Nesselsucht: Verschiedene Arten im Überblick

Spontane Nesselsucht

Bei spontaner Nesselsucht treten typische Symptome wie Juckreiz, Quaddeln und Schwellungen der Haut plötzlich und ohne zunächst erkennbaren Auslöser auf. Je nach Dauer des Hautausschlages wird zwischen akuter und chronischer Nesselsucht unterschieden: Während eine akute Nesselsucht in der Regel spätestens nach zwei Wochen – oft aber auch bereits nach einigen Stunden – wieder abklingt, spricht man von einer chronischen Nesselsucht, wenn die Symptome länger als sechs Wochen anhalten. Oftmals lässt sich bei chronischer Nesselsucht keine Ursache für die Beschwerden finden.

Physikalische Nesselsucht

Eine physikalische Nesselsucht wird durch äußere Reize wie Druck, Kälte, Licht, Reibung oder Wärme ausgelöst. Insgesamt gibt es über 20 verschiedene Unterformen. Im Folgenden finden Sie die Bekanntesten:

  • Druck-Nesselsucht: Bei dieser Form der Nesselsucht kommt es durch Druck auf bestimmte Körperstellen zu tiefen Schwellungen. Die Schwellungen treten besonders häufig am Rücken sowie an den Fußsohlen und den Handinnenflächen auf.
  • Kälte-Nesselsucht: Kälte-Nesselsucht kann durch kalte Luft, kalte Flüssigkeit oder kalte Gegenstände ausgelöst werden. Wie bei anderen Nesselsucht-Formen auch kommt es zu Schwellungen und Quaddelbildung auf der Haut und den Schleimhäuten. Die Symptome treten entweder wenige Minuten nach dem Kältereiz auf oder aber erst dann, wenn sich die Stelle wieder erwärmt. Wie groß der Kältereiz sein muss, um die typischen Nesselsucht-Symptome auszulösen, ist dabei von Person zu Person verschieden.
    Patienten, die an Kälte-Nesselsucht leiden, sollten stets einen Notfallpass bei sich tragen, indem die Erkrankung vermerkt ist. Dies ist zum Beispiel bei Infusionen wichtig, da Betroffene diese nur erwärmt verabreicht bekommen dürfen.
  • Licht-Nesselsucht: Diese Form der Nesselsucht wird meist durch UV-A-Strahlen, in seltenen Fällen auch durch UV-B-Strahlen ausgelöst. An denjenigen Stellen, die mit den Strahlen in Kontakt gekommen sind, bilden sich kurze Zeit später Quaddeln. Die Licht-Nesselsucht ist allerdings relativ selten.
  • Reibungs-Nesselsucht: Etwa zwei bis vier Prozent der Deutschen leiden an Reibungs-Nesselsucht – der häufigsten Form der physikalischen Nesselsucht. Ausgelöst wird die Erkrankung durch Reibung auf der Haut. Die typischen Nesselsucht-Symptome können beispielsweise durch das Scheuern von Rucksackträgern, aber auch bereits durch das Reiben eines T-Shirts hervorgerufen werden.
  • Wärme-Nesselsucht: Bei Wärme-Nesselsucht treten die typischen Symptome nur an den Stellen auf, die mit der Wärmequelle direkt in Kontakt gekommen sind. Ebenso wie Licht-Nesselsucht ist auch Wärme-Nesselsucht äußerst selten.

Cholinergische Nesselsucht

Cholinergische Nesselsucht ist die häufigste Sonderform der Nesselsucht. Sie wird durch einen Anstieg der Körpertemperatur ausgelöst und tritt insbesondere bei jungen Erwachsenen auf. Allerdings wird eine cholinergische Nesselsucht nur selten behandelt, da die auftretenden Symptome meist nur schwach ausgeprägt sind. Im Durchschnitt hält diese Form der Nesselsucht zwischen zwei und zehn Jahren an, bevor sie endgültig verschwindet.

Auslöser der cholinergischen Nesselsucht ist eine Erhöhung der Körpertemperatur. Diese kann beispielsweise durch Sport, scharfes Essen, Alkohol, Fieber, heißes Wasser oder emotionalen Stress hervorgerufen werden. Die ersten Quaddeln können bereits während des Temperaturanstieges auftreten. Meist bilden sie sich schnell wieder zurück, nur in seltenen Fällen bleiben sie länger als drei Stunden bestehen.

Kontakt-Nesselsucht

Kontakt-Nesselsucht tritt nur an der Stelle auf, die mit dem Auslöser direkt in Berührung gekommen ist. Auslöser können dabei verschiedenste Substanzen sein: Kontakt-Nesselsucht wird beispielsweise häufig durch Latex ausgelöst – vor allem Berufsgruppen, die oft Latex-Handschuhe tragen, sind davon betroffen. Doch auch in der Küche ist Kontakt-Nesselsucht kein seltenes Phänomen: Hier entstehen die typischen Symptome durch den Kontakt mit rohen Lebensmittel, etwa beim Schälen von Kartoffeln oder beim Bearbeiten von Fisch.

Bei der Behandlung von Kontakt-Nesselsucht ist es besonders wichtig, den Auslöser der Beschwerden zu finden. Dieser muss dann in Zukunft möglichst gemieden werden. Ist dies nicht möglich, können Antihistaminika eingenommen werden, um die unangenehmen Symptome zu unterdrücken.

Aktualisiert: 30.05.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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