Rotwein ein Lebenselixier - auch für die Gefäße

Rotwein © Qimono

Die Mittelmeerkost ist reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen sowie einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen oder Seefischen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Mittelmeerkost sind rote Weintrauben in Form von Rotwein, der regelmäßig aber mäßig zur Mahlzeit getrunken wird. Der moderate Genuss von Rotwein zum Essen gehört bei den Franzosen zum "savoir vivre". Die Rotwein-Phenole aus dem Rotwein und die Vitamine aus einer Ernährung mit viel Obst und Gemüse können freie Radikale neutralisieren und so vor Gefäßveränderungen schützen. Die Bestandteile der Mittelmeerkost haben also einen wesentlichen Anteil an der Gesunderhaltung des Herz-Kreislauf- Systems. Mediterrane Küche ist herzgesunder Genuss – auch in Deutschland.

"French Paradoxon"

Franzosen schlemmen und "sündigen" für ihr Leben gern. Man sollte annehmen, dass sich dieser "Lebenswandel" negativ auf die Gesundheit auswirkt. Mais non, ganz im Gegenteil: Das Herzinfarktrisiko in Frankreich für Männer und Frauen zwischen 40 und 69 Jahren ist nur halb so hoch im Vergleich zu anderen Ländern. Und das, obwohl die Franzosen genauso fetthaltig essen und sogar mehr Zigaretten rauchen verglichen mit dem Rest der Europäer.

Dieses Phänomen (niedrigere Sterblichkeitsrate an Herz- Kreislauferkrankungen im Vergleich zu anderen Industrienationen, obwohl die Risikofaktoren wie Zigarettenrauchen, Ernährung mit hohem Fettgehalt vergleichbar hoch sind) bezeichnet man als "French Paradoxon". Hier drängt sich nun die Frage nach dem "Warum" auf. Lässt sich die diätetische Vision wissenschaftlich begründen?

Die Antwort ist ebenso ein leuchtend wie paradox: Es ist der regelmäßige Rotweinkonsum, der für "herzensgute" Gesundheit sorgen soll. C ’est vrai! Die Franzosen trinken im Jahresdurchschnitt mehr Rotwein als wir Deutsche es tun – aber entscheidend ist dabei die tägliche Menge des maßvollen Alkoholgenusses. Bei den gleichen Mengen konsumierten Alkohols ist die Infarktrate bei Männern in Belfast im Vergleich zu den Franzosen mehr als viermal so hoch. Entscheidend für die positiven gesundheitlichen Effekte des Rotweins soll folglich ein gleichmäßiger, aber mäßiger Genuss sein und natürlich der Rotwein per se.

Was macht den Rotwein zum Lebenselixier?

Schon seit langem wurde vermutet, dass maßvoller Rotweinkonsum gesundheitsförderlich ist. Anfang der 90er Jahre traten zwei Forscher den wissenschaftlichen Beweis an. 1992 fanden die beiden französischen Wissenschaftler Renaud und de Lorgeril bei einem Feldversuch heraus, dass Rotwein eine vorbeugende gesundheitliche Wirkung zum Beispiel in Bezug auf Arteriosklerose (Arterienverkalkung) hat.

Seitdem wird unermüdlich auf internationaler Ebene an den Inhaltsstoffen des Rotweins geforscht und inzwischen sind mehr als 500 Komponenten gefunden, zu denen Eiweiße, Zucker, Säuren, Gerb- und Farbstoffe, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie Aroma- und Bukettstoffe zählen.

Rotwein-Phenole – Ein Grund für das French Paradoxon

Doch welche Inhaltsstoffe verschafften dem Rotwein den Mythos vom langen und gesunden Leben? Es sind vor allem die bioaktiven Rotwein- Phenole die beim Rotwein 0,2% ausmachen, im Weißwein jedoch nur zu 0,01% enthalten sind. Während Weißwein nämlich aus dem gepressten Saft der Traube hergestellt wird, entsteht das satte Rot des Rotweins, weil die ganzen Trauben samt Schale gemaischt werden. So kommen die gesundheitsfördernden Stoffe aus der Schale und den Kernen der roten Weintraube ins Glas – na dann: A votre santé!

Was sind Phenole?

Phenole gehören zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Es handelt sich bei dieser Substanzklasse um Produkte des Stoffwechsels von Kohlenhydraten, Fetten und Aminosäuren. Phenole bestehen aus einem aromatischen Ringsystem, an das eine und bei Polyphenolen mindestens zwei alkoholische Gruppen gebunden sind.

Aufgrund des Herstellungsprozesses von Rotwein, bei dem die zerkleinerten Trauben für mehrere Tage mit dem Traubensaft bei der "Maischegärung" in Kontakt bleiben, kommt es im Rotwein zu einer Anreicherung der vorwiegend in den Traubenschalen und Kernen enthaltenen Polyphenole. Im Gegensatz dazu wird bei der Weißweinherstellung der Traubensaft direkt abgepresst und dann getrennt vergoren. Rotwein enthält deshalb wesentlich höhere Konzentrationen an Polyphenolen (1500- 4000mg/ l) als Weißwein (200- 500mg/ l).

Aktualisiert: 31.08.2016 – Autor: Schwabe LifeScience

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