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Pflege und Kosmetik bei Neurodermitis

Frau mit Neurodermitis bei Hautpflege © istockphoto, privilege2010

Die Hautkrankheit Neurodermitis tritt schubweise auf. Quälender Juckreiz, schuppige und extrem trockene Haut können die Folge sein. Neben der medizinischen Behandlung, die je nach Fall der Neurodermitis mit unterschiedlichen Therapieformen vollzogen wird, ist es wichtig, die Haut wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Eine konsequente und sanfte Pflege kann den Zustand der Haut verbessern und den Juckreiz lindern.

Psychischer Stress durch Neurodermitis

Wer unter Neurodermitis leidet, ist nicht nur von starkem Juckreiz betroffen, sondern dadurch meist auch mit psychischem Stress belastet. Denn Neurodermitis tritt häufig an sichtbaren Körperstellen auf.

Betroffen sind oft das Gesicht, der Hals und der Nacken. Somit ist die Erkrankung für jeden sichtbar, was den Betroffenen oft zusätzliche Qual bereitet. Viele Betroffene haben hinter dem Ohrläppchen rissige Haut. Auch an den Zwischenräumen der Finger und Fußzehen, sowie in den Kniekehlen und an den Ellbogen wirkt sich die Neurodermitis aus.

Hautpflege unterstützt die medizinische Behandlung

Neurodermitis-Erkrankte geraten oft in einen Teufelskreis, die Haut juckt so extrem, dass der Betroffene dazu neigt, sich zu kratzen, was die Haut wiederrum belastet und sogar zu weiteren Entzündungen führen kann.

Da Neurodermitis zum jetzigen Forschungsstand unheilbar ist, ist es umso wichtiger, neben der verordneten medizinischen Behandlung die Haut zu pflegen und damit den Krankheitsverlauf möglicherweise positiv zu fördern.

Neue Balance für die Haut

Normalerweise hat die Haut die Aufgabe, uns vor dem ungehinderten Eindringen von Fremdkörpern, wie etwa Viren, Pilze und chemischen Substanzen zu schützen. Zudem reguliert die Haut die Temperatur und verhindert einen inneren Feuchtigkeitsverlust.

Bei Neurodermitis jedoch ist die natürliche Barriere der Haut extrem geschädigt. Die Haut weist dann einen Mangel an bestimmten und wichtigen Hautfetten auf und kann Feuchtigkeit auch nur noch in einem geringen Maße speichern. Bei Neurodermitikern ist ein hoher transepidermaler Wasserverlust, TEWL, übliche Folge. Deshalb muss die Haut nun besonders gut vor äußeren und möglicherweise schädigenden Substanzen geschützt werden.

Geeigneten Pflegemittel bei Neurodermitis

Pflege ist nicht gleich Pflege. Die Pflegemittel und die Kosmetik müssen gut ausgesucht sein. Besonders wichtig ist es, Produkte zu verwenden, die die Haut nicht reizen. Kosmetikprodukte sollten daher zur Anwendung bei Neurodermitis frei von Konservierungsstoffen, Farbstoffen, Sillikonen, Mineralölen und Parfümen sein.

In vielen herkömmlichen Cremes sind Emulgatoren zum Zweck als Bindemittel enthalten. Diese können sich jedoch in der Haut anreichern und nach dem Waschen der Haut die hauteigenen Fette mit herauswaschen. Das ist für einen Neurodermitiker problematisch, denn die Folge kann ein weiteres Austrocknen der Haut sein.

Pflegeprodukte, die speziell für empfindliche Haut hergestellt werden, haben anstelle von Emulgatoren oft hautverwandte Membranteile als Inhaltsstoffe. Lipide und Ceramide können durch diese hautähnliche Struktur tief in die Hautschichten eindringen und die Haut mit Feuchtigkeit versorgen.

Sanfter Umgang mit der Haut

Auf Kosmetik muss bei Neurodermitis nicht generell verzichtet werden, insofern sie nicht im Übermaß verwendet werden. Doch auch bei dekorativer Kosmetik sind ausschließlich Produkte zu verwenden, die ohne Duft- und Konservierungsstoffe hergestellt sind. Viele Kosmetikhersteller bieten spezielle Produkte an, die die Anforderungen einer geschädigten und sensiblen Haut erfüllen.

Doch ist es nicht nur erforderlich, auf aggressive Seifen zu verzichten, sondern gilt dies genauso für das Waschmittel. Da die gewaschene Kleidung an vielen Körperstellen direkt mit der Haut in Kontakt kommt, sollte auch das Waschmittel für sensible Haut geeignet und parfümfrei sein.

Und dementsprechend spielt auch die Wahl der Kleidung und Stoffe eine Rolle. Hautverträgliche Kleidung ist wichtig, da der Juckreiz ansonsten sogar noch verstärkt werden kann. Zusätzlich kann eine Lichttherapie für positive Wirkung der Haut sorgen.

Aktualisiert: 23.09.2019 – Autor: Sabrina Haas

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