So gesund ist Apfelessig

Apfelessig © BigStock, ffphoto

Apfelessig gilt als altes Hausmittel zur Vorbeugung und Behandlung verschiedenster Beschwerden. Nicht nur auf den Blutzuckerspiegel soll er eine positive Wirkung haben, das tägliche Trinken von Apfelessig soll auch das Immunsystem stärken. Dank seiner antibakteriellen Wirkung kann er zudem bei einer Blasenentzündung helfen. Wir erklären, was alles in Apfelessig steckt und verraten ein Rezept für den Drink.

Gesunde Wirkung von Apfelessig

Wer täglich Apfelessig trinkt, trägt dazu bei, seinen Körper mit Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen zu versorgen. Zudem wird ihm nachgesagt, er mache wach, stärke das Immunsystem, helfe gegen Kopfschmerzen und Asthma. Darüber hinaus gilt Apfelessig als Mittel für gesunde Haut, Haare und Nägel.

Auch soll Apfelessig den Blutzuckerspiegel senken und daher die Behandlung bei Diabetes unterstützen können. Zudem heißt es, er helfe gegen Bluthochdruck und senke den Cholesterin- und Blutfettspiegel. Eine Apfelessig-Diät soll sogar Verdauung und Stoffwechsel ankurbeln und dadurch das Abnehmen erleichtern.

Mit Essig gegen Bakterien

Apfelessig wirkt antibakteriell, stoppt also die Vermehrung von Bakterien. Getrunken hilft dieser Essig daher beispielsweise bei einer Blasenentzündung und fördert die Wundheilung bei offenen Wunden.

Äußerlich angewendet hilft Apfelessig unter anderem gegen Schweißgeruch, Stiche und Sonnenbrand. Dafür betupft man die entsprechende Stelle einfach mit der unverdünnten Flüssigkeit. Gegen Schweißfüße und Fußpilz wird ein 15-minütiges Fußbad mit verdünntem Apfelessig im Verhältnis 1:4 empfohlen.

Seine desinfizierende Wirkung macht Apfelessig übrigens auch zu einem natürlichen Reinigungsmittel, mit dem sich Kalk und Bakterien entfernen lassen. Auch Schweißflecken in Kleidung lassen sich nach einer Vorbehandlung mit Apfelessig besser auswaschen.

Spülung zur Mundhygiene

Zur Behandlung von Entzündungen und Verletzungen im Mund und Rachen wird eine Mundspülung mit einem halben Teelöffel Apfelessig in einem Glas Wasser empfohlen.

Eine solche Spülung gilt übrigens auch als Mittel zur Zahnaufhellung. Dieser Effekt ist allerdings darauf zurückzuführen, dass Apfelessig den Zahnschmelz angreift – diese Bleaching-Methode ist somit nicht empfehlenswert.

Apfelessig – gut für die Verdauung

Apfelessig wirkt antibakteriell und verhindert, dass sich Fäulnisbakterien im Darm ausbreiten. Regelmäßig getrunken soll er daher als sanfte Darmreinigung wirken und Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung und Blähungen lindern.

In puncto Verdauung werden ihm zudem noch viele weitere positive Effekte zugeschrieben. So heißt es unter anderem, dass Apfelessig gegen Sodbrennen hilft und bei Magensäuremangel das Völlegefühl mindert.

Wegen seiner positiven Wirkung auf Verdauung und Stoffwechsel ist Apfelessig auch als Mittel zum Abnehmen beliebt. Denn der Drink soll entgiften, die Fettverbrennung ankurbeln und gleichzeitig den Appetit zügeln.

Apfelessig trinken – Tipps zur Anwendung

Wann und wie oft man Apfelessig trinkt, ist Geschmackssache. Manche trinken den sauren Drink vor oder nach jeder Mahlzeit, andere nur ein bis zweimal täglich als Erfrischung zwischendurch.

Folgende Empfehlungen gelten für die Anwendung dieser Essig-Drinks:

  • Ein Glas des Apfelessig-Drinks vor dem Frühstück kann helfen, den Stoffwechsel anzukurbeln.
  • Zwischen dem Drink und einer Mahlzeit sollten 15 Minuten vergehen.
  • Nimmt man Apfelessig gegen Sodbrennen, sollte man ihn lieber nach dem Essen trinken.
  • Um den Zahnschmelz zu schonen, sollte man nach jedem Apfelessig-Drink den Mund mit Wasser ausspülen und mit dem Zähneputzen 30 Minuten warten.

Rezepte für den Apfelessig-Drink

Für den Apfelessig-Drink gibt es unterschiedliche Rezepte. Mal wird der Essig mit Mineralwasser gemischt, mal mit heißem Wasser, Apfelsaft und Honig. Auch in Smoothies oder pur kann der Apfelessig getrunken werden – wobei er verdünnt wesentlich bekömmlicher für Hals, Magen und Darm ist.

Ein mögliches Rezept für den Apfelessig-Drink beinhaltet folgende Zutaten:

  • 1 Glas lauwarmes Wasser
  • 2 Teelöffel Apfelessig
  • 1 Teelöffel Honig

Wer vorhat, den Essig über längere Zeit zu sich zu nehmen, sollte verschiedene Rezepte variieren. Apfelessig lässt sich übrigens auch im Salatdressing, beim Kochen von Fleisch- und Fischgerichten sowie als natürliches Konservierungsmittel einsetzen.

Nährstoffgehalt von Apfelessig

Apfelessig entsteht traditionell aus Apfelwein, also gegorenen Äpfeln. Diesem alkoholhaltigen Getränk werden Essigsäurebakterien zugefügt, die den Alkohol zu Essigsäure fermentieren. Dabei bleiben die Vitamine und Mineralstoffe, die in Äpfeln vorkommen, in deutlich geringerem Umfang erhalten. Zusätzlich kommen durch die Gärung weitere Nährstoffe hinzu. An den Nährstoffgehalt eines Apfels kommt die Essigvariante jedoch nicht heran.

In Apfelessig finden sich:

  • die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium, Phosphor, Chlor und Schwefel
  • die Spurenelemente Eisen, Fluor, Kupfer, Kupfer, Mangan, Silizium, Zink und Bor
  • die Vitamine B1, B2 und B6, Folsäure, Vitamin C, Vitamin E und Beta-Carotin (Provitamin A)
  • Ballaststoffe
  • die Gerbsäure Tannin
  • antioxidativ wirkende Flavonoide
  • Aminosäuren
  • Enzyme
  • organische Säuren wie Zitronen- und Essigsäure

Wirkung auf den Säure-Basen-Haushalt

Auch wenn Apfelessig sauer schmeckt, handelt es sich um ein leicht basisch wirkendes Lebensmittel. Die organischen Säuren im Apfelessig werden vom Körper zur Energiegewinnung genutzt, sodass nach dem Stoffwechselvorgang nur noch die basischen Mineralien wie Kalium erhalten bleiben. Daher gilt Apfelessig als Mittel gegen Sodbrennen, das den Säure-Basen-Haushalt beruhigt und eine Übersäuerung verhindern kann.

Apfelessig kaufen – worauf achten?

Beim Kauf von Apfelessig sollte man auf gute Qualität achten. Ideal ist unpasteurisierter (also nicht erhitzter) naturtrüber (also nicht gefilterter) Bio-Apfelessig, der aus ganzen Früchten hergestellt wurde.

Auch wenn der Essig im Supermarkt erhältlich ist, wird im Reformhaus häufig bessere Qualität angeboten. Denn der industriell gefertigte Apfelessig wird oft aus Apfelresten gewonnen und mit künstlichen Zusätzen versehen, sodass er meist deutlich weniger Nährstoffe enthält.

Apfelessig lässt sich mit einiger Geduld übrigens auch selber machen. Wer das Getränk selbst herstellen möchte, sollte dafür Bio-Äpfel oder -Apfelmost verwenden.

Wirksamkeit in der Kritik

Auch wenn Apfelessig als altes Hausmittel gegen die unterschiedlichsten gilt, ist ein Großteil der Wirkung, die ihm zugeschrieben wird, bislang nicht wissenschaftlich belegt. Als erwiesen gilt nur seine antibakterielle Wirkung.

Apfelessig wird auch in Form von Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Für die Wirksamkeit der meist teuren Kapseln und Tabletten gibt es bislang allerdings ebenfalls keinen wissenschaftlichen Nachweis.

Nebenwirkungen von Apfelessig

Nebenwirkungen können beim Trinken von Apfelessig vor allem aufgrund der enthaltenen Säure auftreten:

  • Bei einem empfindlichen Magen oder Darm sollte man zunächst mit einem Arzt besprechen, ob Apfelessig-Drinks zu empfehlen sind.
  • Um eine Reizung der Kehle zu vermeiden, sollte man Apfelessig nicht pur trinken.
  • Da der Essig den Zahnschmelz angreift, ist es wichtig, nach dem Genuss des Getränks stets den Mund gründlich auszuspülen.
  • Bei empfindlicher Haut kann die äußere Anwendung die Haut reizen und austrocknen.

Während einer Schwangerschaft ist die Anwendung von Apfelessig grundsätzlich erlaubt, die empfohlenen Mengen sollte man jedoch besser vorab mit einem Arzt klären. Auch Diabetiker sollten vor dem Trinken von Apfelessig Rücksprache mit einem Arzt halten.

Aktualisiert: 03.09.2018 – Autor: Silke Hamann

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