Goldene Milch: Welche Wirkung hat das Trendgetränk?

Goldene Milch © iStock.com/Almaje

Goldene Milch, auch bekannt als "Kurkuma Latte" oder "Golden Milk", hat sich als Wohlfühlgetränk einen festen Platz in vielen Cafés und Küchen gesichert. Dabei handelt es sich um mehr als nur Kurkuma in Milch – Goldene Milch hat eine lange Tradition in der indischen Ayurveda-Lehre. In der Regel warm genossen erfreut sich das Getränk nicht nur aufgrund seines würzigen Geschmacks und Geruchs großer Beliebtheit – ihm werden auch zahlreiche positive Wirkungen auf die Gesundheit zugesprochen. Was dahintersteckt, ob Goldene Milch sogar beim Abnehmen helfen kann und welche Rolle Kurkuma dabei spielt, verrät dieser Artikel.

Was ist Goldene Milch?

Die Basis für Goldene Milch ist häufig Kuhmilch. Wer seine Goldene Milch lieber vegan genießen möchte, kann aber auch pflanzliche Alternativen, wie Mandelmilch oder Hafermilch, nutzen.

Zu den Grundzutaten gehören zudem frischer Ingwer, Kokosöl, schwarzer Pfeffer sowie Honig oder Agavendicksaft zum Süßen. Die wichtigste Zutat ist aber Kurkuma, welcher frisch oder als Pulver verwendet wird. Je nach Vorlieben kann die Goldene Milch mit Zimt, Kardamom, Anis oder Muskatnuss aufgepeppt werden.

Wirkung von Goldener Milch

Der goldenen Milch werden zahlreiche positive Auswirkungen auf die Gesundheit zugesprochen. Dies liegt vor allem an der Zutat Kurkuma, doch auch Zimt, Kokosöl, Honig oder Ingwer sollen sich förderlich auf das Wohlbefinden auswirken. Allerdings ist nicht jede der Zutaten ausschließlich gesund. Stattdessen kommt es auch hier zum Teil auf die Menge an:

Kuhmilch

Tierische Milch enthält viel Kalzium und Eiweiß. Kalzium stärkt als Mineralstoff die Knochen, wobei eine gleichzeitige Aufnahme von Vitamin D wichtig ist. Eiweiß, oder auch Protein, ist wichtiger Bestandteil der Zellen. Rund dreiviertel der Weltbevölkerung sind jedoch laktoseintolerant, was beim Konsum von Milch zu Magen- und Darmbeschwerden führen kann.

Pflanzliche Milch

Mit Ausnahme von Sojamilch enthält pflanzliche Milch im Vergleich zu Kuhmilch weniger Proteine und Kalzium. Dafür enthalten die pflanzlichen Alternativen zur Kuhmilch weniger Kalorien und sind auch für Menschen mit Laktoseintoleranz oder vegan lebende Menschen geeignet.

Kurkuma

Die in der Wurzel enthaltenen ätherischen Öle und das für die gelbe Farbe verantwortliche Kurkumin können nachweislich bei Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen und Völlegefühl Abhilfe schaffen, da sie die Produktion von Gallen- und Magensaft anregen. Dadurch kann Fett besser verdaut werden.

Zwar kann das in Kurkuma enthaltene Kurkumin in übermäßigen Mengen zu Magenbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen führen; dies geschieht in der Regel aber erst ab einer Dosis von etwa 180 Milligramm. Mit der üblichen Nahrungsaufnahme ist es nicht möglich, eine so hohe Kurkumin-Konzentration zu erreichen.

Honig

Honig wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Zudem enthält er die Stickstoffverbindung Acetylcholin. Diese wirkt blutdrucksenkend, da sie den Puls vermindert und verengte Herzkranzgefäße erweitert. Damit Honig seine gesunde Wirkung nicht verliert, sollte man ihn jedoch nicht über 40 °C erhitzen.

Zimt

Auch Zimt wird eine verdauungsfördernde Wirkung zugesprochen, da er die Darmtätigkeit anregt. Im Handel wird häufig der sogenannte Cassia-Zimt angeboten. Dieser enthält besonders viel Cumarin. Dieses kann in größeren Mengen aufgenommen leberschädigend wirken.

Im Rahmen einer normalen Ernährung wird jedoch in der Regel keine kritische Dosis erreicht. Aus gesundheitlicher Sicht bietet der Ceylon-Zimt eine bessere Alternative, da er weniger Cumarin enthält.

Ingwer

Ingwer enthält viele wichtige Inhaltsstoffe, wie Vitamin C, Magnesium, Eisen, Kalium und Kalzium. Er gilt als gutes Mittel gegen Erkältungen und hilft zudem gegen Darmbeschwerden und Übelkeit. Eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung von Ingwer konnte in ersten Studien nachgewiesen werden. Umfassende wissenschaftliche Arbeiten liegen jedoch bisher nicht vor.

Ein Zusammenhang wäre denkbar, da die im Ingwer enthaltenen Scharfstoffe die Durchblutung fördern, was sich positiv auf Entzündungen auswirkt. Zudem ähneln sie in ihrer Struktur der schmerzlindernden Acetylsalicylsäure (ASS). Eine vergleichbare Wirkung wäre deshalb denkbar.

Kokosöl

Kokosöl hat den Ruf, besonders gesund zu sein. Bisher ist die günstige Wirkung von Kokosöl auf die Blutfettwerte jedoch nicht wissenschaftlich bewiesen. Zudem enthält Kokosöl wenig ungesättigte Fettsäuren, welche für eine gesunde Ernährung von Vorteil sind. Durch die Zugabe von Fett kann Kurkumin jedoch besser vom Körper aufgenommen werden.

Muskatnuss

Auch Muskatnuss soll gegen Magen-Darm-Beschwerden helfen. In zu großen Mengen verzehrt wirkt sie jedoch halluzinogen. Ein Erwachsener sollte nicht mehr als vier Gramm Muskatnuss pro Tag zu sich nehmen.

Schwarzer Pfeffer

Das im schwarzen Pfeffer enthaltene Piperin regt die Darmtätigkeit an und sorgt dafür, dass Kurkumin durch den Darm besser aufgenommen werden kann. Er sollte in der Goldenen Milch also nicht fehlen.

Vermutete Wirkung von Kurkuma

Kurkuma werden noch zahlreiche weitere positive Effekte zugeschrieben. So soll die Wurzel gegen chronische Entzündungen, wie sie beispielsweise mit Arthritis oder dem Reizdarmsyndrom einhergehen, helfen. Begründet wird dies damit, dass das in Kurkuma erhaltene Kurkumin den Anteil von entzündungshemmenden Proteinen im Körper erhöhen soll. Auch ein Einsatz von Kurkumin in der Krebstherapie wird diskutiert.

Tatsächlich wurde in unterschiedlichen Studien die entzündungshemmende Wirkung von Kurkumin nachgewiesen. Auch wirkt die Substanz wohl wachstumshemmend auf Zellen und kann den frühzeitigen Zelltod auslösen. Dies könnte im Rahmen der Behandlung von Krebs eine Rolle spielen.

Wichtig ist jedoch zu wissen, dass diese Ergebnisse bisher nur bei Untersuchungen an Tieren oder sogar nur anhand von Zellkulturen im Labor nachgewiesen werden konnten. Aussagekräftige Studienergebnisse zur Therapie mit Kurkumin bei Krebspatienten liegen bisher noch nicht vor.

Zudem wurde im Rahmen der Studien mit Konzentrationen von Kurkumin gearbeitet, die im Alltag durch die Nahrung nicht aufgenommen werden können. In Kurkuma sind lediglich fünf Prozent Kurkumin enthalten. Hinzu kommt, dass Kurkumin schlecht wasserlöslich ist und deshalb nur sehr geringe Mengen durch den Darm aufgenommen werden. Ein Großteil des Stoffes wird direkt wieder ausgeschieden. Die Verdaulichkeit von Kurkumin kann aber durch die Beigabe von schwarzem Pfeffer verbessert werden, wie es beispielsweise bei Goldener Milch der Fall ist.

Dennoch bestehen derzeit Zweifel daran, ob die beschriebenen Wirkungen auch durch den Konsum von Goldener Milch eintreten können, da die darin enthaltene Menge an Kurkuma insgesamt recht gering ist.

Nebenwirkungen von Goldener Milch

Im Normalfall hat Goldene Milch keine Nebenwirkungen. Auch wenn einige der oben genannten Zutaten in größeren Mengen gesundheitsschädlich sein können, wird die dazu notwendige Dosis nicht durch den normalen Konsum von Goldener Milch erreicht. Der tägliche Genuss des Getränks gilt also als unbedenklich.

Wird Sojamilch zur Zubereitung verwendet, ist jedoch bei einer bestehenden Schilddrüsenerkrankung eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt sinnvoll: Die in Soja enthaltenen Isoflavone stehen im Verdacht, die Bildung von Schilddrüsenhormonen negativ zu beeinflussen. Eindeutige Forschungsergebnisse stehen jedoch noch aus.

Goldene Milch in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft sollte vorsichtshalber auf den Genuss von Goldener Milch verzichtet werden. Zumindest in größeren Mengen aufgenommen können Kurkuma und Ingwer wehenfördernd wirken. Im Zweifelsfall sollten Sie vor dem Verzehr mit Ihrem Frauenarzt sprechen.

Alternativ können Sie auch eine schwangerschaftsfreundliche Variante der Goldenen Milch zubereiten: Dazu verwenden Sie einfach eine kleine Prise Kurkuma anstelle eines Esslöffels. Damit Sie auf die säuerliche Note durch den Ingwer nicht verzichten müssen, können Sie die Goldene Milch mit etwas Orangensaft verfeinern.

Wann und wie oft kann man Goldene Milch trinken?

Goldene Milch wirkt dank ihrer Inhaltsstoffe anregend: Der Stoffwechsel wird angekurbelt und die Durchblutung gefördert. Deshalb eignet sich Goldene Milch gut für einen gesunden Start in den Tag.

Da Goldene Milch kein Koffein enthält, ist sie jedoch nicht mit Wachmachern wie Kaffee oder grünem Tee vergleichbar. Wer abends gerne ein warmes Getränk genießt, kann auch den Tag damit abschließen.

Auch wenn einige Zutaten im Übermaß verzehrt ungesund sein können, gelten die in der Goldenen Milch enthaltenen Mengen als unbedenklich. Insofern spricht nichts dagegen, das Getränk täglich zu trinken.

Kann man mit Goldener Milch abnehmen?

Inhaltsstoffe wie Zimt, Kurkuma und Ingwer wirken verdauungsfördernd und kurbeln den Stoffwechsel an. Auch die Fettverbrennung wird durch die Gewürze verbessert.

Dennoch kann Goldene Milch nicht beim Abnehmen helfen. Im Gegenteil: Sowohl pflanzliche Milch als auch Kuhmilch enthalten nicht wenige Kalorien. Auch Honig oder Agavendicksaft enthalten Zucker, der im Körper anstelle von Fett verbrannt wird.

Damit ist Goldene Milch zwar eine gesunde Alternative zu Softdrinks oder heißer Schokolade, aber kein Diät-Helfer.

Goldene Milch selbst machen: Klassische Zubereitung

Beim klassischen Rezept für die Goldene Milch wird aus der Kurkumawurzel zuerst eine Paste gekocht. Dazu wird die frische Wurzel geschält und in kleine Stücke geschnitten, die anschließend mit einem Stabmixer püriert werden. Ist die Masse zu dick, kann etwas Wasser hinzugefügt werden. Um die Paste anzudicken, muss sie danach auf dem Herd bei niedriger Temperatur unter ständigem Rühren circa fünf Minuten gekocht werden.

Anschließend werden die restlichen Zutaten unter die noch warme Paste gerührt, mit der dann die Goldene Milch zubereitet werden kann. Dabei verwendet man etwa einen Esslöffel der Paste für 350 Milliliter Milch. Weniger Paste reicht aus, wenn der Geschmack nicht so intensiv sein soll. Die Paste hält sich im Kühlschrank etwa zwei Wochen.

Schnelles Rezept für Goldene Milch

Wer es etwas einfacher haben möchte, kann alle Zutaten auch direkt im Mixer zerkleinern. Hier finden Sie ein entsprechendes Rezept für Goldene Milch.
Zutaten:

  • 350 Milliliter Milch oder Milchalternative
  • ein daumengroßes Stück frischer Kurkuma (alternativ: ein Esslöffel Kurkumapulver)
  • ein daumengroßes Stück frischer Ingwer
  • eine Prise Muskatnuss
  • ¼ Teelöffel Zimt
  • ¼ Teelöffel Kokosöl
  • eine Prise gemahlener schwarzer Pfeffer
  • ein Teelöffel Honig oder Agavendicksaft

Zerkleinern Sie alle Zutaten im Mixer. Sind die Zutaten nicht fein genug, können Sie die Milch nochmal durch ein sehr feines Sieb abgießen. Die Goldene Milch kann kalt getrunken oder in einem Topf vorsichtig erwärmt werden.

Goldene Milch kaufen

Goldene Milch muss nicht unbedingt frisch als Paste oder im Mixer zubereitet werden. In zahlreichen Fachgeschäften oder im Online-Handel findet sich Goldene Milch als fertig zubereitete Paste oder als Pulver. In beiden Varianten kann die Fertigmischung einfach mit warmer Milch angerührt werden.

Aktualisiert: 21.07.2020 - Autor: Jasmin Rauch, Medizinredakteurin

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