Der Genusswert

Der Genusswert

Zur sensorischen Qualität gehören Aussehen, Geschmack, Geruch, Konsistenz, Reife- und Frischezustand. Diese Attribute definieren den Genusswert eines Lebensmittels. Was in diesem Zusammenhang den individuellen Ansprüchen gerecht wird, ist äußerst subjektiv. Jede Person hat eine eigene Vorstellung davon, wie ein Lebensmittel aussehen, riechen und schmecken sollte. Dabei ist das individuelle Geschmackssystem nicht angeboren, sondern es wird von der jeweils herrschenden Esskultur bestimmt. Ein neugeborenes Kind passt sich an die Normen des Familiengeschmacks an und trainiert seinen Geschmackssinn dementsprechend.

War der Geschmack von Lebensmitteln früher besser als heute?

Moderne Produktionsverfahren, die in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden, haben in der Regel einen Verlust oder aber eine Veränderung des natürlichen Geschmacks der Ausgangslebensmittel zur Folge. Durch Aromatisierung wird dieser Effekt wieder wettgemacht.

Die Warenregale der Einkaufsmärkte sind voll von aromatisierten Lebensmitteln und unsere Geschmacksnerven mittlerweile vertrauter mit den künstlichen Aromen als mit dem natürlichen Geschmack eines Apfels oder einer Birne. Viele Kinder und Jugendliche bevorzugen den Einheitsaroma von Fast-Food und Fertiggerichten gegenüber natürlichen, aus ihrer Sicht eher fade schmeckenden, Nahrungsmitteln. Ein Problem, dem wir heute gegenüberstehen ist dementsprechend eher die Veränderung der Geschmacksvorstellungen hin zu einem "Einheitsgeschmack".

Fazit

Heutzutage haben wir ein reichhaltiges Angebot an Nahrungsmitteln, auf das wir jederzeit zugreifen können. Die Produktvielfalt hat über die letzten 50 Jahre enorm zugenommen: von 1400 im Jahr 1950 auf heute ca. 9000 Produkte. Dabei handelt es sich um sichere und qualitativ hochwertige Lebensmittel. Sie sind hygienisch einwandfrei und meist frei von Schadstoffbelastungen und Verunreinigungen. Dafür sorgen umfassende rechtliche Regelungen auf nationaler und internationaler Ebene sowie hohe Standards in den verarbeitenden Betrieben.

Schwarze Schafe gibt es natürlich auch in diesem Bereich, die schlechte Ware auf den Markt bringen und ein negatives Image hervorrufen. Insgesamt war es jedoch nie so einfach eine gesunde, abwechslungsreiche und qualitativ hochwertige Ernährung umzusetzen. Es kommt dabei auf die richtige Auswahl und Kombination der Lebensmittel an:

  • Bevorzugen Sie frische Kost und beachten Sie dabei das saisonale Angebot.
  • Waschen Sie Obst und Gemüse vor dem Verzehr immer gründlich. Rückstände von Pflanzenschutzmitteln können dadurch verringert werden.
  • Achten Sie auf eine gute Qualität tierischer Lebensmittel. Zahlreiche Produzenten verpflichten sich im Rahmen von Qualitätssiegeln und Gütezeichen qualitativ hochwertige und sichere Lebensmittel anzubieten.
  • Wenn Sie auf Fertiggerichte zurückgreifen, achten Sie darauf, dass diese möglichst wenig verarbeitet sind (z. B. Tiefkühlgemüse).

Aktualisiert: 27.09.2018 – Autor: Dr. rer. med. Angela Jordan (Diplom-Oecotrophologin)

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