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Neurodermitis: Hautpflege mit Harnstoff und Nachtkerzenöl

Das Immunsystem eines Neurodermitikers reagiert aufgrund einer krankhaften genetischen Prädisposition unverhältnismäßig stark auf äußere Reize. Der Ort, an dem diese überschießende Reaktion sichtbar wird, ist die Haut.

Eine chronische Hauterkrankung

Eine Neurodermitis oder atopische Dermatitis verläuft oft chronisch, wobei nach Phasen relativer Hautgesundheit immer wieder Rezidive mit quälendem, psychisch belastendem Juckreiz sowie trockenen, schuppigen und entzündeten Hautstellen auftreten. Viele Umweltfaktoren, die die Symptome der Erkrankung verschlimmern, sind bekannt. Repräsentative Studien, die die Bedeutung der einzelnen Faktoren untersuchen, fehlten jedoch bislang. Daher haben J. R. Williams und seine Kollegen Schulkinder aus Wales im Alter von 12 bis 14 Jahren befragt, wie sich insgesamt 19 Umweltfaktoren auf die Schwere der Symptome auswirken (British Journal of Dermatology 2004; 150: 1154–1161). An der Umfrage nahmen insgesamt 2501 Schüler teil, von denen 250 an Neurodermitis litten.

Umweltfaktoren: Schwitzen, heißes Wetter und die Kleidung

Schwitzen, etwa beim Schulsport, gaben mit 41,8% die meisten Jugendlichen als Auslöser für einen Krankheitsschub an, gefolgt von heißem Wetter (40%) und Textilien (39,1%). Symptomlindernd wirkten bei 22,2% steroidhaltige Cremes sowie bei 16,4% Feuchtigkeitscremes. Fast 60% der Jugendlichen antworteten, dass die Ernährung keinen Einfluss auf die Schwere der Erkrankung habe. Nach Ansicht der Autoren kann aus der Studie nicht abgeleitet werden, in welchem Ausmaß die einzelnen Faktoren die Symptome der Neurodermitis beeinflussen. „Sie gibt jedoch Aufschluss darüber, welche Auslöser die Betroffenen überhaupt als bedeutend für ihre Erkrankung wahrnehmen", so das Fazit.

Das A und O: eine konsequente Hautpflege

Eine zentrale und begleitende Maßnahme bei der Behandlung der Neurodermitis ist eine konsequente Hautpflege, sowohl bei bestehenden Ekzemen als auch bei der Nachbehandlung. Neurodermitiker, die ihre Haut regelmäßig mit geeigneten Pflegeprodukten eincremen, erleiden seltener Rezidive, und ihre Haut entzündet sich seltener. Zudem lindern Pflegecremes den Juckreiz und verbessern die Barrierefunktion der erkrankten Haut. Ein geeignetes Pflegepräparat sollte die Haut eines Neurodermitikers mit lipidreichen und feuchtigkeitspendenden Substanzen versorgen. Zudem sollte es frei sein von Allergenen. Bewährt haben sich unter anderem Cremes und Pflegeserien, die die Substanzen Urea (Harnstoff) und Nachtkerzenöl enthalten. Urea zählt zu den natürlichen Feuchtigkeitsfaktoren der Haut und erhöht den Hydratationsgehalt der Hornschicht. Nachtkerzenöl normalisiert den Hydrolipidmantel geschädigter Haut und steigert ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit und Lipide zu binden. Der Nutzen und die Wirksamkeit eines Wirkkomplexes aus Urea und Nachtkerzenöl konnte in zahlreichen Studien nachgewiesen werden.

Aktualisiert: 31.08.2016 – Autor: Hartmann

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