Erkrankungen durch falsche Ernährung

Unsere Gesundheit wird maßgeblich durch die Art, wie wir leben, beeinflusst. Ein gesundheitsbewusster Lebensstil, körperliche Aktivität und gesunde Ernährung wirken sich positiv auf unsere Gesundheit aus und tragen dazu bei, Krankheiten zu vermeiden.

Erkrankungen durch falsche Ernährung

Wissenschaftler gehen davon aus, dass mehr als 70% aller Erkrankungen in den westlichen Industrieländern ernährungs- und lebensstilinduziert sind. Insbesondere Fehlernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht spielen dabei eine große Rolle. Aber auch der Nikotingenuss und Alkoholkonsum tragen dazu bei. Für zahlreiche Erkrankungen ist ein Zusammenhang zum Lebensstil und zur Ernährung bewiesen, so zum Beispiel für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Krebs.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Im letzten Jahr waren mehr als 43% der Todesfälle darauf zurückzuführen. Es ist seit langem bekannt, dass sich mindestens die Hälfte aller kardiovaskulären Krankheiten und Todesfälle allein durch eine bestmögliche Umstellung des Lebensstils vermeiden ließen. Am gefährlichsten sind laut Studie Zigarettenrauchen und ein ungünstiges Verhältnis bestimmter Blutfette. Mit ausreichender Bewegung, gesunder Kost und Nicht-Rauchen könnten die Betroffenen zusätzliche Lebensjahre gewinnen. Allein das Rauchen verkürzt das Leben mit jeder Zigarette um ungefähr 30 Minuten.

Beunruhigend ist, dass bereits bei Kindern und Jugendlichen zahlreiche Risikofaktoren bestehen, allen voran Übergewicht und Bewegungsmangel. Schon früh wird somit die Basis für einen späteren Herzinfarkt geschaffen. Doch Umstellungen des Lebensstils sind selbst bei Herzinfarktpatienten nicht sehr populär. In einer Untersuchung befragte eine Forschergruppe aus Dresden fast 800 Patienten 6 und 12 Monate nach einem überstandenen Herzinfarkt zu den Lebensgewohnheiten und der Tabletteneinnahme. Zwar war der Großteil der Patienten sehr gewissenhaft hinsichtlich der Medikamenteneinnahme, doch beim Thema Bewegung und Ernährungsumstellung war das Ergebnis weniger positiv.

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Ungefähr 6 Millionen Deutsche leiden an einem Typ 2 Diabetes mellitus und jährlich steigt die Rate um 5%. Er zählt zu den häufigsten und teuersten chronischen Erkrankungen. Neben der genetischen Veranlagung und dem Alter gelten Übergewicht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen als wichtigste Risikofaktoren für die Entwicklung der Zuckerkrankheit. Anders als beim Typ 1 Diabetes mit absolutem Insulinmangel, produziert die Bauchspeicheldrüse beim Typ 2 Diabetes zu Beginn der Erkrankung sehr große Mengen an Insulin. Dieses wird jedoch von den Körperzellen nicht richtig erkannt, es besteht eine verminderte Insulinempfindlichkeit bzw. Insulinresistenz.

Normalerweise hilft das Insulin bei der Zuckeraufnahme in die Zelle. Liegt eine Insulinresistenz vor, kommt es zu einem Anfluten von Zucker (Glukose) im Blut verbunden mit erhöhtem Blutzuckerspiegel. Die Insulinresistenz der Körperzellen wird gefördert durch Übergewicht, falsche Ernährung und Mangel an Bewegung. Beim Typ 2 Diabetiker stehen deshalb in der Behandlung eine Ernährungsumstellung, der Abbau von Übergewicht und regelmäßige Bewegung an erster Stelle.

Krebserkrankungen

Krebsleiden sind die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Im Jahr 2007 erlagen über ein Viertel aller Gestorbenen einer Krebserkrankung. Bei Männern überwiegen Karzinome der Verdauungs- und der Atmungsorgane. Bei den Frauen dominieren Tumore der Verdauungsorgane und der Brust. Bei Krebserkrankungen ist der Zusammenhang zwischen dem Lebensstil und der Krankheitsentwicklung nicht ganz so deutlich. Einer Untersuchung der WHO (World Health Organisation) zufolge, sind in den westlichen Ländern rund 30 Prozent aller Krebsfälle auf falsche Ernährung und mangelnde Bewegung zurückzuführen.

Bei den in Deutschland am häufigsten vorkommenden Krebsarten Dick- und Enddarmkrebs sowie Brustkrebs scheint es einen Zusammenhang zu geben. Bei Übergewicht, zu wenig Bewegung und geringem Verzehr an Obst und Gemüse steigt das Risiko für diese Krebsarten. Experten gehen davon aus, dass sich beispielsweise das Risiko für Darmkrebs mit gesundem Lebensstil und Ernährung um rund die Hälfte verringern ließe. Andere Tumorarten wie Leukämie, Lymphome und Hirntumoren entwickeln sich wahrscheinlich unabhängig vom Lebensstil.

Lebensstil positiv beeinflussen

Mit einem gesundheitsbewussten Lebensstil lassen sich zahlreiche Krankheiten vermeiden. Aber auch bei bereits bestehenden Erkrankungen kann eine Lebensstiländerung viel bewirken. Auf den folgenden Seiten geben wir Ihnen Tipps, wie Sie Ihren Lebensstil positiv beeinflussen und damit einen Beitrag für viele gesunde Lebensjahre leisten können.

Aktualisiert: 27.09.2018 – Autor: Dr. rer. med. Angela Jordan (Diplom-Oecotrophologin)

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