Warum fallen wir in Ohnmacht?

Frau hilft ohnmächtigem Mann © istockphoto, Pixel_away

Urplötzlich ist man nicht mehr Herr seiner Sinne und jegliche Wahrnehmung der Außenwelt entschwindet einem: Die Ohnmacht (lat. Synkope) ist ein beängstigender Zustand. Es gibt einige typische Situationen, in denen es beim Menschen besonders häufig zu einer Ohnmacht kommt. So tritt bei sehr niedrigem Blutdruck oder Schockzuständen öfters eine Ohnmacht auf. Aber warum fällt der Mensch überhaupt in Ohnmacht? Welche Vorgänge im Organismus sind dafür verantwortlich?

Störung der Hirndurchblutung als Ursache einer Ohnmacht

Eine kurzzeitige Bewusstlosigkeit wird Ohnmacht genannt, da man in dieser Zeit "ohne Macht" über seine psychischen und dadurch auch physischen Vorgänge ist. Die häufigste Ursache einer Ohnmacht ist eine kurzzeitige Störung der Hirndurchblutung. 

Das Gehirn ist ein ausgefeiltes und komplexes System, was bei der kleinsten Unregelmäßigkeit sofort reagiert. Der Körper weiß sich selbst zu schützen und ist darauf programmiert, die lebenserhaltenden Körperfunktionen in Notsituationen zu erhalten. Somit reduziert er seine höheren Hirnfunktionen, um überlebenswichtige Vorgänge wie beispielsweise Atmung und Herzschlag aufrecht zu erhalten.

Mögliche Ursache: Fehlfunktion eines Nervenzentrums

Eine kurzzeitige Störung der Hirndurchblutung kann durch eine Fehlfunktion eines der Nervenzentren, die die Herzfunktion steuern und am Herzen und den Herzschlagadern sitzen, verursacht werden. Dort befindet sich auch das Zentrum der Blutdruckregulation. Hier haben Störungen einen kurzzeitigen Abfall des Blutdrucks zur Folge.

Weitere Ursachen einer Ohnmacht

Die Synkopen (kurzzeitige Bewusstlosigkeit beziehungsweise Ohnmacht) unterscheiden sich je nach betroffenem Nervenzentrum. Man unterscheidet:

  • vagovasale Synkopen (die Bewusstlosigkeit tritt durch Blutdruck- und Pulsabfall ein)
  • Miktionssynkopen (die Bewusstlosigkeit tritt beim Wasserlassen auf)
  • Hustensynkopen
  • orthostatische Synkopen (die Bewusstlosigkeit tritt auf, sobald sich der Betroffene von der Horizontalen in die Senkrechte begibt) und
  • den Adam-Stokes-Anfall, bei dem unser biologischer Schrittmacher im Herzen kurz aussetzt.

Bei einem klinischen Schock tritt die Ohnmacht durch Blutverlust nach Verletzungen auf oder indem die Blutgefäße erschlaffen und der venöse Rückfluss des Blutes zum Herzen unterbleibt.

Für die medizinische Ursachenfindung der Ohnmacht ist es entscheidend festzustellen, ob auf die Ohnmacht ein Sturz gefolgt ist, denn für Synkopen, generalisierte Krampfanfälle bei Epilepsie, aber auch Unterzuckerungen bei Diabetes oder Hirndrucksteigerungen, wie sie sich nach einer Blutung bei einem Unfall einwickeln können, ist ein Sturz typisch.

Ohnmacht und Gedächtnisverlust

Das Gedächtnis des Betroffenen ist durch die kurzzeitige Abschaltung der Hirnfunktionen ebenfalls beeinträchtigt. Der Gedächtnisverlust (Amnesie) hängt von der Zeitspanne der Bewusstlosigkeit ab. Je länger man bewusstlos war, desto wahrscheinlicher ist eine Lücke im Gedächtnis, die sich in extremen Fällen auf mehrere Tage ausdehnen kann.

Ohnmacht vorbeugen

Falls Sie den Verdacht haben, in wenigen Sekunden oder Minuten bewusstlos zu werden, sollten Sie sich möglichst auf den Boden setzen. Dadurch können Sie Verletzungen durch Stürze vermeiden. Zudem sollten Sie die Beine hochlegen, damit das Blut zurück in Richtung Gehirn fließen kann.

Hilfe bei Ohnmacht

Sind Sie anwesend, während eine andere Person bewusstlos wird, können Sie ihr am besten helfen, indem Sie sie in die stabile Seitenlage bringen und Atmung und Puls kontrollieren. Auch das Hochlagern der Füße kann hilfreich sein. Ein Notarzt sollte gerufen werden, falls die Person nicht schnell wieder zu sich kommt oder einen unregelmäßigen Puls oder eine unregelmäßige Atmung hat. Zudem kann der Notarzt auch der Ursache der Ohnmacht auf den Grund gehen.

Aktualisiert: 25.09.2018 – Autor: Miriam Ries

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