Zwei Phasen der Methode Montignac

Messung des Bauchumfangs nach Montignac-Diät © istockphoto, FotoDuets

Die Montignac Methode ist in zwei Phasen gegliedert. In Phase eins soll zunächst einmal das Gewicht reduziert werden. Dabei dürfen ausschließlich Lebensmittel mit niedrigem Glyx Index zu sich genommen werden. Kartoffeln, Reis sowie Nudeln sind tabu. „Gute“ Kohlenhydrate mit einem Glyx Index zwischen 35 und 50 sollten nicht mit Fett kombiniert werden, während es für Fette und Proteine allein keine Beschränkungen gibt. Obst ist erlaubt, nur auf starken Kaffee und Alkohol sollte verzichtet werden. Auch fordert Michel Montignac zum Essen ohne Stress und Zeitdruck auf.

Methode Montignac: Abnehmen und Erholung

Neben dem Abnehmen soll auch eine Erholung der Insulin produzierenden Bauchspeicheldrüse erreicht werden. Diese ist laut Michel Montignac bei vielen Menschen, vor allem in den Industrieländern, überbeansprucht. Die Länge von Phase eins einer Montignac-Diät hängt von jedem selbst ab und richtet sich danach, wann erste Erfolge beim Abnehmen zu verzeichnen sind.

Die zweite Phase der Diät dient zur Stabilisierung des Körpergewichts nach dem ersten Abnehmen. Zwar sollen die neuen Gewohnheiten der Ernährung beibehalten und möglichst nur „gute“ Kohlenhydrate zu sich genommen werden. Aber der Verzehr von Kartoffeln ist hin und wieder erlaubt, wenn er sich mit besonders Diät günstigen Lebensmitteln während der gleichen Mahlzeit ausgleicht.

Montignac-Diät: Wissenschaftler skeptisch

Obwohl alle Nahrungsmittel gegessen werden können, sieht die Montignac Methode nach Ansicht vieler Ernährungswissenschaftler zu viel Fett und zu viel Eiweiß vor. Der Proteinanteil liegt zehn Prozent über dem empfohlenen Wert von 20 Prozent, was über längere Zeit eine Schädigung der Niere zur Folge haben kann. Bei bekannten Nierenkrankheiten sollte daher in jedem Fall vor dem Beginn der Montignac-Diät ein Arzt konsultiert werden.

Auch der Fettanteil ist mit 30 Prozent relativ hoch, während der Kohlenhydratanteil nur bei 40 Prozent und damit deutlich unter den bis empfohlenen 50 bis 60 Prozent „normaler“ Mischkost liegt. Der glykämische Index sollte nach Ansicht von Medizinern nicht isoliert betrachtet werden, da unterschiedliche Einflüsse eine Änderung des Blutzuckerspiegels bewirken können und dieser ohnehin individuell unterschiedlich ist.

Hinzukommt, dass die meisten Lebensmittel gar nicht isoliert gegessen werden, sondern kombiniert mit anderen. Diese Kombination mehrerer Lebensmittel verändert auch den Glyx Index. Die einzelnen Werte können nicht einfach addiert werden, was der Montignac Methode kritisch vorzuhalten ist.

Zudem kritisieren Wissenschaftler, dass dem Glyx Index eine zu große Bedeutung beigemessen werde. Die meisten Ernährungswissenschaftler vertreten die Meinung, dass neben Kohlenhydraten auch Fett und Eiweiß eine Rolle bei der Gewichtszunahme spielen, ebenso die Kalorienzahl. Wird am Ende eine negative Energiebilanz ausgewiesen, wurden mehr Kalorien verbrannt als aufgenommen. Erst dadurch sei eine Gewichtsreduktion zu erreichen.

Aktualisiert: 19.10.2016 – Autor: Astrid Zehbe

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