Erkältung im Sommer: 17 Tipps, die helfen!

Frau hat Sommererkältung © iStock.com/Photodjo

Wer glaubt, mit dem Ende der kalten Jahreszeit seien auch Erkältungen vergessen, der irrt sich. Denn auch im Sommer sind Erkältungen keine Seltenheit: Rund 20 Prozent aller grippalen Infekte machen uns in den Sommermonaten zu schaffen. Denn viele sommerliche Faktoren wie Zugluft durch Klimaanlagen, ein Sonnenbrand oder nasse Badekleidung können eine Erkältung begünstigen. Wo die Sommererkältung lauert, was Sie tun können, um sich auch im Sommer nicht zu erkälten, und wie Sie eine Erkältung im Sommer am besten loswerden, erfahren Sie hier.

1. Zugluft vermeiden

Setzen Sie sich nicht direkter Zugluft aus. Vor allem in geschlossenen Räumen versucht man oft, durch offene Türen und Fenster oder Ventilatoren der Hitze zu entfliehen. Zugluft kühlt die Schleimhäute aus – mit der Folge, dass sie Erkältungsviren schlechter abwehren können. Um zu vermeiden, dass der Körper starken Temperaturunterschieden ausgesetzt ist, sollten Sie darauf achten, dass die Klimaanlage nicht zu kühl eingestellt ist. Vorsicht ist auch beim Einkaufen angebracht. Viele Geschäfte und Einkaufszentren arbeiten mit Klimaanlagen, die die Innentemperatur stark herabsetzen: Das Erkältungsrisiko steigt!

Tipp: Die ideale Raumtemperatur liegt bei 20 bis 21 °C. Generell sollte die Raumtemperatur nicht mehr als fünf Grad unter der Außentemperatur liegen. Beim Einkaufen können Sie sich mit einem leichten Jäckchen oder Tuch vor zu großen Temperaturunterschieden schützen.

2. Schwitzen, aber nicht auskühlen

Schlüpfen Sie so bald wie möglich in trockene Kleidung, wenn Sie geschwitzt haben. Gerade im Sommer können Gartenarbeit, Wandern oder Treppensteigen leicht zur schweißtreibenden Aktivität werden. Schwitzen ist zwar gesund und dient dazu, die Körpertemperatur zu regulieren, doch nasse Kleidung kühlt den Körper zu sehr aus.

Tipp: Ein T-Shirt oder Top zum Wechseln sollten Sie immer dabei haben. Besonders empfehlenswert ist Funktionskleidung aus Polyester oder Polypropylen. Sie transportiert den von der Kleidung angezogenen Schweiß von der Haut weg und sorgt dafür, dass er auf der Außenseite des Kleidungsstücks verdunstet. Baumwolle dagegen speichert Feuchtigkeit und klebt beim Schwitzen wie eine kalte Schicht auf dem Körper, wodurch die Hauttemperatur um bis zu 10 °C sinken kann.

3. Das kühle Bad nicht übertreiben

Bleiben Sie nicht zu lange im kalten See oder Pool. Ein Sprung ins erfrischende Wasser ist bei hohen Temperaturen verlockend, doch Vorsicht: Der Körper kann stark auskühlen und damit anfälliger für Erkältungsviren werden. Auch feuchte Badekleidung, die nach dem Schwimmen nicht gleich gewechselt wird, kann eine Sommererkältung begünstigen.

Tipp: Trocknen Sie sich nach dem Bad gut ab. Am besten schützen Sie sich, wenn Sie sofort trockene Sachen anziehen, sobald Sie aus dem Wasser kommen. Das schützt Ihren Körper vor Auskühlung. Für Wasserratten, die gar nicht genug vom kühlen Nass bekommen können, lohnt sich die Investition in ein Shirt aus Neopren. Dieses synthetische Material wird hauptsächlich für Taucheranzüge verwendet und besitzt hervorragende wasser- und wärmeisolierende Eigenschaften. Dafür sorgen kleine, gleichmäßig verteilte Gasbläschen im Inneren des Gewebes.

4. Lieber leicht gekühlt als eiskalt

Vermeiden Sie eiskalte Getränke, denn sie kühlen die Schleimhäute aus. Die Folge: Sie können die Erkältungsviren nicht mehr ausreichend abwehren.

Tipp: Lassen Sie Getränke aus dem Kühlschrank nach Möglichkeit eine Weile stehen und verzichten Sie auf Eiswürfel. Wer eisgekühlte Getränke schnell trinkt, erfrischt sich nur im ersten Augenblick. Denn danach wird es erst richtig heiß: Der Körper reagiert auf den Kälteschock mit vermehrter Durchblutung. Besser: kalte Getränke nur schluckweise trinken.

5. Temperaturwechsel am Abend nicht unterschätzen

Haben Sie immer einen leichten Pulli oder ein Jäckchen griffbereit, um dem Auskühlen des Körpers rechtzeitig vorzubeugen. Auch an heißen Sommertagen kann es abends merklich abkühlen, und die vermeintlich laue Nacht kann zur Erkältungsgefahr werden. Und was mit einem Frösteln anfängt, kann schnell zu einer Sommererkältung werden.

Tipp: Beachten Sie auch, dass Sie in offenen Schuhen keine kalten Füße bekommen. Viele Biergärten und Open Air-Kinos bieten zum Beispiel Decken an, die Sie bei Bedarf nutzen können.

6. Autofahren ohne (Erkältungs-) Reue

Nehmen Sie ein Tuch oder einen anderen Schutz für Kopf und Hals mit, wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind. Zugluft durch offene Fenster wird oft unterschätzt, besonders an sehr heißen Tagen. Sie kühlt und trocknet die Schleimhäute aus. Daher sollten Sie immer einen Schutz im Gepäck haben, wenn Sie sich den Wind um die Nase wehen lassen. Das gilt insbesondere auch für Cabrio-Fans. Wenn Sie eine Klimaanlage im Auto haben, sollte sie nicht zu kalt eingestellt sein, damit der Körper nicht auskühlt.

Tipp: Beim Parken können Sonnenblenden helfen, die Hitze aus dem Auto heraus zu halten. Rechtzeitig an den Fenstern befestigt, spenden sie wohltuenden Schatten im Auto.

7. Sonnenbrand vermeiden – Sonnenbaden in Maßen

Setzen Sie sich nicht übermäßiger Hitze und zu starker Sonnenbestrahlung aus. Denn beides setzt die Abwehrkraft Ihres Immunsystems herab. Die Folge: Sonnenanbeter sind anfälliger für Sommererkältungen. Daher ist eine Erkältung nach einem Sonnenbrand oder intensiven Sonnenbad keine Seltenheit.

Das erste Sonnenbad im Jahr sollte daher nie länger als 15 Minuten andauern, damit sich die Haut erst wieder an die Sonne gewöhnen kann. Achten Sie zudem immer auf ausreichend Sonnenschutz, beispielsweise durch entsprechende Kleidung und Sonnencreme. Denn ein Sonnenbrand kann nicht nur eine Erkältung begünstigen, er erhöht auch das Risiko für die Entstehung von Hautkrebs.

Tipp: Wenn Sie zu den Menschen gehören, die von der Sonne nicht genug bekommen können, achten Sie darauf, ausreichend zu trinken. Das hält die Schleimhäute feucht und erschwert Erkältungsviren den Zutritt zu Ihrem Körper. Machen Sie es sich auch mal ein Weilchen im Schatten bequem, das schont Ihren Körper und Ihre Haut.

8. Ausreichend trinken

Trinken Sie viel, besonders bei heißem Wetter. Das hält fit und gesund! Unser Körper besteht zu rund zwei Dritteln aus Wasser – trinkt man zu wenig, wirkt sich das negativ auf den Körper aus. Gesundheitliche Störungen wie Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit oder sogar Nierensteine sind die Folge. Weiterer Vorteil des Trinkens: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgt dafür, dass die Schleimhäute gut befeuchtet sind. Ihr Schutzschild gegen Infektionen und Erreger funktioniert so hervorragend.

Tipp: Auf keinen Fall mit dem Trinken warten, bis der Durst kommt. Der ist nämlich ein Warnsignal Ihres Körpers. Sie haben dann bereits zu wenig getrunken. Bei Temperaturen über 30 Grad sind zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag ein Muss.

9. Vorsicht: Ansteckungsgefahr bei großen Menschenmengen

Vermeiden Sie längere Aufenthalte an Orten mit großem Menschenaufkommen. Besonders in geschlossenen Räumen können sich Erkältungsviren so optimal verbreiten. Ein Beispiel sind überfüllte öffentliche Verkehrsmittel: Durch die begrenzte Luftzirkulation und die Menge der Menschen sind sie ein Paradies für Keime. Die Ansteckungsgefahr durch Tröpfcheninfektion ist daher an solchen Orten besonders hoch – und die Sommererkältung nur einen winzigen Schritt entfernt.

Tipp: Bei Kurzstrecken lohnt es sich, auch einmal das Fahrrad zu nehmen. Frische Luft fördert zudem die Durchblutung und stärkt die Abwehrkräfte. In Ihrer Freizeit sollten Sie Straßencafés und Biergärten den Vorzug vor klimatisierten Räumen geben.

10. Händewaschen

Waschen Sie sich mehrmals täglich die Hände, denn Erkältungsviren setzen sich in den meisten Fällen zuerst auf der Haut fest. So kann das Händeschütteln oder das Anfassen einer Türklinke, nachdem eine erkältete Person sie berührt hat, schnell zum Erkältungsrisiko werden. Kommen Ihre Hände dann in Kontakt mit dem Gesicht, können sich die Viren rasch einen Weg über die Nasenschleimhäute in Ihren Körper bahnen.

Tipp: Nicht immer bietet sich unterwegs die Möglichkeit zum Händewaschen. Erfrischungstücher bieten im Sommer jedoch eine hervorragende Möglichkeit, sich zu erfrischen und helfen gleichzeitig – zumindest kurzfristig – die Hände sauber zu halten.

Was tun gegen Sommererkältung? 7 Tipps!

Genau wie bei einer Erkältung im Winter ist es auch bei einer Sommererkältung wichtig, sich zu schonen und den grippalen Infekt auszukurieren. Diese Tipps helfen, eine sommerliche Erkältung wieder loszuwerden:

  1. Gönnen Sie sich Ruhe und viel Schlaf, damit der Körper sich erholen kann. Verzichten Sie auf Sport und andere körperliche Anstrengung wie große Hitze.
  2. Eine vitaminreiche Ernährung oder abwehrstärkende Präparate (vor allem mit Vitamin C) unterstützen den Körper beim Gesundwerden. Ingwer gilt als besonders wirksam, um die Abwehrkräfte zu stärken.
  3. Inhalieren oder ein Kräuter-Dampfbad mit Kamille sowie eine Nasendusche können bei Schnupfen Linderung verschaffen.
  4. Auch Nasentropfen beziehungsweise -sprays mit Meerwasser können helfen, die Nasenschleimhaut zu befeuchten und so zu stärken sowie bereits eingedrungene Erreger aus der Nase zu spülen. Abschwellende Mittel dürfen jedoch nie zu lange am Stück genommen werden, da es sonst zu einer Nasenspray-Sucht kommen kann.
  5. Bei Halsweh eignen sich Tees, zum Beispiel mit Salbei oder Thymian. Auch das Gurgeln mit einer Salbeilösung ist ein beliebtes Hausmittel.
  6. Viel trinken ist wichtig. Allerdings sollten Sie auf gekühlte Getränke verzichten, sondern besser Tee oder Wasser trinken.
  7. Achten Sie auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit, um die Schleimhäute zu befeuchten. Ein feuchtes Handtuch oder eine Schale Wasser sind hier bewährte Hausmittel.

Mit diesen Tipps gelingt es Ihnen sicherlich, die Sommerkältung schnell in den Griff zu bekommen. Bei starkem Fieber, einer Ausbreitung auf die tiefen Atemwege, die Ohren oder die Nasennebenhöhlen oder wenn die Erkältung länger als sieben Tage andauert, sollten Sie jedoch einen Arzt aufsuchen.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
J00.-, J06.9

Aktualisiert: 10.08.2020 - Autor: überarbeitet: Silke Hamann

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