafür meist nicht aus. Stattdessen muss die Kondition mindestens 3 Monate vor der Abreise mit einem drei- bis viermal wöchentlichen Ausdauertraining gestählt werden.

Beim ersten Auftreten der Symptome reagieren

Wichtig ist auch, rechtzeitig zu erkennen, wenn erste Anzeichen der Höhenkrankheit auftreten:

  • Treten während der Bergbesteigung Warnzeichen wie konstante, schwere Kopfschmerzen, schwere Übelkeit, Erbrechen, rapider Leistungsabfall, Atemnot in Ruhe, Herzjagen, Schlaflosigkeit, trockener Husten, Schwindel, Gangunsicherheit und/oder Benommenheit auf, sollte man wieder absteigen.
  • Bei Alarmsymptomen wie Verwirrtheit, schwere Atemnot in Ruhe, unstillbarer Husten mit braunem Auswurf und rasselnde Atmung, bläuliche Verfärbung der Lippen und fehlende Harnproduktion muss man sofort auf niedrigere Höhen gebracht werden.

Tipps zur Vorbeugung

Das entscheidende Kriterium jeder Höhenanpassung ist die Geschwindigkeit, mit der ein bestimmter Höhenunterschied überwunden wird. Daher sind aktive Aufstiege zu Fuß besser als passives Aufsteigen mit Auto oder Hubschrauber.

  • Pro Tag sollte man sich zwischen 300 und 500 Höhenmeter vornehmen, allerdings nicht auf der erreichten Höhe, sondern immer etwas tiefer übernachten.
  • Viel trinken ist lebenswichtig, Alkohol ist verboten.
  • Kohlenhydrathaltige Nahrung ist besser als fett- und eiweißreiche Nahrung, da sie weniger Sauerstoff verbraucht.
  • Bei Aufenthalt in Höhen über ca. 5.000 m, also zum Beispiel beim Trekking im Himalaya, sollte man Sauerstoffflaschen und Überdruckplastiksäcke mitnehmen sowie Funkgeräte und Mobiltelefone.

Von der vorbeugenden Einnahme von Medikamenten wie Schmerzmittel, Diamox (gegen Atemprobleme), Nifedipin (gegen Lungenödem), Dexamethason (gegen Hirnödem) oder Viagra (gegen Lungenödem) wird eher abgeraten, da sie die Symptome und damit Warnzeichen einer Höhenkrankheit unterdrücken. Sie können allerdings bei Personen mit bestimmten Vorerkrankungen – nach Absprache mit dem Arzt - sinnvoll sein und kommen als Notfallmedikamente zum Einsatz.

Aktualisiert: 16.02.2017 - Autor: bo / Revision: Dagmar Reiche

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