Ananas – gesund, tropisch und wenige Kalorien

Ananas und Ananassaft
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Die Ananaspflanze liebt Sonnenschein und hohe, tropische Temperaturen. Dementsprechend exotisch, süß und saftig schmeckt eine reife Ananas. Abgesehen vom leckeren Geschmack ist die Südfrucht aber auch gesund. Ananas steckt voller wertvoller Nährstoffe und stärkt so das Immunsystem, senkt den Blutdruck, hebt die Stimmung und reguliert die Verdauung. Da die Frucht außerdem die Fettverbrennung anregen soll, setzen viele gesundheitsbewusste Menschen auf die entschlackende Wirkung einer Ananas-Diät. Was steckt alles in Ananas und wie gesund ist sie wirklich?

Ananas: Kalorien und Nährwerte

Trotz ihres natürlicherweise relativ hohen Gehalts an Zucker von rund 12 Prozent hat die Ananas verhältnismäßig wenige Kalorien. Pro 100 Gramm sind es etwa 55 Kilokalorien (kcal), also 230 Kilojoule.

Der Fettgehalt ist mit 0,2 Prozent sehr niedrig. Zudem enthalten 100 Gramm Ananas etwa 0,5 Gramm Eiweiß (Protein) und 12 Gramm Kohlenhydrate in Form von Zucker. Der Wassergehalt liegt, je nach Reifegrad der Frucht, bei über 80 Prozent.

Warum ist Ananas so gesund?

In einer Ananas stecken nicht nur die pralle Energie der Sonne, sondern auch jede Menge Vitamine und Mineralstoffe. 100 Gramm der Ananasfrucht enthalten:

  • 19 Milligramm Vitamin C
  • 0,1 Milligramm Vitamin E
  • je 0,08 Milligramm Vitamin B1 und Vitamin B6
  • 180 Milligramm Kalium
  • 17 Milligramm Magnesium
  • 16 Milligramm Calcium

Zusätzlich enthält Ananas ein besonderes Enzym, das sogenannte Bromelain. Dieses wird auch als Wirkstoff in Medikamenten eingesetzt, beispielsweise bei Schwellungen, Entzündungen und Verdauungsstörungen. Der in der Frucht enthaltene Anteil des Enzyms ist jedoch zu niedrig, um eine medizinische Wirkung allein durch den Verzehr von Ananas zu erzielen.

Daneben kommen in Ananas die Enzyme Amylase, Perodixase und Ivertase vor. Diese wirken entwässernd und sollen den Körper beim Abnehmen unterstützen sowie den Kalorienverbrauch ankurbeln, was man sich bei der Ananas-Diät zunutze zu machen versucht.

Abnehmen mit der Ananas-Diät?

Durch die entschlackende Wirkung der enthaltenen Enzyme und den geringen Anteil an Kalorien in Ananas verspricht die Ananas-Diät zwar einen schnellen Gewichtsverlust. Allerdings ist dieser aufgrund der entwässernden Wirkung der Ananas zum Großteil auf den hohen Anteil an ausgeschiedenem Wasser zurückzuführen.

Zudem ist die Ernährung im Rahmen der Ananas-Diät extrem einseitig, da neben Wasser und ungesüßtem Tee nur die Frucht in roher Form oder als Saft verzehrt werden darf. Dadurch fehlen dem Körper schnell wichtige Mineralstoffe, Vitamine, Fett und Eiweiß.

Zum gesunden Abnehmen ist eine derart einseitige Diät nicht geeignet. Stattdessen empfehlen sich ausreichend Bewegung und eine gesunde, ausgewogene Ernährung.

Ananas kaufen und lagern: Was sollte man wissen?

Die Ananas reift nur geringfügig nach, weshalb es im Handel große qualitative Unterschiede zwischen Flugananas und per Schiff eingeführten Früchten gibt. Erstere werden reif geerntet und haben so auch einen fruchtigen, frischen, unverfälschten Geschmack. Billige Ananas wird meist frühzeitig geerntet und reift auf dem Schiff leicht nach, was den Geschmack oft etwas säuerlich macht.

In jedem Fall sollte die Südfrucht beim Kauf intensiv duften und das Fruchtfleisch auf Fingerdruck leicht nachgeben. Der Blattschopf sollte dunkelgrün, die Frucht leuchtend gelb bis orange gefärbt sein.

Tipp: Lassen sich die Blätter leicht herausziehen, ist die Ananas reif zum Verzehr.

Da die Früchte reif verkauft werden, sollten sie auch relativ rasch nach dem Kauf gegessen werden. Maximal zwei bis drei Tage sollte eine Ananas zu Hause gelagert werden.

Hier gilt: Eine ungeschälte Frucht sollte man nicht im Kühlschrank aufbewahren. Sonst verliert sie an Aroma und die Schale bekommt dunkle Flecken. Stattdessen sollte die Ananas bei Zimmertemperatur oder im Keller gelagert werden. Dabei sollte sie auf einer weichen Unterlage liegen. Alternativ kann man die Frucht auch am Blattschopf aufhängen.

Bleibt von der geschälten Südfrucht etwas übrig, ist sie im Kühlschrank unter Klarsichtfolie notfalls bis zu zwei Tage haltbar.

Ananas verzehren – das muss man beachten

Konventionell angebaute Ananas weisen auf der Schale häufig Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf. Vor dem Schneiden sollte die Frucht deshalb gründlich mit lauwarmem Wasser gewaschen werden, damit die Pestizide nicht durch die Hände oder das verwendete Messer auf das Fruchtfleisch gelangen und dann mitverzehrt werden.

Frische Ananas sollte zudem nicht mit Milchprodukten, wie Joghurt oder Quark, verzehrt werden. Das Ananasenzym Bromelain spaltet mit der Zeit die in den Milchprodukten enthaltenen Milcheiweiße, wodurch Peptide und Aminosäuren entstehen. Diese schmecken wiederum bitter. Möchte man beispielsweise eine Sahnetorte mit Ananas zubereiten, empfiehlt es sich deshalb, die Fruchtstücke zunächst mit kochendem Wasser zu übergießen – die Hitze zerstört das Bromelain. Auch Ananas aus der Dose sind eine Alternative, da diese für eine längere Haltbarkeit ebenfalls erhitzt werden.

Wie bei anderen Nahrungsmitteln auch kann es auch bei Ananas zu Allergien kommen. Allerdings handelt es sich dabei meist um Kreuzallergien. Dabei ähneln Proteine in der Ananas dem eigentlichen Allergen, im Fall der Tropenfrucht sind das meist Ficus Benjamina oder Naturlatex.

Darf man Ananas in der Schwangerschaft essen?

Das in Ananas enthaltene Enzym Bromelain steht im Verdacht, Einfluss auf die Blutgerinnung zu nehmen. Aus diesem Grund hielt sich lange Zeit hartnäckig das Gerücht, der Verzehr von Ananas in der Schwangerschaft könnte eine Früh- oder Fehlgeburt auslösen. Dies ist jedoch nicht der Fall.

Zwar wird schwangeren Frauen aktuell von der Einnahme von Medikamenten mit Bromelain abgeraten, da zur Anwendung des Wirkstoffes in dieser Zeit keine ausreichenden wissenschaftlichen Daten vorliegen. Der Gehalt an Bromelain in Ananas selbst ist jedoch wie bereit beschrieben so gering, dass keine Effekte auf die Gesundheit zu erwarten sind. Insofern gilt ein Verzehr von Ananas in Maßen während der Schwangerschaft als unbedenklich.

Ananas schneiden – so gehts!

Zum Schneiden einer Ananas geht man folgendermaßen vor:

  1. Zuerst den grünen Strunk abschneiden.
  2. Dann die Frucht mit einem langen Messer der Länge nach vierteln.
  3. Die holzige Mitte herausschneiden.
  4. Die Viertel der Ananas lassen sich nun quer in Scheiben schneiden und bis auf die harte Schale abbeißen. Alternativ kann man die Schale vor dem Essen abschneiden.

Rezept: gesunder Ananas-Smoothie

Dieser gesunde Ananas-Smoothie ist eine leckere Erfrischung an heißen Tagen.

Zutaten für 700 Milliliter:

  • 600 Gramm reife Ananas (entspricht circa einer Ananas)
  • 1 Banane
  • 1 Limette
  • 1 Orange
  • 200 Milliliter pflanzliche Milch (bevorzugt Kokosmilch)

Waschen Sie die Ananas, schälen Sie die Frucht und entfernen Sie den harten Strunk. Schneiden Sie dann das restliche Fruchtfleisch sowie die geschälte Banane in Stücke. Pressen Sie die Limette und die Orange aus und geben Sie den Saft gemeinsam mit der Banane und der Ananas sowie der pflanzlichen Milch in den Mixer. Pürieren Sie alle Zutaten und servieren Sie den Ananas-Smoothie mit Eiswürfeln.

Herkunft und Wuchs der Ananaspflanze

Die Ananas (Ananas comosus) gehört zur Familie der sogenannten Bromeliengewächse. Der Ursprung der Pflanze wird in Südamerika vermutet. Angeblich erhielt Christoph Kolumbus bei seiner Ankunft in Amerika durch die indigene Bevölkerung eine Ananas als Geschenk und brachte die Frucht dann nach Europa.

Heute wird sie in fast allen tropischen und subtropischen Ländern angebaut, vor allem in Thailand und auf den Philippinen. Dort wachsen die Früchte in verschiedensten lokalen Sorten meist auf großen Plantagen.

Die Ananaspflanze besteht aus einer Art Staude mit langen, spitzen, scharfen Blättern, die rosettenförmig angeordnet sind. In deren Mitte wächst nach etwa einem Jahr ein langer Blütenstand mit über 100 Blüten. Werden diese nicht bestäubt, entwickeln sich daraus Beeren, die schließlich zu einer einzigen großen Frucht zusammenwachsen – der Ananas, wie wir sie kennen.

Aktualisiert: 08.09.2022
Autor*in: Kristina Klement; überarbeitet: Jasmin Rauch

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