Dill: gesundes Gewürz mit Heilwirkung

Dill
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Um die Gewürzpflanze Dill ranken sich viele Mythen: So soll ein Bündel Dill unter dem Kopfkissen gegen Albträume helfen, während das an der Tür angebrachte Kraut böse Hexen fernhalten soll. In erster Linie wird Dill aber zum Würzen von Speisen und hier besonders von Gurken verwendet. Deswegen wird diese Gewürzpflanze häufig auch als Gurkenkraut bezeichnet – ein Name, den sie sich mit dem Boretsch teilt. Als Gewürz können sowohl die Blätter als auch die Samen des Dills verwendet werden. Wie gesund ist Dill, welche Inhaltsstoffe enthält die Pflanze und kann man Dill einfrieren oder trocknen?

Dill: gesund dank wertvoller Inhaltsstoffe

Dill hat einen leicht süßlichen Geschmack, wobei das frische Kraut süßer schmeckt als die getrockneten Samen. Diese weisen einen eher scharfen Geschmack auf. 100 Gramm frischer Dill enthalten durchschnittlich 0,8 Gramm Fett, 3,7 Gramm Eiweiß und 8 Gramm Kohlenhydrate.

Zudem enthält Dill pro 100 Gramm folgende Vitamine und Mineralstoffe:

  • 50 Milligramm Vitamin C
  • 1,1 Milligramm Vitamin A
  • 1,7 Milligramm Vitamin E
  • 647 Milligramm Kalium
  • 230 Milligramm Calcium

Darüber hinaus enthält Dill ätherische Öle, die entscheidend zu seiner gesunden Wirkung beitragen.

Dill mit heilender Wirkung

Die Heilwirkung von Dill ist heute im Vergleich zu der anderer Pflanzen mit ähnlichem Effekt (wie Anis oder Kümmel) etwas weniger bekannt. Das Gewürz wird aber weiterhin als Heilmittel bei Appetitlosigkeit, aber auch bei Magenbeschwerden, Blähungen und Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Hier findet insbesondere der Tee aus Dillsamen Verwendung.

Entscheidend für die Nutzung des Dills als Heilpflanze ist der Gehalt an ätherischen Ölen: In den Blättern und Samen kommen insbesondere Carvon und Limonen vor. Beide Pflanzenstoffe sollen krampflösend wirken. In Tierversuchen konnte dieser Effekt auf Darm und Magen bereits nachgewiesen werden.

Weitere Anwendungsgebiete von Dill in der Volksmedizin sind psychische Beschwerden wie Schlaflosigkeit und innere Unruhe. Auch soll Dill den Milchfluss bei stillenden Müttern fördern.

Nebenwirkungen von Dill sind nicht bekannt. Wie alle Lebensmittel sollten aber auch Blätter und Samen von Dill nicht im Übermaß verzehrt werden.

Dilltee und Dillwein zur Linderung von Beschwerden

Magenbeschwerden lassen sich am besten mit einem Dilltee lindern. Für den Tee werden die zerstoßenen Samen des Dills verwendet. Fünf Gramm werden mit 100 Milliliter heißem Wasser aufgegossen und anschließend für fünf bis zehn Minuten ziehen gelassen.

Gegen Einschlafprobleme soll dagegen kein Tee, sondern ein Glas Dillwein helfen. Für die Herstellung des Dillweines wird ein Glas Weißwein erhitzt und anschließend über einen Teelöffel Dillsamen gegossen. Den Wein einige Minuten ziehen lassen und anschließend abgießen. Den Dillwein sollte man in kleinen Schlucken genießen. Auch hier kann natürlich auf Tee als alkoholfreie Variante zurückgegriffen werden. Auch ein Glas warme Milch gewürzt mit Dill ist einen Versuch wert.

Dill kaufen, einfrieren oder trocknen

Dill kann im Handel sowohl als Pflanze im Topf als auch als geschnittener Bund gekauft werden. Im Gemüsefach des Kühlschranks in eine Folie gewickelt halten sich die Stängel ein bis zwei Tage frisch. Am besten sollte geschnittener Dill aber noch am selben Tag verwendet werden.

Die fein verästelten Spitzen des Dills lassen sich gut einfrieren, beispielsweise in einer gefriergeeigneten Dose. Zum Trocknen eignet sich frischer Dill nicht, da das Kraut dabei zu viel Aroma verliert.

Die Samen dagegen lassen sich gut trocknen. Dazu kann man diese einfach über einem Sieb mit starkem Schütteln von den Stielen entfernen. Danach können die Samen an einem sonnigen und trockenen Ort circa eine Woche getrocknet werden. Anschließend kann man sie in einer lichtundurchlässigen Box aufbewahren.

Würzige Rezepte mit Dill

Dill gehört gemeinsam mit anderen Kräutern wie Thymian, Basilikum, Rosmarin, Majoran und Estragon zur Grundausstattung jeder Küche. Beim Kochen wird er vor allem als Gewürz für eingelegte oder frische Gurken sowie bei Fisch oder Salaten verwendet. Besonders beliebt ist die Kombination von Gurkensalat mit Dill.

Auch zum Würzen von Saucen wird er oft eingesetzt. Dillsaucen kann man leicht selber zubereiten, zum Beispiel mit diesem Rezept für eine leckere Honig-Senf-Dill-Sauce:

  1. Vermischen Sie acht Esslöffel Honig, einen Esslöffel Essig und vier Esslöffel Senf miteinander.
  2. Rühren Sie anschließend 100 Milliliter Öl unter die Sauce.
  3. Zupfen Sie die Dillspitzen von den Stängeln, sodass Sie etwa drei Esslöffel Dill erhalten. Hacken Sie ihn und geben Sie ihn in die Sauce.
  4. Schmecken Sie anschließend mit Salz und Pfeffer ab.

Zudem wird Dill aber auch beim Zubereiten von Fisch und Fleisch eingesetzt. Zum Würzen werden zumeist die Dillspitzen verwendet, für Fischgerichte werden allerdings die Blätter bevorzugt.

Grundsätzlich sollte Dill beim Zubereiten der Speisen nie mitgekocht oder mitgebraten werden, da er sonst sein Aroma verliert.

Dill pflanzen und ernten

Dill ist eine Gewürzpflanze und gehört zur Familie der Doldenblütler. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Vorderasien, wird heute aber auf der ganzen Welt angebaut. Bereits im antiken Griechenland sowie im alten Rom wurde die Gewürzpflanze verwendet. Dill kann sowohl in der freien Natur als auch im Gewächshaus angebaut werden. Perfekt geeignet für den Anbau sind feuchtwarme Böden. Staunässe sollte man vermeiden.

Für den Anbau von Dill braucht man aber nicht unbedingt einen Garten. Man kann das Gewürz ebenso im Topf in der Küche oder auf dem Balkon züchten. Wird Dill in der Wohnung angebaut, sollte die Pflanze ihren Standort am Fenster haben.

Die Dillernte kann ab dem Frühjahr erfolgen. Grundsätzlich lässt sich Dill aber den ganzen Sommer über ernten. Möchte man die Samen nutzen, sollte man abwarten, bis sich diese hellbraun gefärbt haben. Dann kann man die Blütenstände samt Samen abschneiden.

Die doldenförmigen Blüten des Dills sind übrigens bei Bienen sehr beliebt. Man sollte sie also ruhig so lange wie möglich stehen lassen. Den Geschmack der Pflanze beeinträchtigt dies nicht.

Aktualisiert: 05.08.2022
Autor*in: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin | Jasmin Rauch, Medizinredakteurin

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