Lifeline Logo

Neurodermitis im Winter

Mädchen mit Neurodermitis im Winter © MadalinIonut

Mit den kalten Tagen beginnt für viele die Vorfreude auf Weihnachten. Neurodermitiker denken da anders. Sie bangen vor dem ersten Schub, denn Winterzeit ist Neurodermitis-Saison. Bekannt ist dieses Phänomen schon seit langem. Heute verstehen die Hautärzte auch warum.
Schon Hippokrates wusste, dass Wetter und Klima die Gesundheit beeinflussen. Heute verstehen wir zum Teil auch die Gründe. Zum Beispiel im Fall der Neurodermitis. Durch eine Unterfunktion der Talg- und Schweißdrüsen unterliegt die Haut eines Neurodermitikers immer der Gefahr zu großer Trockenheit. In der Winterzeit steigt dieses Risiko zusätzlich, denn durch die kalte und trockene Luft gibt die Haut mehr Feuchtigkeit an ihre Umgebung ab. In dieser Zeit müssen Betroffene besonders auf den Wasser- und Fettfilm ihrer Haut achten.

Die richtige Pflege

Wichtig ist regelmäßiges Eincremen der gesamten Haut. Zusätze wie Harnstoff oder D-Panthenol können die Basispflege verbessern. Und da selbst klares Wasser den Hautschutzfilm stören kann, sind rückfettende Badezusätze und Duschlotionen für viele Patienten sinnvoll. Viele Neurodermitiker kennen die Last mit dem deutschen Winter und fliehen so lange wie möglich in den Süden. Dort fühlen sie sich einfach wohler in ihrer Haut. Das liegt daran, dass die Haut weniger Feuchtigkeit an die Umgebung abgeben muss.

Ein ähnlich positiver Effekt lässt sich beim Wechsel in ein Reizklima beobachten, zum Beispiel an die Nordsee oder ins Hochgebirge. Und dies, obwohl in diesen Gebieten eine relativ niedrige Luftfeuchtigkeit herrscht und die Haut verstärkt austrocknet. Ein Widerspruch? Heute vermutet die Medizin, dass sich aufgrund des Reizklimas alte Hautzellen besser lösen und die Durchblutung sowie die Wärmeabgabe der Haut gefördert werden. Das Hautrelief ebnet sich, die Haut wird glatter, und es treten weniger Entzündungen auf.

Endlich ohne Cortison?

Tritt doch ein Neurodermitis-Schub auf, so war meist eine Behandlung mit Cortison die letzte Rettung. Seit ein paar Jahren gibt es allerdings eine Alternative: cortisonfreie Cremes, so genannte Calcineurin-Inhibitoren wie zum Beispiel eine Creme mit dem Wirkstoff Pimecrolimus. Sie verspricht ebenfalls eine schnelle Wirkung gegen Juckreiz und Ekzem. Darüber hinaus ist es das erste und einzige Medikament, das bei rechtzeitiger Anwendung eine Verlängerung der beschwerdefreien Zeit verspricht.

Aktualisiert: 05.07.2012 – Autor: ots

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?