Lifeline Logo

Chinesische Küche - Gesundheit geht durch den Magen

Die ganzheitliche Ernährungslehre ist fester Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Essen ist für die Chinesen vor allem zum Gewinnen der Lebensenergie, des so genannten Qi, wichtig und daher für Gesundheit und Wohlbefinden elementar. Gesundheitlichen Beschwerden versuchen die Chinesen in erster Linie durch einen anderen Lebensstil, insbesondere durch eine Ernährungsumstellung, beizukommen.

Du bist, was du isst

Aus chinesischer Sicht gibt es keine eindeutige Trennung zwischen Arznei- und Lebensmitteln. Nahrungsmittel gelten in China als milde Therapeutika. Alles Essbare hat eine so genannte Qi-Kraft, die aussagt, wie und wo das Nahrungsmittel auf den Menschen wirkt. So kann die Ernährung eine Störung des Qi im menschlichen Organismus beeinflussen und die Harmonie im Körper stören oder wiederherstellen.

Die chinesische Küche zielt also nicht nur auf Genuss, sondern will heilsam sein. Die eine chinesische Küche gibt es allerdings genau so wenig wie es eine europäische Küche gibt, denn die geschmacklichen Vorlieben sind in den verschiedenen Landesteilen des 1,3 Milliarden-Einwohner-Staates sehr unterschiedlich: "Im Norden salzig, im Osten süß, im Süden mild und im Westen scharf", beschreibt ein chinesisches Sprichwort die Küche.

Allen Regionen gemeinsam ist, dass das Essen generell einen hohen Stellenwert hat. Man wünscht sich keinen schönen Tag, sondern fragt zur Begrüßung: "Hast Du schon gegessen?" Die Formel stammt zwar aus einer Zeit, in der Sattsein nicht selbstverständlich war, ist aber auch heute noch weit verbreitet.

Bestandteile der Ernährung

Die allen Regionen gemeinsamen Grundzüge und Zutaten der chinesischen Küche erklärt TK-Ernährungsexpertin Schmidt: "Grundlage der gesunden chinesischen Küche ist in allen Himmelsrichtungen gleichermaßen der Einsatz frischer Lebensmittel. Was das Essen darüber hinaus so gesund macht, ist vor allem das ausgewogene Verhältnis von Gemüse, Fleisch und Reis."

Anders als bei uns, wo das Fleisch oft den Hauptanteil einer Mahlzeit ausmacht und Gemüse, Reis und Kartoffeln zu kleineren Beilagen degradiert werden. Zudem bleiben durch eine fettarme und schonende Zubereitung, Kurzbraten im Wok, Blanchieren und Dampfgaren im Bambuskörbchen die Nährstoffe länger erhalten. Gebacken und frittiert wird dagegen nur zurückhaltend.

"Die Chinesen sezieren ihre Lebensmittel nicht nach Nährwerten, Kohlenhydrat-, Vitamin und Fettanteilen. Sie zählen keine Kalorien und setzen nicht auf ständig wechselnde Ernährungstrends wie es in der westlichen Welt oft der Fall ist. Vielmehr stehen die Qualität, Geschmack, Geruch und Farbe der Lebensmittel im Vordergrund", erklärt Maike Schmidt.

Aktualisiert: 10.05.2012 – Autor: TK

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?