Wurmerkrankungen auf Reisen - Schweine- und Rinderbandwurm

Der Schweine- und Rinderbandwurm

Der Schweine- und Rinderbandwurm tritt weltweit auf, wobei besonders häufig der Schweinebandwurm in Mittel- und Südamerika, Afrika, Indien, China und Südostasien vorkommt. Dank strenger Kontrollen in Nord- und Mitteleuropa ist der Befall von Bandwürmern beim Menschen selten geworden. Laut Schätzungen sind rund 40 bis 60 Millionen Menschen mit dem Rinderbandwurm infiziert, beim Schweinebandwurm rechnet man mit rund sechs Millionen Infizierten. Die Mehrzahl der Infizierten ist beim Schweine- bzw. Rinderbandwurmbefall beschwerdefrei.

Symptome bei Bandwurmbefall

In vielen Fällen wird der Bandwurmbefall erst durch den Abgang von Wurmbestandteilen im Stuhl bemerkt. Leichte Magen- und Darmbeschwerden sowie ein Juckreiz um den After können auftreten. Die Heilungsrate liegt bei erfolgreicher Behandlung bei fast 100 Prozent. Mit ihren Saugnäpfen am Kopf und Haken halten sich die Bandwürmer an der Darmwand fest. Ihr Körper besteht aus abgeflachten Gliedern, sie ähneln flachen, weißen Bändern und erinnern an Nudeln. Über rohe Nahrung wie Hackfleisch können Bandwurmeier in den menschlichen Organismus gelangen - allerdings sind in europäischen Ländern dank zahlreicher Kontrollen die Infektionen seltener geworden.

Der Schweinebandwurm kann bis vier Meter, der Rinderbandwurm bis zehn Meter messen. Krankheitssymptome sind meist unspezifisch oder fehlen. Bauchschmerz, Appetitlosigkeit abwechselnd mit Heißhunger, Schwäche und Abmagerung kommen vor, auf dem Stuhlgang finden sich bisweilen weiße Wurmglieder. Während der Befall mit dem Schweinebandwurm selbst keine typischen Beschwerden macht, kann es aufgrund mangelnder Hygiene zu einer Selbstinfektion durch die Aufnahme von Eiern aus dem eigenen Darmtrakt kommen, die ein schweres Krankheitsbild darstellt.

Im Darm entwickeln sich aus den Eiern Larven, die die Darmwand durchbohren und mit dem Blutkreislauf im Körper verteilt werden. Das Gehirn, das Bindegewebe und die Muskulatur sind bevorzugt betroffen. Durch Verkalkung der Larven können diese nach Monaten im Röntgenbild sichtbar werden. Diese besondere Form der Erkrankung nennt man Zystizerkose.

Vorbeugung

Es wird dringend empfohlen, bei Reisen in tropische Länder auf Hygiene zu achten. Rohes Obst, Gemüse oder Fleisch, nicht abgekochtes Wasser, Baden in unbekannten Gewässern, all dies kann eine Gefahr darstellen. In den betreffenden Regionen sollte man nicht in stehenden Gewässern baden und direkten Kontakt der Haut mit Erde vermeiden - Barfußlaufen sollte man eher vermeiden. Insektenschutzmittel und Moskitonetze bilden einen gewissen Schutz vor stechenden Insekten, die Würmer übertragen. Wichtig ist aber, bei unklaren Symptomen den Arzt zu befragen und eine Wurmerkrankung in Betracht zu ziehen, da jede frühzeitige Diagnose Heilung verspricht.

Aktualisiert: 13.02.2017 - Autor: bo

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