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Ernährungstipps für Schichtarbeiter

Schichtarbeiter fordern ihren Körper ganz schön. Um leistungsfähig zu sein und zu bleiben, müssen sie besonders auf sich achten. Hat die unregelmäßige Nahrungsaufnahme negative Konsequenzen für ihre Gesundheit?

Wenn die Nacht zum Tag wird

Schichtarbeiter, vor allem Nacht-Schichtarbeiter, sind hinsichtlich Gesundheit und Leistungsfähigkeit einer besonderen Beanspruchung ausgesetzt. Unregelmäßige Arbeitszeiten zu wechselnden Tageszeiten können von Körper und Psyche als Stress erlebt werden und auf Dauer mit zahlreichen Beschwerden einhergehen: Schlafprobleme, Müdigkeit, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Appetitlosigkeit, Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts oder des Herz-Kreislauf-Systems.

Im Takt - die innere Uhr

Die Körperfunktionen des Menschen unterliegen wie die der meisten Tiere einem Tages- und Nachtrhythmus. Taktgeber dafür ist die „innere Uhr“, ein kleiner Nervenkern im Gehirn, der unseren Biorhythmus steuert und auf Licht reagiert. Die Leistungsbereitschaft ist normalerweise tagsüber am größten, wobei es auch da zu Schwankungen mit kleinen Leistungstiefs kommt. In der Nacht schaltet der Organismus auf Sparflamme zurück und tankt Ruhe. Die Pulsfrequenz und der Blutdruck sinken, es werden weniger Verdauungssekrete produziert; erhöht sind dagegen z. B. die Leberleistung und das Wärmebedürfnis.

Nächtliche Mahlzeiten - ein Problem?

Arbeiten gegen den biologischen Rhythmus, also Schichtarbeit, bedeutet für den Körper, dass die erforderliche Leistungsfähigkeit am Abend und während der Nacht genauso hoch sein muss wie bei Tagarbeitern. Der Rhythmus des menschlichen Organismus wird vom Gehirn aus gesteuert und ist eng an Lichtreize auf die Augen geknüpft. Forscher haben entdeckt, dass es zusätzlich zu diesem zentralen Schrittmacher ähnliche Wirkungen auch von verschiedenen anderen Körpergeweben (z.B. in der Leber) ausgehen – zumindest bei Mäusen.

Wird dem Körper durch die Umgebungshelligkeit ein typischer Tag-Nacht-Rhythmus suggeriert, passt sein zentraler Taktgeber den Rhythmus an - so gelingt es z. B., uns bei Fernreisen auf einen anderen Rhythmus einzustellen. Essen dagegen scheint kaum Einfluss auf die innere Uhr im Gehirn zu haben, sondern nur die peripheren Taktgeber reagieren darauf. Damit kann der Körper bei "unzeitgemäßer" Nahrungsaufnahme z. B. Verdauungsenzyme ausschütten, ohne dass dadurch direkt sein Tag-Nacht-Rhythmus aus dem Takt gerät. Beruhigend, denn sonst müssten sich Nachtarbeiter einen Wecker stellen, um tagsüber zu essen.

Aktualisiert: 22.11.2012 – Autor: Dagmar Reiche

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