Wurmerkrankungen auf Reisen - Saug- und Spulwürmer

Saugwürmer in stehenden Gewässern

Besonders gefährlich ist die Bilharziose: Sie wird übertragen von Saugwürmern, auch Schistosomen (Egel) genannt; diese leben in stehenden Gewässern Asiens, Afrikas, Zentral- sowie Südamerikas und können schon durch kurz dauernden Kontakt übertragen werden. Nach Schätzungen der WHO sind weltweit über 200 Millionen Menschen betroffen. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg erklärt, dass Bilharziose nur dort auftreten kann, wo die Zwischenwirte der Erreger, das sind bestimmte Süßwasserschnecken, vorkommen. Der Mensch infiziert sich an den Ufern von Binnengewässern, durch die Larven, die in die Haut eindringen können. Hier kommt es zu einem Hautausschlag.

Über das Lymph- und Blutsystem sowie die Lunge gelangen die Larven in die Leber, wo sie innerhalb von etwa sechs Wochen zu geschlechtsreifen Würmern heranwachsen. Sie siedeln sich dann je nach der Art der Erreger in den Blutgefäßen des Darmtrakts oder der Harnwege an, um ihre Eier zu produzieren, die wiederum Entzündungen, Blutungen und Gewebeschäden verursachen.

Etwa 20 bis 60 Tage nach der Infektion kann es zu Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Husten, Leber-, Milz- und Lymphknotenschwellungen kommen, meist verschwinden diese Symptome nach einigen Wochen, jedoch wurden auch schwerste Verläufe mit Todesfolge bekannt. Nach etwa sechs Monaten bis zu mehreren Jahren nach der Infektion beginnt das chronische Stadium.

Organschäden nach Wurmbefall

Bei geringem Wurmbefall kommt es meistens nur zu leichten Beschwerden. Bei massiver Verwurmung können dagegen organspezifische Beschwerden auftreten. Die Darmbilharziose kann sich durch Mattigkeit, Gewichtsverlust, Verdauungsstörungen, Leibschmerzen und blutig-schleimige Durchfälle äußern.

Die Leberbilharziose ist die schwerste Form: Der Leber- und Milzschwellung folgt ein Blutstau mit Wassereinlagerung in den Bauch und Anschwellen von Venen in der Bauchhaut und der Speiseröhre. Das Platzen der Venen führt zu lebensgefährlichem Blutverlust.

Die Blasenbilharziose kann verschiedenartige Beschwerden im Bereich der Blase und der ableitenden Harnwege verursachen, in Spätstadien ist der Urin häufig blutig. Die bekannteste Komplikation ist der Blasenkrebs. Die Diagnose wird mit Hilfe von spezialisierten Laboratorien gestellt. Bei einer frühzeitigen Behandlung mit Medikamenten heilt die Bilharziose richtig aus.

Spulwürmer sehr häufig

In den Tropen und warmen Regionen Europas leben die 15 bis 40 Zentimeter langen, weißen Spulwürmer: Die Eier dieses Parasiten finden sich im Stuhl, im Klärschlamm oder auch auf gedüngtem Gemüse. Mit der Nahrung gelangen sie in den Körper. Sie lassen sich im Dünndarm nieder, ihre Maden durchbohren die Darmwand und kommen mit dem Blutstrom ins Herz, danach in die Lungen.

Der Spulwurmbefall gehört zu den häufigsten Infektionen mit Darmwürmern - Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation besagen, dass rund ein Viertel der Weltbevölkerung betroffen ist. Es gibt allergische Reaktionen und Bronchitis, wenn Wurmmaden die Lungen passieren.

Beschwerden im Darm treten erst bei starkem Befall auf: Koliken, Übelkeit, Unterernährung und Blutarmut. Selten führt ein Spulwurmknäuel zu einem Dünndarmverschluss. Mit dem Stuhl ausgeschiedene Eier bleiben bei günstigen Bedingungen über Monate hinweg entwicklungsfähig. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es indessen nicht. Rund zwei Monate nach der Infektion lassen sich die Eier im Stuhl nachweisen.

Ein Befall mit Spulwürmern wird mit Mebendazol behandelt, einem Arzneimittel, das gegen eine Vielzahl von Wurmarten wirkt. Mebendazol tötet die Würmer ab, wobei die Behandlung drei Tage dauert.

Aktualisiert: 13.02.2017 - Autor: bo

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