Zöliakie – Diagnose und Therapie

Backwaren – Zöliakie © istockphoto, viafilms

Berücksichtigt man sowohl die klassischen als auch die atypischen Formen, geht man mittlerweile davon aus, dass etwa 1 von 250 bis 500 Menschen an einer Empfindlichkeit gegenüber Gluten leiden. Davon weisen allerdings nur etwa 10 bis 20 Prozent die für Zöliakie typischen Symptome auf.

Zöliakie: Risikogruppen

Zöliakie wird häufig beobachtet bei:

Auch Verwandte 1. und 2. Grades sind häufiger betroffen als die Durchschnittsbevölkerung. Diese Personen sollten sich untersuchen lassen, insbesondere falls eines oder mehrere der typischen Zeichen auftreten.

Zöliakie-Patienten leiden gehäuft an einer Zuckerkrankheit Typ 1. Beiden Krankheiten liegen Fehler im Immunsystem zugrunde. Vermutlich führt eine genetische Glutenüberempfindlichkeit zu einer Kettenreaktion, in deren Folge Zellen des Immunsystem überreagieren und körpereigenes Gewebe angreifen (Autoimmunkrankheit). Werden bestimmte Zellen der Bauchspeicheldrüsen zerstört, entwickelt sich ein Insulinmangel und damit Diabetes.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Grundlage für die Diagnostik sind neben den klinischen Beschwerden der Nachweis von spezifischen Antikörpern (gegen Transglutaminase, Endomysium und Gliadin) im Blut und die Untersuchung einer Gewebeprobe der Dünndarmschleimhaut unter dem Mikroskop.

Die heute übliche endoskopische Dünndarmbiopsie ist ungefährlich und dauert nicht länger als 10 bis 15 Minuten. Dabei wird eine Kamerasonde über Mund, Speiseröhre und Magen in den Dünndarm geschoben, es werden mehrere Gewebeproben entnommen und anschließend mikroskopisch untersucht.

Der Antikörpertest kann eine Dünndarmbiopsie nicht ersetzen. Vor allem bei Kindern ist die sichere Diagnose durch die Biopsie wichtig, da sie bei positiver Diagnose ihr Leben lang glutenfrei essen müssen. Bessern sich die Symptome unter einer glutenfreien Diät, bestätigt das die Diagnose.

Fast alle Patienten zeigen typische Veränderung auf einem bestimmten Gen; da allerdings ein Viertel der Gesunden diese auch aufweist, taugt sie nicht zur Diagnosestellung, spricht aber beim Fehlen gegen eine Zöliakie.

Welche Therapie gibt es bei Zöliakie?

Die bisher einzige Behandlung ist der komplette, lebenslange Verzicht auf glutenhaltige Nahrungsmittel. Nur so kann sich die Dünndarmschleimhaut erholen und ihre Funktion zurückgewinnen. Schon bei kleinsten Mengen von Gluten treten jedoch erneut Schädigungen und Beschwerden auf.

In den meisten Fällen bessern sich bereits wenige Wochen nach der Ernährungsumstellung die Symptome und verschwinden dann ganz.

Kann Zöliakie vorgebeugt werden?

Noch ist nicht endgültig geklärt, warum bei einigen Menschen Zöliakie auftritt, aber es scheint an einer genetischen Veranlagung zu liegen. Die einzige derzeit empfohlene präventive Maßnahme ist, bei Kleinkindern unter sechs Monaten glutenhaltige Lebensmitteln zu vermeiden.

Nach der Diagnose von Zöliakie können durch eine konsequente Diät Folgekrankheiten verhindert werden.

Aktualisiert: 06.06.2019 – Autor: Dagmar Reiche

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