Genfood - im Supermarkt?

Chilis im Supermarkt – Genfood oder nicht?
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Geht es um das Thema Gentechnik in Nahrungsmitteln, so sind die meisten Verbraucher sehr skeptisch. Finden wir schon Gentech-Nahrung im Supermarkt? Wie erkenne ich gentechnisch veränderte Nahrungsmittel? Das sind kritische Fragen, die sich viele Konsumenten stellen. Vor Jahren hat die "Anti-Matsch-Tomate" die erste Diskussion um Genfood ausgelöst. Seitdem wird unser Obst und Gemüse kritisch beäugt.

Doch bis heute gibt es im Obst- und Gemüseregal keine Pflanze, die für den direkten Verzehr geeignet ist, in gentechnisch veränderter Form. Bekannt ist aber eine weite Verbreitung einiger gentechnisch veränderter Nutzpflanzen wie Soja und Mais. Finden wir diese auch in unseren Lebensmitteln? Und woran erkennen wir sie?

Deutliche Kennzeichnung notwendig

Gentechnisch veränderte Nahrungsmittel müssen gemäß Gesetzgebung klar und eindeutig gekennzeichnet werden. Handelt es sich um Genfood, muss auf dem Etikett stehen: „genetisch verändert" oder „aus genetisch verändertem .... hergestellt". Derzeit findet man in deutschen Supermarktregalen nur selten Lebensmittel mit diesem Hinweis, denn nur wenige gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sind bisher in Deutschland zugelassen. Allenfalls landen im Einkaufskorb Lebensmittel mit folgenden Zutaten:

  • Öl aus gentechnisch veränderten Sojabohnen oder gentechnisch verändertem Raps
  • Stärke aus gentechnisch verändertem Mais
  • Traubenzucker aus gentechnisch veränderter Maisstärke
  • Lecithin aus gentechnisch veränderten Sojabohnen
  • Aroma aus gentechnisch verändertem Sojaeiweiß.

Wer sich nun in der Sicherheit wähnt, in einer Genfood-freien Zone zu leben, muss jedoch enttäuscht werden.

Verunreinigung unvermeidbar

Die Gentechnik ist am weitesten verbreitet bei wichtigen Nutzpflanzen wie Soja, Mais, Raps und Baumwolle. So werden ca. 60% der weltweit produzierten Sojabohnen aus gentechnisch veränderten Sorten hergestellt. Insbesondere Soja und Mais sind Basis für viele Lebensmittelzutaten. Öl für die Margarineherstellung, der Emulgator Lecithin und Vitamin E werden häufig aus Sojabohnen hergestellt. Maisstärke dient unter anderem als Ausgangssubstanz für die Produktion von Traubenzucker und Glukosesirup.

Werden Lebensmittelzutaten aus Rohstoffen gentechnisch veränderter Pflanzen verwendet, so sind diese grundsätzlich kennzeichnungspflichtig. Da bei dem weltweit großen Angebot an gentechnisch veränderten Pflanzen, eine Verunreinigung der konventionellen Produkte kaum zu vermeiden ist, wurde vom Gesetzgeber ein Schwellenwert von 0,9% festgelegt. Dies bedeutet, dass eine Kennzeichnung nicht notwendig ist, wenn

  • es sich um eine nicht beabsichtige Verunreinigung mit gentechnisch veränderten Pflanzen
  • der Anteil an der jeweiligen Menge der betroffenen Zutat nicht mehr als 0,9 Prozent beträgt.

Aktualisiert: 27.09.2018
Autor*in: Dr. rer. med. Angela Jordan (Diplom-Oecotrophologin)

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