Neurodermitis: Behandlung und Tipps zur Hautpflege

Neurodermitis, auch bekannt als atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis, ist eine Hautkrankheit, die meist mit Juckreiz, schuppiger, trockener Haut und roten Ekzemen einhergeht. Neben den Händen sind oft auch Gesicht, Kopfhaut oder Armbeugen betroffen. Da die Erkrankung nicht heilbar ist, besteht die Therapie in der individuellen Behandlung der Symptome.

Doch was hilft bei Neurodermitis? Welche Cremes und Salben sind zur Behandlung der gereizten Haut geeignet und welche Hausmittel können die quälenden Symptome lindern? In dieser Fotostrecke erfahren Sie, wie die Therapie bei Neurodermitis erfolgt und welche Tipps zur Hautpflege man außerdem beachten sollte.

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Creme gegen Neurodermitis: Basispflege

Basispflege bei Neurodermitis: Frau cremt Haut ein © Getty Images/Ulrich Zillmann
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Creme spielt bei der Behandlung von Neurodermitis eine entscheidende Rolle. Denn die trockene, oft schuppige oder rissige Haut braucht eine konsequente und sanfte Pflege. Idealerweise sollten Menschen mit Neurodermitis ihre gesamte Haut täglich eincremen – und zwar mindestens morgens und abends. Das gilt auch in Zeiten ohne Juckreiz oder einen akuten Schub. Denn die richtige Basispflege kann sogar helfen, Neurodermitis-Schüben vorzubeugen oder diese abzumildern.

Produkte zur Basisbehandlung enthalten meist Urea (Harnstoff). Dieser Wirkstoff eignet sich gut bei trockener Haut und hilft ihr, Feuchtigkeit besser zu speichern. Die Creme oder Lotion sollte bei Erwachsenen etwa fünf bis zehn Prozent Urea enthalten, bei Kindern werden meist zwei bis drei Prozent empfohlen. Aber Achtung: Bei Kleinkindern und Säuglingen sollte man Urea nicht anwenden.

Der Wirkstoff Glycerin ist hingegen auch zur Basisbehandlung bei kleineren Kindern geeignet. Ebenso kann Dexpanthenol helfen, die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen und den Juckreiz zu lindern.

Als Faustregel gilt: "feucht auf feucht und fett auf trocken". Das heißt: Je ausgeprägter eine nässende Entzündung ist, desto eher sind wässrige, feuchtigkeitsspendende Produkte ratsam. Je trockener die Haut, desto mehr sollte man auf fetthaltige Produkte setzen.

Hautpflege während eines akuten Schubs

Hautpflege bei Neurodermitis-Schub: Frau trägt Creme auf © Getty Images/triocean
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Während eines akuten Schubs sollten ärztlich verschriebene, medizinische Hautpflegeprodukte verwendet werden. Diese stehen in Form von Cremes, Salben oder Lotionen zur Verfügung. Sie können helfen, den quälenden Juckreiz zu lindern, die Entzündung zu hemmen und die Haut wieder zu beruhigen.

Solche medizinischen Hautpflegemittel bei Neurodermitis enthalten als Wirkstoff oft Kortison. Kortisonfreie entzündungshemmende Salben enthalten beispielsweise die Wirkstoffe Tacrolimus und Pimecrolimus (sogenannte Calcineurin-Hemmer). Diese Salben eignen sich besser für empfindliche Bereiche, etwa im Gesicht. Mitunter werden auch antibiotikahaltige Cremes verschrieben.

Doch auch rezeptfreie Mittel können bei leichten Schüben Anwendung finden. Freiverkäuflich sind etwa Zinksalbe oder Cremes mit pflanzlichen Gerbstoffen.

Kosmetika und Pflegeprodukte

Frau liest Inhaltsstoffe bei Kosmetika © Getty Images/zoranm
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Für alle Pflege- und Kosmetikprodukten gilt: Vermeiden Sie nach Möglichkeit Produkte mit Zusatzstoffen. Insbesondere Parfüm- und Duftstoffe werden bei Neurodermitis häufig nicht vertragen und sollten daher gemieden werden. Aber auch Konservierungsmittel, Farbstoffe, Silikone, Emulgatoren, Nahrungsmittelproteine und Mineralöle können die empfindliche Haut reizen oder austrocknen. Naturkosmetik enthält oft weniger Duft- und Zusatzstoffe und kann daher besser verträglich sein.

Neurodermitis: Hände brauchen besondere Pflege

Frau cremt Hände ein gegen Neurodermitis © Getty Images/Cunaplus_M.Faba
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Oftmals zeigt sich Neurodermitis besonders an den Händen. Denn diese werden im Alltag durch häufiges Waschen, Kontakt mit Reinigungs- oder Nahrungsmitteln und andere Reize stark beansprucht. Die Hautbarriere wird angegriffen – rissige, wunde Haut ist die Folge. Daher benötigen die Hände bei der Pflege besonders viel Aufmerksamkeit.

Verwenden Sie zum Händewaschen möglichst milde, pH-neutrale Reinigungsmittel (zum Beispiel spezielle Pflegeprodukte oder rückfettendes Duschöl) und höchstens lauwarmes Wasser. Nach dem Waschen sowie vor dem Schlafengehen empfiehlt sich die Anwendung einer rückfettenden Creme – vergessen Sie beim Eincremen nicht die Stellen zwischen den Fingern. Geeignete Handcremes enthalten, ebenso wie die tägliche Basispflege, beispielsweise Urea, Glycerin oder Dexpanthenol.

Schützen Sie Ihre Hände auch bei der Hausarbeit. Bei trockenen und staubigen Arbeiten bieten sich Baumwollhandschuhe an, für nasse Arbeiten wie den Abwasch sollten Sie zusätzlich zu den Baumwollhandschuhen Gummihandschuhe anziehen (nicht direkt auf der Haut tragen).

Die Haut richtig reinigen

Frau hält Fläschchen mit Öl © Getty Images/Zinkevych
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Tägliches Duschen oder lange Bäder können die Haut austrocknen. Daher gilt: Den Kontakt mit dem Wasser möglichst kurz halten. Auch sollte man das Wasser nicht zu heiß einzustellen (höchstens 35 °C). Vermeiden Sie nach Möglichkeit Schaumbäder, Alkaliseifen oder Detergenzien (Tenside) und verwenden Sie möglichst pH-neutrale Mittel zum Reinigen der Haut.

Auch wenn kurzes Duschen dem Baden grundsätzlich vorzuziehen ist, werden Ölbäder oft als Bestandteil der normalen Basispflege empfohlen. Dabei wird die Haut zunächst in klarem Wasser gereinigt und erst dann ein Badezusatz hinzugegeben. Am besten verwendet man ein rückfettendes Pflegeöl ohne Duftstoffe, das die Haut vor dem Austrocknen schützt. Neben speziellen Badezusätzen eignet sich hierfür auch normales Olivenöl als einfaches Hausmittel.

Zum Abtrocknen sollten Sie stets ein weiches Handtuch verwenden und die Haut nicht abrubbeln, sondern vorsichtig abtupfen. So wird sie nicht unnötig gereizt. Anschließendes Eincremen spendet der Haut die richtige Pflege.

Shampoo bei gereizter Kopfhaut

Frau mit Neurodermitis nutzt Shampoo © Getty Images/southerlycourse
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Da oftmals die Kopfhaut von Neurodermitis betroffen ist, ist auch die Wahl des richtigen Shampoos wichtig: Dieses sollte speziell für juckende, trockene und empfindliche Kopfhaut ausgelegt sein und ohne Zusatzstoffe auskommen. Achten Sie darauf, das Shampoo nach der Haarwäsche gründlich auszuwaschen.

Bei Bedarf kann anschließend ein spezielles, Feuchtigkeit spendendes Haartonikum aufgetragen werden. Lassen Sie die Haare an der Luft trocknen und verzichten Sie darauf, sie heiß zu föhnen, da dies die Haut zusätzlich reizt.

Feuchte Umschläge

Frau mit Neurodermitis macht feuchten Umschlag © Getty Images/Srisakorn
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Ein Umschlag mit Salben, der über Nacht aufgelegt wird, eignet sich besonders gegen juckende, entzündete Haut in den Armbeugen und Kniekehlen und bei nässenden Ekzemen. Betroffene sollten die entsprechende Stelle dick eincremen. Anwendung finden beispielsweise zinkhaltige Salben oder Cremes mit Eichenrinde. Darüber wird ein feuchtes Tuch gelegt und anschließend die gesamte Stelle (nicht zu fest) mit einem trockenen Tuch umwickelt. So kann die Salbe über Nacht einwirken.

Hausmittel gegen Neurodermitis

Hausmittel gegen Neurodermitis: Frau hält Kräuter © Getty Images/Westend61
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Zur unterstützenden Behandlung einer Neurodermitis kommen oft Hausmittel zum Einsatz. Ihre Wirkung ist meist jedoch nicht durch Studien belegt, weshalb vorherige ärztliche Rücksprache empfehlenswert ist.

Zu den entzündungshemmenden Hausmitteln zählen schwarzer oder grüner Tee, Eichenrinde, Zinnkraut und Haferstroh. Ein Sud daraus eignet sich, um insbesondere nässende Ekzeme darin zu baden. Doch auch feuchte Umschläge mit diesen Hausmitteln sind möglich. So kann man beispielsweise ein in kalten, schwarzen Tee getränktes Tuch für lindernde Wickel verwenden. Der Gerbsäure des Tees wird eine unterstützende Wirkung auf die Hautheilung zugesprochen.

Alternativ kann auch ein Umschlag mit Salzwasser gemacht werden. Salz hat nicht nur eine desinfizierende Wirkung, sondern kann auch helfen, den Juckreiz zu lindern. Salzbäder oder -Umschläge sind jedoch nicht bei Entzündungen und offenen Wunden zu empfehlen.

Kurkuma (Inhaltsstoff: Kurkumin) kann oral oder äußerlich angewendet werden. Erste Studien lassen vermuten, dass das Gewürz bei Hauterkrankungen entzündungshemmend und antioxidativ wirken und so die Wundheilung unterstützen könnte.

Beliebte Hausmittel gegen Neurodermitis sind auch Nachtkerzenöl, Borretschöl, Kokosöl oder Johanniskrautöl, die in Cremes Verwendung finden. Die beiden erstgenannten Öle enthalten Linolsäuren, die einen positiven Effekt auf die Neurodermitis haben sollen – wissenschaftliche Belege für die Wirkung bei Neurodermitis gibt es jedoch nicht. Von der oralen Einnahme dieser Öle, etwa in Form von Kapseln, raten Fachleute ab.

Medikamente bei Neurodermitis

Frau zeigt Medikament gegen Neurodermitis © Getty Images/Innocenti
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Neben Salben und Cremes zur äußerlichen (topischen) Anwendung können auch innerliche (systemische) Medikamente bei der Behandlung von Neurodermitis erforderlich sein. Dies ist vor allem bei schweren oder andauernden Ekzemen der Fall.

So kommen etwa Tabletten mit dem Wirkstoff Ciclosporin (ein Immunsuppressivum) oder Kortisontabletten zum Einsatz, wenn die lokale Behandlung mit Salben nicht ausreicht. Immunsuppressiva und Kortisontabletten können helfen, die Entzündungsreaktion des Immunsystems zu stoppen. Sie haben jedoch den Nachteil, das Immunsystem insgesamt zu beeinträchtigen und somit anfälliger für andere Erreger zu machen.

Darüber hinaus gibt es noch andere Medikamente. Die sogenannten JAK-Inhibitoren dienen dazu, ein bestimmtes Enzym (Januskinase) zu hemmen, das am Entzündungsgeschehen beteiligt ist. Biologika (wie der Antikörper Dupilumab) werden gespritzt und sollen zielgerichtet gegen die Entzündungen wirken, indem sie sich an bestimmte Stoffe im Immunsystem anheften, ohne dabei das restliche Immunsystem zu beeinträchtigen.

Daneben können bei Bedarf auch Antihistaminika (zum Beispiel bei Pollenallergie als Auslöser der Neurodermitis) oder auch Antibiotika bei Hautinfektionen angewandt werden.

Lichttherapie (Phototherapie)

Mann bei der Lichttherapie gegen Neurodermitis © Getty Images/Science Photo Library
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Eine UV-Therapie oder Lichttherapie kann zur Besserung der Symptome beitragen. Das UV-A-Licht wirkt antientzündlich und kann den Juckreiz lindern. Ähnlich wie ein Solarium hat die Lichttherapie jedoch auch Nebenwirkungen, über die sich Betroffene vorab aufklären lassen sollten. Dazu zählt eine mögliche Schädigung der Hautzellen, was die Entstehung von Hautkrebs begünstigen könnte.

Aus diesem Grund ist die UV-Therapie für Kinder unter zwölf Jahren nicht geeignet. Abgeraten wird auch von der Kombination einer Lichttherapie mit Calcineurin-Hemmern.

Reizfaktoren meiden

Frau kratzt sich vor Strauch © Getty Images/IAN HOOTON/SCIENCE PHOTO LIBRARY
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Neurodermitis kann unterschiedliche Auslöser haben: Tierhaare, Hausstaub, Pollen, Schimmelpilze, Inhaltsstoffe von Kosmetika, bestimmte Nahrungsmittel oder Zigarettenrauch sind nur einige der möglichen Provokationsfaktoren, auf die der Körper mit einer überschießenden Reaktion antworten kann. Auch Stress zählt zu den möglichen Auslösern einer Neurodermitis.

Zur Therapie einer Neurodermitis gehört es daher, bekannte Auslöser nach Möglichkeit zu meiden. Liegt beispielsweise eine Hausstaballergie vor, sollte die Umgebung durch Maßnahmen wie den Verzicht auf Teppiche und Vorhänge und den Einsatz von Allergiker-Bettbezügen möglichst staubarm gestaltet werden. Je nach Allergieform kann eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) durchgeführt werden, um die Ursache der Allergie zu behandeln. Zur Vermeidung oder Reduktion von Stress werden beispielsweise Entspannungsübungen und autogenes Training empfohlen.

Sind die eigenen Auslöser noch nicht bekannt, können ein Tagebuch und ärztliche Provokationstests helfen, mögliche Allergene und andere Triggerfaktoren zu identifizieren.

Ernährung bei Neurodermitis

Frau mit Neurodermitis beim Essen © Getty Images/Zinkevych
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In manchen Fällen wird Neurodermitis durch die Ernährung beeinflusst. Auch wenn es "den einen" Diätplan nicht gibt, lohnt es sich für Menschen mit Neurodermitis, mithilfe eines Ernährungstagebuchs herauszufinden, welche Lebensmittel bei ihnen einen Schub auslösen können. Auch Hauttests und labormedizinische Untersuchungen können helfen, Nahrungsmittelallergien zu erkennen.

Sind Lebensmittelunverträglichkeiten oder Kreuzallergien bekannt, kann ein Verzicht auf die entsprechenden Nahrungsmittel helfen, das Hautbild zu verbessern. Besondere Aufmerksamkeit sollte bei der Ursachensuche auch Zusatzstoffen in Fertigprodukten zuteilwerden.

Ist keine Unverträglichkeitsreaktion nachgewiesen, sollte man Lebensmittel auch nicht "auf Verdacht" weglassen, da Auslassdiäten eine unausgewogene Ernährung zur Folge haben und eine Mangelernährung begünstigen können.

Die richtige Kleidung bei Neurodermitis

Mädchen mit Neurodermitis kratzt sich unter Shirt © Getty Images/Lisa Kingdon
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Auch die Wahl der Kleidung kann den Verlauf einer Neurodermitis beeinflussen. Wolle oder Kunstfasern sind dabei weniger empfehlenswert. Ebenso können gefärbte oder stark behandelte Stoffe die Haut reizen.

Insbesondere die Unterwäsche und andere Kleidungsstücke mit direktem Hautkontakt sollten besser aus natürlichen Fasern wie Baumwolle oder Leinen bestehen. Zu empfehlen sind lockere, luftige Kleidung und der Verzicht auf enganliegende Klamotten. Antibakteriell wirkende, silberhaltige Unterwäsche kann helfen, die Besiedelung der Haut mit Keimen zu reduzieren.

Waschen Sie neue Kleidungsstücke vor dem ersten Tragen. Für die Wäsche gilt: Verwenden Sie am besten ein Waschmittel ohne Parfümstoffe, das für sensible Haut geeignet ist. Achten Sie vor allem auf gründliches Ausspülen der Wäsche, um Waschmittelrückstände zu entfernen.

Einfluss von Wetter und Klima

Kind mit Neurodermitis im Winter © Getty Images/Tetiana Soares
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Das Klima und die Jahreszeiten können sich, ebenso wie starke Temperaturschwankungen, auf eine Neurodermitis auswirken. Im Winter können trockene Heizungsluft, kalte Winterluft und enge, reibende Kleidung einen negativen Einfluss auf das Hautbild haben. Im Winter gewinnt die konsequente Basispflege daher besonders an Bedeutung, wobei die Produkte im Winter fetthaltiger sein dürfen als im Sommer.

Im Sommer liegen die Tücken oft in einem vermehrten Schwitzen oder beispielsweise einer Pollenallergie (Heuschnupfen). Umgekehrt kann leichte Sonneneinstrahlung jedoch auch einen positiven Effekt haben, weshalb sich viele Menschen mit Neurodermitis im sonnigen Klima wohler fühlen und weniger Hautprobleme haben. Aufenthalte in den Bergen oder am Meer wirken sich meist positiv auf die Haut aus.

Wählen Sie bei der Sonnencreme Produkte ohne Duftstoffe, um die Haut nicht zu reizen. Am besten geeignet sind reichhaltige Sonnenschutzprodukte, die zugleich Feuchtigkeit spenden. Anstelle von chemischen Lichtschutzfaktoren sollten Menschen mit Neurodermitis besser zu Sonnenmilch oder -creme mit mineralischen oder physikalischen Lichtschutzfaktoren greifen.

Nicht kratzen

Kind mit Neurodermitis kratzt sich © Getty Images/Eik Scott
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So schwer es fällt, und so quälend der Juckreiz auch sein mag: Vermeiden Sie so gut es geht, sich zu kratzen. Dies kann die Entzündung verschlimmern, da so das Eindringen von Erregern in die rissige Haut begünstigt wird. Können Sie dem Impuls gar nicht widerstehen, versuchen Sie, die Haut stattdessen nur vorsichtig zu reiben oder sanft zu kneten. Auch das Kühlen der Haut, zum Beispiel mit einem Gelpad aus dem Kühlschrank, kann helfen, den Juckreiz zu lindern.

Treffen Sie auch Vorsichtsmaßnahmen gegen unbewusstes Kratzen: Kurze, rundgefeilte Fingernägel richten weniger Schaden an. Nachts können Sie leichte Baumwollhandschuhe tragen, damit Sie Ihre Haut nicht versehentlich im Schlaf aufkratzen.

Hilfe für die Psyche

Frau mit Neurodermitis bei der Gesprächstherapie © Getty Images/Fiordaliso
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Neurodermitis kann für Betroffene nicht nur eine körperliche Belastung darstellen, sondern auch eine seelische. Denn die Hautkrankheit trifft oft an sichtbaren Stellen wie Gesicht, Hals, Händen oder Kopfhaut auf. Unangenehme Blicke oder Fragen können Schamgefühle für das eigene Hautbild zur Folge haben. Dieser psychische Stress wiederum kann den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen.

Eine psychotherapeutische Unterstützung oder der Austausch mit anderen Betroffenen sind oft ratsam, um den Umgang mit der Erkrankung zu erlernen. Oft hilft außerdem das offene Gespräch mit Menschen im persönlichen Umfeld, unbegründete Ängste vor einer möglichen Ansteckung oder andere Unsicherheiten zur Sprache zu bringen und gemeinsam abzubauen.

Auch Entspannungstherapien sind empfehlenswert, um Stress entgegenzuwirken. Dazu zählen beispielsweise Meditation, die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, autogenes Training oder Yoga. Spezialisierte Neurodermitis-Schulungen vermitteln geeignete Entspannungsmethoden und geben Tipps zur Hautpflege und zur Vermeidung von Krankheitsauslösern.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
L20.-

Aktualisiert: 20.05.2021 - Autor: Silke Hamann, Medizinredakteurin