Durchfall – Behandlung

Hände halten Bauch © pixabay, silviarita

Normalerweise ist Durchfall nicht gefährlich und Sie müssen keinen Arzt aufsuchen. Oft reicht schon eine einfache Behandlung durch Hausmittel oder eine Anpassung der Ernährung bei Durchfall. Dennoch existieren auch schwerwiegende Probleme mit Durchfall. 

Wann Sie mit Durchfall zum Arzt gehen sollten

In den folgenden Fällen ist ein Arztbesuch unumgänglich:

  • wenn der Durchfall sehr stark ist oder länger als eine Woche anhält
  • wenn Sie Blut, Schleim oder Eiter im Stuhl haben
  • wenn Sie neben dem Durchfall andere Symptome wie hohes Fieber, Gelenkschmerzen oder ein allgemeines Krankheitsgefühl haben
  • wenn Zeichen einer beginnenden Austrocknung (Exsikkose) auftreten, z.B. Sie einen trockenen Mund haben und wenig oder dunkler Urin auftritt. Wenn Sie sich benommen fühlen oder Ihnen schwarz vor Augen wird, ist Ihr Kreislauf mit betroffen – ein Zeichen, dass Ihrem Körper Wasser fehlt und Sie dringend Flüssigkeit zuführen sollten
  • wenn Sie kurz vorher eine Fernreise gemacht haben
  • wenn kleine Kinder oder ältere Menschen betroffen sind
  • wenn Sie den Flüssigkeitsverlust z.B. wegen zu starker Übelkeit nicht über das Trinken ausgleichen können
Die Behandlung von Durchfall hat verschiedene Ziele: Der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust muss ausgeglichen werden, wenn möglich sollte die Ursache des Durchfalls beseitigt werden, außerdem können Sie die geschädigte Darmflora bei ihrem Aufbau unterstützen.

Flüssigkeit und Elektrolyte zuführen

Das größte Problem bei Durchfall ist der erhöhte Verlust von Wasser und Elektrolyten, also Salzen. Trinken Sie also viel, am besten zwei bis drei Liter täglich. Geeignete Getränke sind z.B. Tees (die in Schwarztee enthaltenen Gerbstoffe beruhigen außerdem die entzündete Darmschleimhaut) mit Zucker, Limonade oder Cola.

Sie haben Durchfall, weil Sie Stress oder Angst haben? Trinken Sie einen beruhigenden Tee, den Sie aus gleichen Teilen Kamillen- und Ringelblumenblüten und Himbeerblättern zubereiten. In Apotheken gibt es spezielle Elektrolytlösungen; Sie können sich ein solches Getränk aber auch selbst mischen aus fünf Teelöffeln Traubenzucker und einem halben Teelöffel Salz auf einen halben Liter Wasser.

Wenn Sie Appetit haben, knabbern Sie ein paar Salzstangen. Schleimsuppen sorgen ebenfalls für Flüssigkeit, sind leicht verdaulich und belasten die Darmschleimhaut nicht zusätzlich. Dafür kochen Sie Haferflocken, Reis oder Grieß mit etwas Wasser auf und verdünnen die Mischung dann, bis sie Suppenkonsistenz hat.

Medikamente gegen Durchfall

Loperamid hemmt die Darmmuskeltätigkeit und stoppt damit den Durchfall sofort. Allerdings wird so auch die Ausscheidung von Giften oder Krankheitserregern gehemmt. Deshalb sollten Sie dieses Mittel nicht länger als zwei Tage einnehmen. Tritt keine Besserung ein, suchen Sie bitte einen Arzt auf.

Andere Medikamente wie Perenterol® enthalten Hefe, die das Wachstum schädlicher Keime im Darm hemmt und hilft, die natürliche Darmflora wieder aufzubauen. Adsorbenzien wirken physikalisch: Sie binden gelöste Stoffe wie Gifte an sich und bekämpfen damit die Ursache des Durchfalls. Zu diesen Wirkstoffen gehören Aktivkohle, Kaolin sowie Siliziumdioxid.

Andere Präparate enthalten Gerbstoffe. Diese dichten die entzündete Darmschleimhaut ab und beruhigen sie. Gerbstoffe sind auch in schwarzem Tee und vielen Pflanzen enthalten. Antibiotika sollten nur dann angewendet werden, wenn die bakteriellen Erreger des Durchfalls bekannt sind. Nur so wird die ohnehin angegriffene Darmflora geschont. Meistens ist ein Einsatz von Antibiotika nicht nötig.

Bei Bauchkrämpfen kann Butylscopolamin helfen. Diesen Wirkstoff sollten Sie jedoch ohne ärztliche Anordnung nicht länger als einige Tage einnehmen.

Durchfall: Linderung durch Pflanzen

Aus Afrika kommt die Uzarawurzel, die Darmbewegungen hemmt und die Darmschleimhaut beruhigt. Andere pflanzliche Mittel sind Tormentill, Eichenrinde oder getrocknete Heidelbeeren, sie hemmen die Sekretion, enthalten Gerbstoffe und wirken zusammenziehend. Flohsamen und Pektine aus rohen Äpfeln (am besten den Apfel fein reiben) enthalten Quellstoffe, die Giftstoffe und Flüssigkeit binden. Präparate mit diesen Wirkstoffen erhalten Sie in der Apotheke Ihrer Wahl.

Durchfall-Behandlung mit Akupressur

Bei Durchfall kann auch Akupressur helfen. Dazu suchen Sie den Punkt "Milz 4" (Gong sun oder Enkel des Fürsten genannt) an der Innenkante Ihres Fußes. Er befindet sich etwa in der Mitte der Innenkante, dort wo die Haut ihre Farbe verändert. Drücken Sie etwa ein bis zwei Minuten so fest, wie Sie es aushalten, und wiederholen Sie die Behandlung bei Bedarf nach einer halben Stunde.

Lieber vorbeugen als behandeln

Viele lästige Durchfallerkrankungen lassen sich leicht vermeiden. Gegen Reisedurchfall hilft am besten "Cook it, peel it or leave it" (Nahrungsmittel kochen, schälen oder nicht essen). Achten Sie gerade bei Reisen in warme Länder darauf, woher Ihr Trinkwasser kommt: Trinken Sie entweder abgekochtes oder original verpacktes Wasser aus Flaschen (auch fürs Zähneputzen verwenden). Weitere Gefahrenquellen können Eiswürfel, rohe oder halb gegarte Speisen (besonders Meeresfrüchte, Fisch, Eier, Fleisch und Geflügel) sowie Soßen oder Salate sein.

Sollte in Ihrer Familie gerade ein Brechdurchfall "wüten", können Sie eine Ansteckung eventuell durch Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen, wie etwa Händewaschen mit einem viruswirksamen Antiseptikum, vermeiden. Achten Sie prinzipiell auf eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung, damit Ihre Darmflora immer in Topform ist.

Aktualisiert: 21.08.2019 – Autor: Nathalie Blanck

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