Weintrauben – gesund & reich an Vitaminen

Weintrauben
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Jedes Jahr im Spätsommer beginnt die heimische Traubenernte. Weinbeeren, wie Weintrauben (lateinisch Vitis vinifera) auch genannt werden, können anschließend zu Wein, Saft oder Gelee weiterverarbeitet werden. Aber auch roh sind sie ein beliebter Snack und können pur oder als Bestandteil von Desserts oder Salaten genossen werden. Am Ende des Sommers sind die sonnenverwöhnten Früchte vollgepackt mit Nährstoffen. Mit welchen Vitaminen und anderen wertvollen Inhaltsstoffen können Trauben punkten und wie viele Kalorien liefern sie? Sind rote und weiße Weintrauben unterschiedlich gesund? Das lesen Sie hier!

Gesunde Inhaltsstoffe von Weintrauben: Vitamine und Mineralstoffe

Weintrauben enthalten verhältnismäßig viel Zucker. Pro 100 Gramm sind etwa acht Gramm Fruktose (Fruchtzucker) und dieselbe Menge Glukose (Traubenzucker) enthalten. Rosinen, also getrocknete Trauben, weisen eine besonders hohe Zuckerkonzentration auf.

Nicht zuletzt deshalb haben Weintrauben mitunter einen schlechten Ruf als Dickmacher bekommen. Warum sie jedoch in Wahrheit sehr gesund sind, wird ersichtlich, wenn man die Inhaltsstoffe im Detail betrachtet.

Pro 100 Gramm enthalten frische Weintrauben folgende Vitamine und Mineralstoffe:

  • Kalium: 192 Milligramm
  • Calcium: 12 Milligramm
  • Magnesium: 9 Milligramm
  • Eisen: 0,5 Milligramm
  • Vitamin B1: 0,05 Milligramm
  • Vitamin B2: 0,03 Milligramm
  • Niacin (Vitamin B3): 0,3 Milligramm
  • Vitamin B6: 0,07 Milligramm
  • Vitamin C: 4 Milligramm
  • Vitamin E: 0,7 Milligramm

Daneben enthalten Weintrauben geringe Mengen der Vitamin-A-Vorstufe Beta-Carotin.

Trauben und ihre Nährwerte

100 Gramm der Beeren verfügen darüber hinaus über folgende Nährwerte:

Wie viele Kalorien haben Weintrauben?

Mit durchschnittlich 67 Kilokalorien (kcal), beziehungsweise 280,5 Kilojoule, sind Weintrauben trotz ihres Zuckergehalts nicht besonders reich an Kalorien – allerdings gehören sie zu den Obstsorten mit vergleichsweise hohem Kaloriengehalt. So schlagen beispielsweise Erdbeeren mit lediglich etwa der Hälfte zu Buche, auch Früchte wie Mandarinen, Melonen, Brombeeren oder Aprikosen liefern weniger Kalorien. Die besonders kalorienreiche Banane enthält allerdings mindestens 88 Kilokalorien pro 100 Gramm.

In puncto Kalorien unterscheiden sich weiße beziehungsweise grüne Weintrauben kaum von den roten bis dunkelblauen Sorten.

Gesunde Wirkung von Weintrauben

Wie viele andere Obstsorten bestehen weiße und rote Trauben größtenteils aus Wasser – zu etwa 81 Prozent. Daneben enthalten die Trauben lebenswichtige Vitamine wie Vitamin C und E, die antioxidativ wirken und damit als Radikalfänger zum Zellschutz beitragen.

Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium sind wichtig für die Muskel- und Nervenfunktion sowie für die Regulation des Flüssigkeitshaushaltes im Körper. Kalium unterstützt zudem die Ausscheidung von Natrium aus dem Körper und kann sich somit positiv auf den Blutdruck auswirken.

Trauben regen die Verdauung an

Weinbeeren enthalten obendrein jede Menge Ballaststoffe, wodurch das Sättigungsgefühl schneller eintritt. Die in den Kernen und Schalen enthaltenen Ballaststoffe kurbeln zusätzlich die Verdauung an und helfen beispielsweise bei Verstopfung.

Durch den hohen Kaliumanteil kann zudem überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper geschleust werden. Wer im Zuge einer Diät zwischen den Mahlzeiten einmal Appetit bekommt, kann gerne zum beerenstarken Weintrauben-Snack greifen.

Weintrauben für den Zellschutz

Während Weintrauben vergleichsweise wenig Vitamin C und E enthalten, trumpfen sie mit B-Vitaminen und wertvollen sekundären Pflanzeninhaltsstoffen auf – darunter Flavonoide und Resveratrol.

Die sekundären Pflanzenstoffe Resveratrol und Oligomere Proanthocyanidine (OPC) sind vor allem in roten Trauben enthalten. Sie gelten als zell- und gefäßschützend und sollen dadurch Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken und die Hautalterung verlangsamen. Eindeutig bewiesen wurde dies aber bisher nicht. Zwar gibt es Hinweise darauf, dass beide sekundären Pflanzenstoffe eine zellschützende Wirkung entfalten. Die entsprechenden Untersuchungen stammen aber aus dem Labor und aus Tierversuchen. Bisher gibt es noch keine aussagekräftigen Studien zur Wirkung beider Stoffe auf die menschliche Gesundheit.

Da nicht nur viele der enthaltenen Antioxidantien, sondern auch ein Großteil der OPC in den Kernen sitzt, gelten kernlose Trauben als weniger gesund. Wer Traubensaft selber machen möchte, sollte die Trauben daher im Ganzen entsaften. Natürlich können Weintrauben auch in einem Smoothie zusammen mit anderen frischen Zutaten verarbeitet werden.

Machen Weintrauben dick?

Weintrauben sind quasi frei von Fett und wirken trotz des relativ hohen Kohlenhydrat- beziehungsweise Zuckergehalts nicht als Dickmacher. Der enthaltene Zucker liegt zur Hälfte als Fruchtzucker vor, welcher anders als raffinierter Kristallzucker insulinunabhängig vom Körper verstoffwechselt wird. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel fast nicht an.

Dennoch: Weintraube enthalten auch viel Glukose (Traubenzucker). Dieser natürliche Süßstoff sorgt im Gegensatz zur Fruktose für einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels, weshalb Menschen mit Diabetes die Früchte nur in Maßen essen sollten.

Mit gerade einmal 84 Kilokalorien kann eine Portion Weintrauben (125 Gramm) aber ruhigen Gewissens auch dann als süßer Snack zwischendurch genossen werden, wenn man abnehmen möchte. Zum Vergleich: Nur 20 Gramm Schokolade enthalten bereits 107 Kilokalorien.

6 Fakten über Trauben (Infografik)

6 Fakten über Trauben – © iStock.com/Alhontess

Weiße oder rote Weintrauben – welche Sorten sind gesünder?

Wenn es um die Gesundheitswirkung geht, spielt auch die Farbe der Weintrauben eine Rolle. Blaue und rote Traubensorten enthalten deutlich mehr Antioxidantien als helle Trauben. Der dunkelblaue Farbstoff Anthozyan gilt als besonders starker Radikalfänger. Auch OPC und Resveratrol kommen in höheren Anteilen in dunklen Trauben vor.

Daher kommt auch die gesundheitsfördernde Wirkung, die Rotwein nachgesagt wird. In Maßen genossen soll Rotwein unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen können. Beim Verarbeiten der roten Trauben werden übrigens Stiele und Kerne mit gekeltert – ganz im Gegensatz zum Weißwein.

Traubenkernöl und Traubenkernextrakt

Die Kerne von Weintrauben können zur Herstellung von Traubenkernöl oder Traubenkernextrakt genutzt werden.

Bei der Herstellung von Traubenkernöl wird zudem Traubenkernmehl gewonnen, das – genau wie Traubenkernextrakt – unter anderem als Nahrungsergänzungsmittel zum Einsatz kommt.

Mit Traubenkernöl können auch herzhafte Salate sowie cremige Dips von den Vorteilen der Trauben profitieren. Das Öl ist besonders reich an Vitamin E: In 100 Milliliter Traubenkernöl sind bis zu 28 Milligramm des Vitamins enthalten. Das Öl wird am besten kalt gepresst gekauft und sollte trotz seines hohen Rauchpunkts nicht zum Braten verwendet werden – dafür ist raffiniertes Traubenkernöl besser geeignet.

Traubenkernextrakt wird zudem aufgrund seiner förderlichen Wirkung auf die Hautelastizität zahlreichen Lotions und Cremes zugefügt.

Weintrauben in der Küche

In der Landwirtschaft unterscheidet man Keltertrauben zur Saft- und Weinherstellung und den etwas größeren Tafeltrauben für den Verzehr.
Weintrauben können als schmackhafter und gesunder Snack pur genossen oder als Zutat zu Müsli, Haferbrei und Salaten gegeben werden. Dazu kann man die Trauben in Hälften schneiden oder im Ganzen beimengen. Ob als Vorspeise, als Snack für zwischendurch oder als gesunder Nachtisch: Weintrauben passen zu fast jeder Gelegenheit.

Besonders die süßen Rosinen gelten als anregendes Brain Food. Aufgrund des hohen Zuckergehalts sollten sie jedoch nur in Maßen genossen werden. Viele Müslis, das eine oder andere Dessert sowie Studentenfutter enthalten Rosinen.

Trauben kaufen – darauf sollten Sie achten

Hierzulande haben Trauben von September bis Oktober Saison, wobei sich die Ernte in Südeuropa von Ende Juli bis Ende November erstrecken kann. Wer Trauben nicht nur frisch im Herbst genießen will, kann sie fast das ganze Jahr über aus verschiedenen Herkunftsländern stammend im Supermarkt kaufen.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Beeren prall und die Stängel grün sind. Ein hauchdünner weißlicher Belag auf den Früchten ist kein Schimmel, sondern ein Zeichen für gute Qualität. Dieser Überzug, der auch als Duftfilm oder Nebeltau bezeichnet wird, ist ein natürlicher Schutz gegen Austrocknung.

Trauben aus dem eigenen Garten sollte man nur pflücken, wenn sie gänzlich reif sind. Die geernteten Früchte reifen nicht mehr nach.

Tipps zu Haltbarkeit und Verzehr von Trauben

Weintrauben sind äußerst anfällig für Pilzerkrankungen, da die Früchte eng an den Reben hängen und die Zwischenräume häufig lange die Feuchtigkeit halten. Deshalb kommen in der konventionellen Landwirtschaft zahlreiche Fungizide zum Einsatz. Sollten die Trauben nicht aus einem Bio-Anbau stammen, ist es also umso wichtiger, sie gründlich abzuwaschen, um sie von Rückständen etwaiger Schadstoffe zu befreien. Allerdings sollten Sie Tafeltrauben immer erst kurz vor dem Verzehr waschen, weil sie ansonsten schnell faulen.

Am besten lagern Sie Trauben immer ungewaschen, gekühlt und so kurz wie möglich. Holen Sie sie circa 20 Minuten vor dem Essen aus dem Kühlschrank, damit sie Zimmertemperatur annehmen und ihr Aroma voll entwickeln können. Gekühlt kann man Trauben etwa eine Woche lang lagern.

Einfrieren lassen sich Trauben übrigens nur schwer. Auch wenn es grundsätzlich möglich ist, werden sie aufgrund ihres hohen Wassergehalts nach dem Auftauen schnell matschig. Wer haltbare Trauben möchte, sollte am besten auf Rosinen zurückgreifen, idealerweise ungeschwefelte.

Aktualisiert: 12.11.2019
Autor*in: TB; überarbeitet: Silke Hamann

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