Lebensmittelzusatzstoffe: Kennzeichnung

Grundsätzlich sind Zusatzstoffe und Aromen, die unmittelbar aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt werden, kennzeichnungspflichtig. Lezithin (E 322) zum Beispiel, das als Emulgator in Eis oder Schokolade der Stabilisierung von Fett in Wasser-Gemischen dient, wird häufig aus Sojabohnen hergestellt. Soja wiederum wird mittlerweile oft gentechnisch verändert, um die Pflanze gegen Krankheitserreger resistent zu machen. Die EU führt aus USA, Argentinien und Brasilien jährlich 35 bis 40 Millionen Tonnen Soja und Sojarohstoffe ein.

Kennzeichnung gentechnisch veränderter Zutaten

Alle Lebensmittel und Zutaten, die vollständig oder anteilig aus gentechnisch verändertem Mais oder Soja hergestellt werden, müssen das auf ihrem Etikett ausweisen. In der Zutatenliste von Schokoriegeln oder Fertigsuppen wird also zukünftig möglicherweise zu lesen sein:

  • "aus gentechnisch verändertem Mais hergestellt" oder
  • "enthält aus genetisch veränderten Sojabohnen hergestelltes pflanzliches Fett".

Leider nicht eindeutig geregelt ist die Kennzeichnungspflicht für Zusatzstoffe, Vitamine und Aromen, die mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt sind (zum Beispiel Xanthan [E 415]). Zur Zeit werden solche Stoffe nicht extra gekennzeichnet.

Unvollständige Zutatenliste trotz Kennzeichnung

Für die meisten Menschen bedeutet die Lektüre der Zutatenliste nichts anderes als Rätselraten. Problematisch ist vor allem, dass beispielsweise auf der Zutatenliste eines Fruchtjoghurts oder -quarks dann nichts über enthaltene Konservierungsstoffe zu finden ist, wenn der Anteil der Fruchtzubereitung unter 25 Prozent liegt. Nicht deklariert werden müssen nämlich Zusatzstoffe dann, wenn sie durch einzelne Zutaten in ein Lebensmittel eingebracht werden. Wer ganz sicher gehen will sollte auf den zusätzlichen Aufdruck "ohne Konservierungsstoffe" achten.

Bei einer ganzen Reihe von verpackten Lebensmitteln ist überhaupt keine Zutatenliste erforderlich:

  • alkoholische Getränke mit über 1,2 Vol-% (Ausnahme: Bier)
  • Kakao, Schokolade, Pralinen
  • Lebensmittel in sehr kleinen Verpackungen
  • Kondens- und Trockenmilcherzeugnisse

Bei lose verkauften Lebensmitteln reicht es derzeit aus, wenn auf einem Schild lediglich die Gruppenbezeichnung eines Zusatzstoffes angegeben wird: "mit Farbstoff / mit Konservierungsstoff / enthält Geschmacksverstärker / geschwefelt / gewachst" heißt es dann lapidar. Deshalb fordern die Verbraucherzentralen zu Recht Verbesserungen – eine lückenlose und klare Lebensmittelkennzeichnung wäre eigentlich nicht zuviel verlangt.

Bei nicht kennzeichnungspflichtigen Produktgruppen sollten beim Einkauf die Hersteller bevorzugt werden, die ihre Produkte freiwillig kennzeichnen.

Aktualisiert: 24.01.2020
Autor*in: Sigrid Born; überarbeitet: Dagmar Reiche

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