Erythrozyten: Was erhöhte und zu niedrige Werte bedeuten

Erythrozyten (rote Blutkörperchen) © Getty Images/SEBASTIAN KAULITZKI/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Die Erythrozyten werden auch rote Blutkörperchen genannt und gehören neben den Leukozyten und den Thrombozyten zu den wichtigsten Zellen in unserem Blut. Sie haben vielseitige Funktionen und machen den größten Anteil an den Blutzellen aus. Unter anderem transportieren sie das Hämoglobin und sind somit für die Sauerstoffversorgung des Gewebes im gesamten Körper zuständig. Ihre Anzahl im Blut lässt sich mit einem kleinen Blutbild bestimmen. Wie es zu erhöhten oder verringerten Erythrozyten-Werten kommt und welche Krankheiten und Symptome diese Veränderungen hervorrufen können, lesen Sie in diesem Artikel.

Was sind Erythrozyten?

Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sind rundliche flache Blutzellen mit einer zentralen Eindellung. Ihre rote Farbe erhalten sie durch den Farbstoff Hämoglobin, der im Blut vor allem die Funktion hat, Sauerstoff zu binden und transportieren. Die wichtigste Aufgabe der Erythrozyten ist also der Sauerstofftransport aus der Lunge in das Gewebe und die verschiedenen Organe sowie der Rücktransport von Kohlendioxid.

Da sie anders als alle anderen Zellen im Körper keinen Zellkern besitzen, können Erythrozyten keine Zellteilung betreiben und sich folglich nicht vermehren. So werden sie nach durchschnittlich 120 Tagen in Milz und Leber abgebaut und müssen kontinuierlich im Knochenmark neu gebildet werden.

Ein Erythrozyt hat eine Größe von circa 7,5 Mikrometern (µm) Durchmesser. Blut besteht zu circa 55 Prozent aus Blutplasma (Flüssigkeit) und zu circa 45 Prozent aus Blutzellen – gemessen wird dieser Anteil durch den Hämatokriten. Da die Erythrozyten über 99 Prozent der Blutzellen ausmachen, liegt ihre Anzahl im Körper eines durchschnittlichen Erwachsenen bei mehreren hundert Billionen.

Entstehung und Abbau von Erythrozyten

Da Erythrozyten nach circa 120 Tagen zugrundegehen und sich nicht selbst vermehren können, ist das Blut auf eine ständige Neubildung von roten Blutkörperchen angewiesen. Dieser Vorgang wird als Erythropoese bezeichnet und findet im Knochenmark statt. Er steht unter dem Einfluss des Hormons Erythropoietin (EPO).

Abgebaut werden die Erythrozyten in Leber, Milz und Knochenmark durch Fresszellen, sogenannte Makrophagen. Unter Stress kann sich ihre Lebensdauer weiter verkürzen.

Wann und wie werden die Erythrozyten gemessen?

Der Erythrozyten-Wert (Abkürzung: ERY oder RBC = red blood cells) wird routinemäßig mit dem kleinen Blutbild bestimmt. Der Blutwert lässt darauf schließen, wie gut der Körper mit Sauerstoff versorgt ist. Auch zur Diagnose einer Anämie (Blutarmut) oder bei Verdacht auf eine Polyglobulie (zu viele rote Blutkörperchen) wird der Laborwert erhoben.

Nach einer Blutentnahme kann der Erythrozyten-Wert im Labor mittels eines kleinen Blutbildes bestimmt werden. Die Messung erfolgt im Vollblut. Die Erythrozyten werden maschinell gezählt und bei Bedarf zusätzlich unter dem Mikroskop beurteilt.

Im großen Blutbild (Differentialblutbild) können darüber hinaus Farbe, Volumen oder Form der Erythrozyten sowie der Hämoglobingehalt mit den Werten MCH, MCV und MCHC bestimmt werden. Neben diesen drei Werten sind der Hämoglobin-Wert (Hb-Wert) und der Hämatokrit eng mit dem Erythrozyten-Wert verknüpft. Die Erythrozytenverteilungsbreite (EVB, RDW) zeigt außerdem an, wie unterschiedlich groß die Erythrozyten sind.

Darüber hinaus können auch die Erythrozyten im Urin bestimmt werden. Erhöhte Werte kommen vor allem in Zusammenhang mit Harnwegsinfekten vor.

Wie ist der normale Blutwert von Erythrozyten?

Der Normwert für Erythrozyten im Blut unterscheidet sich je nach Geschlecht. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Werte bei Männern und Frauen. Die Angabe erfolgt in Millionen Zellen pro Mikroliter (Mio./µl). Bitte beachten Sie, dass die Normwerte in Abhängigkeit vom jeweiligen Labor abweichen können.

Alter Geschlecht Normwert
1-5 Jahre alle 4,3-5,5 Mio./µl
6-11 Jahre alle 4,5-5,5 Mio./µl
12-16 Jahre weiblich 4,3-5,5 Mio./µl
12-16 Jahre männlich 4,8-5,7 Mio./µl
ab 17 Jahre weiblich 4,3-5,2 Mio./µl
ab 17 Jahre männlich 4,8-5,9 Mio./µl

Wie kommt es zu erhöhten Werten?

Eine erhöhte Anzahl an Erythrozyten (Erythrozytose, Polyglobulie) im Blut liegt vor, wenn die in der Tabelle aufgeführten Normwerte überschritten werden. Eine Polyglobulie kann durch verschiedene Umstände entstehen:

  • Sauerstoffmangel: Häufigste Ursache einer erhöhten Erythrozytenzahl ist ein Sauerstoffmangel. Dieser kann die Folge von äußeren oder auch inneren Einflüssen sein. Zu einem von außen bedingten Sauerstoffmangel kommt es beispielsweise durch einen Aufenthalt in großer Höhe. Da der Luftdruck und infolgedessen auch der Sauerstoffpartialdruck mit zunehmender Höhe abnehmen (zum Beispiel beim Bergsteigen), steht dem Blut weniger Sauerstoff zur Verfügung.
  • Kohlenmonoxidvergiftung: Während ein von außen bedingter Sauerstoffmangel oft zeitlich begrenzt ist und die Auswirkungen auf den Körper meist nur temporär sind, kann es durch eine Kohlenmonoxidvergiftung innerhalb von Minuten zu lebensgefährlichen Zuständen kommen. Da Hämoglobin mit einer 200- bis 300-fach höheren Vorliebe an Kohlenmonoxid bindet als an Sauerstoff, verdrängt das Kohlenmonoxid den Sauerstoff vom Hämoglobin. So kommt es zu einer Sauerstoffunterversorgung, die unbehandelt innerhalb von wenigen Minuten zum Tod führen kann ("inneres Ersticken").
  • Organische Krankheiten: Darüber hinaus kann die Ursache eines Sauerstoffmangels auch durch Funktionsstörungen und Defekte von Organen bedingt sein. Besonders Herz- und Lungenkrankheiten führen dazu, dass eine unzureichende Menge Blut durch den Körper gepumpt wird oder sich nicht genügend Sauerstoff in den Lungenbläschen anreichert.
    Durch den Sauerstoffmangel werden die Nieren und in geringem Maße die Leberzellen zur Bildung von Erythropoietin (EPO) angeregt. Infolgedessen werden im Knochenmark vermehrt Erythrozyten produziert. Dieser Effekt hält nur solange an, bis der Sauerstoffmangel überwunden ist. Dann verringert sich auch die EPO-Konzentration wieder und es werden weniger Erythrozyten produziert.
  • Rauchen: Auch das Rauchen kann zu erhöhten Erythrozyten-Werten führen, sodass es infolge des Tabakkonsums häufig zu einem Sauerstoffmangel im Gewebe kommt. Denn während bei Nichtrauchern nur circa ein Prozent der roten Blutkörperchen mit Kohlenmonoxid (CO) besetzt ist, sind es bei Rauchern bis zu 20 Prozent. Entsprechend weniger Sauerstoff kann transportiert werden. Der Körper versucht, dies über eine erhöhte Produktion von Erythrozyten auszugleichen, dies gelingt aber nur in unzureichendem Maß.
  • Tumoren: Auch verschiedene Tumoren können zu einer Polyglobulie führen. Dies kann entweder direkt oder über Zwischenstufen geschehen. Bei einem Knochenmarktumor (myoproliferative Neoplasie) werden neben anderen Blutbestandteilen – vor allem den Leukozyten (weißen Blutkörperchen) – auch zu viele Erythrozyten gebildet. Ein Nierentumor kann über die vermehrte Bildung von Erythropoietin (EPO) ebenfalls die Erythrozytenproduktion im Knochenmark anregen. Durch Genmutationen können verschiedene weitere Arten von wuchernden Erkrankungen auftreten.

Erythrozyten zu hoch – was tun?

Eine leicht erhöhte Erythrozytenkonzentration ist meist nicht gefährlich. Eine ausgeprägte Polyglobulie birgt allerdings verschiedene Risiken, sodass immer eine ärztliche Abklärung erforderlich ist. Denn da durch die erhöhte Zellzahl das Blut zunehmend zähflüssiger wird, kann es zu schwerwiegenden Durchblutungsstörungen kommen. So können gefährliche Thrombosen auftreten (Blutgerinnsel, die ein Blutgefäß verstopfen und den Blutfluss unterbrechen), auch ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt sind mögliche lebensbedrohende Folgen.

Bei nur zeitlich begrenzt erhöhten Werten, zum Beispiel infolge eines Höhenaufenthaltes, lässt sich die Ursache meist klar zuordnen. Die Werte können nach der Höhenexposition einige Wochen erhöht bleiben. Dann sollten sie jedoch wieder sinken.

Bei dauerhaft erhöhten Werten muss über eine Therapie mit regelmäßigen Aderlässen nachgedacht werden, um die Anzahl und das Volumen der Erythrozyten zu verringern. Zudem ist eine niedrigdosierte Gabe von Blutverdünnern zur Vorbeugung von Thrombosen (zum Beispiel ASS) sinnvoll, die im Verlauf der Therapie gegebenenfalls erhöht werden kann.

Meist reicht die Gabe von Blutverdünnern jedoch nicht aus, sodass zusätzlich eine Lebensstiländerung erforderlich ist. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung sowie eine großzügige Flüssigkeitszufuhr sind wichtig. Darüber hinaus sollte der Tabakkonsum eingeschränkt und im besten Fall komplett eingestellt werden. Auch der Koffeinkonsum sollte auf ein Minimum heruntergefahren werden. Zusätzlich ist ausreichend Bewegung mit Sport zu empfehlen.

Sollte die Ursache in einer Tumor- oder einer anderen organischen Erkrankung liegen, ist es umso wichtiger, diese möglichst schnell ärztlich zu behandeln und zu beseitigen. Eine Erythrozytose ist eine gefährliche Begleiterscheinung, die die Gefährlichkeit solcher Krankheiten deutlich erhöht.

Was bedeuten zu wenig Erythrozyten?

Sinkt die Erythrozytenzahl im Blut unter den entsprechenden Normwert, spricht man von einer Anämie ("Blutarmut"). Während es zum Beispiel während der Schwangerschaft normal ist, dass die Werte abfallen ("physiologische Anämie"), kann eine Anämie auch zusätzlich bei vielen Krankheiten auftreten. Außerdem kann die Ursache in einem Blutverlust, zum Beispiel durch eine Verletzung, oder in einer reduzierten Bildung im Knochenmark liegen.

Die Ursachen einer Anämie sind also sehr vielfältig, sodass eine ausführliche Blutuntersuchung erforderlich ist. Die entsprechenden Parameter werden in einem großen Blutbild bestimmt. Die gängigen Ursachen sind hier dargestellt:

Erhöhter Blutverlust:

  • bei sichtbaren, äußeren Verletzungen
  • infolge von Operationen oder nach der Geburt
  • durch starke Menstruationsblutung
  • durch innere Blutungen, häufig im Magen (Magengeschwüre) oder Darm
  • durch hämolytische Anämien (Zerstörung der Zellmembran und somit frühzeitiger Untergang der Erythrozyten)

Reduzierte Blutbildung:

Manchmal reicht das Blutbild allein zur Diagnostik nicht aus. Bei einem Verdacht auf eine innere Blutung, die meist im Magen oder im Darm liegt, ist eine Magenspiegelung (Gastroskopie) oder eine Darmspiegelung (Koloskopie) erforderlich. Innere Blutungen sind besonders tückisch, da sie oft lange unbemerkt bleiben und sich nur diffus in einem zunehmenden Schwächegefühl äußern. Bis sie entdeckt werden, ist die betroffene Person häufig bereits in einer schlechten körperlichen Verfassung. Eine entsprechend schnelle Therapie ist umso wichtiger. Durch den Blutverlust kommt es zusätzlich zum Eisenmangel, sodass eine ausreichende Neubildung der roten Blutzellen oft nicht gewährleistet ist.

Neben Krebs kommen auch Krankheiten des rheumatischen Formenkreises ("Rheuma") als Ursache einer Anämie infrage. Außerdem kann eine verkürzte Lebensdauer von Erythrozyten die Folge von Infektionen sein.

Was tun bei einem zu niedrigen Wert der Erythrozyten?

Mithilfe der Blutuntersuchung und durch Einbeziehung begleitender Symptome lässt sich die Ursache eines Erythrozytenmangels häufig leicht feststellen. Die Therapie richtet sich nach dem jeweiligen Auslöser. Bei einem Vitamin- oder Eisenmangel muss die fehlende Substanz entweder in Tablettenform oder intravenös verabreicht werden. Bei einem besonders ausgeprägten Eisenmangel kann auch eine Bluttransfusion nötig sein. Liegt die Ursache in einem Tumor oder in einem erhöhten Blutverlust, ist eine zügige Behandlung der Ursache erforderlich.

Wenn ein Eisenmangel ursächlich für die Anämie ist, kann zusätzlich auch eine veränderte Ernährung zu einer Erhöhung des Eisenspiegels und somit zu einer vermehrten Erythrozytenzahl beitragen. Dafür sollten vermehrt eisenreiche Lebensmittel konsumiert werden. Das sind beispielsweise Fleisch, insbesondere Leber, Haferflocken, Weizenkleie oder grünes Gemüse wie Mangold.

Auch eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C und Vitamin B12 ist wichtig, da beide nachweislich die Eisenaufnahme fördern.

Wie viele Erythrozyten im Urin sind normal?

Ein geringfügiger Verlust von Erythrozyten über den Urin von bis zu 100 Millionen pro Liter Urin ist normal. Dieser Wert kann durch eine Urinprobe bei dem*der Hausarzt*Hausärztin oder auch bei dem*der Urolog*in ermittelt werden. Die Normalwerte können je nach Labor etwas unterschiedlich angesetzt sein.

Wann sind die Erythrozyten im Urin erhöht?

Sollte dieser Wert deutlich überschritten werden, kann es sich um eine Entzündung der ableitenden Harnwege, allerdings auch um ernsthaftere Erkrankungen wie zum Beispiel einen Tumor handeln.

Eine Unterscheidung der Ursache ist in geringem Maße über die Leukozytenzahl möglich. Denn wenn die Leukozyten und Erythrozyten im Urin erhöht sind, handelt es sich wahrscheinlich um eine Blasen- oder Nierenentzündung. Ist die Leukozytenzahl unverändert, ist eine Entzündung unwahrscheinlich und es muss zusätzlich auf Blasen- oder Nierenkrebs untersucht werden. Auch eine Autoimmunerkrankung, zum Beispiel Lupus erythematodes, kann Blut im Urin bewirken. Eine erhöhte Erythrozytenzahl lässt sich häufig durch eine blutrote Färbung des Urins mit bloßem Auge erkennen. Zur Diagnose ist eine urologische Untersuchung erforderlich.

Was tun gegen erhöhte Erythrozyten im Urin?

Steht die Ursache der erhöhten Erythrozytenzahl im Urin fest, ist eine gezielte Behandlung möglich. Liegt die Ursache in einer Blasenentzündung oder Nierenbeckenentzündung, kann symptomatisch oder antibiotisch behandelt werden. Sind die Nierenkörperchen entzündet (Glomerulonephritis), können Immunsuppressiva verwendet werden, die das Immunsystem für eine bestimmte Zeit unterdrücken. Diese Medikamente, zum Beispiel Glucocorticoide oder Ciclosporin, wirken auch gegen Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes.

Wenn bestimmte Medikamente zu Blut im Urin führen, sollten diese wenn möglich nach ärztlicher Rücksprache abgesetzt werden oder durch besser verträgliche ersetzt werden.

Welche weiteren Parameter im Blutbild sind von Interesse?

Neben der Angabe der Erythrozytenkonzentration gibt es weitere Werte im Blutbild, die mit den Erythrozyten im Zusammenhang stehen. Sie geben Aufschluss über die Funktionsfähigkeit der Erythrozyten, also ihre Fähigkeit des Sauerstofftransports im Blut. MCH, MCV und MCHC gelten als die wichtigen "Erythrozyten-Indices" in der Blutdiagnostik.

  • MCH (mittlerer korpuskulärer Hämoglobingehalt) = durchschnittlicher Hämoglobingehalt pro Erythrozyt
  • MCV (mittleres korpuskuläres Volumen) = durchschnittliches Volumen pro Erythrozyt
  • MCHC (mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration) = durchschnittliche Hämoglobinkonzentration in den Erythrozyten, also der Anteil des Hämoglobins an der Gesamtmasse aller Erythrozyten

Folgende Werte gelten bei Erwachsenen als normal:

Blutwert Normwert
MCV 80-96 fl (Femtoliter)
MCH 28-33 pg (Pikogramm) Hämoglobin pro Erythrozyt
MCHC 330-360 g/l (Gramm pro Liter Blut)

Veränderungen der einzelnen Parameter geben Aufschluss auf die zugrundeliegende Ursache.

  • Ist das MCV erhöht, liegt meist ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure zugrunde. In der Folge sind die einzelnen Erythrozyten vergrößert (megaloblastäre Anämie), allerdings ist die Gesamtzahl verringert und sie werden frühzeitig abgebaut. Ist das MCV verringert, handelt es sich meist um einen Eisenmangel. Auch eine Tumorerkrankung oder eine genetisch bedingte Blutarmut (Thalassämie) kommen als Ursache infrage.
  • Ein erhöhtes MCH weist ebenfalls auf eine Anämie durch einen Folsäure- oder Vitamin-B12-Mangel oder einen vermehrten Abbau von Erythrozyten (Hämolyse) hin. Zu niedrige MCH-Werte sind Zeichen einer durch Kupfer- oder Vitamin-B6-Mangel ausgelösten Anämie.
  • Erhöhtes MCHC kommt vor bei der Kugelzellanämie, einer angeborenen Form von Blutarmut, verringerte MCHC-Werte sind typisch für Eisen- und Kupfermangel oder auch einen Mangel an Vitamin B6.

Sind sowohl der MCH-Wert als auch der MCV-Wert vermindert, liegt eine hypochrome mikrozytäre Anämie vor. Die Erythrozyten sind im Blutbild verkleinert (mikrozytär) und nur schwach gefärbt (hypochrom). Das kann ein Hinweis auf einen Eisenmangel sein.

Aktualisiert: 19.04.2021 - Autor: Andreas Willett, Student der Humanmedizin

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