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Was alles in Schwefel steckt

Schwefel in Ei und Parmesan © Dana Tentis

Schwefel ist ein Mineralstoff, der bereits seit dem Altertum bekannt ist. Er spielt eine Rolle im Eiweißstoffwechsel und bei der Entgiftung; ein Überschuss im Körper kann jedoch Probleme verursachen. Der Stoff ist in vielen eiweißreichen Nahrungsmitteln enthalten. Welche Lebensmittel Schwefel enthalten und welche Rolle er für unsere Gesundheit spielt, erfahren Sie hier.

Schwefel im Körper

Schwefel hat verschiedene Funktionen im menschlichen Körper: Er ist in Aminosäuren enthalten, aus denen körpereigene Eiweiße hergestellt werden. Schwefelhaltige Aminosäuren sind wichtig für gesunde Sehnen, Knochen, Knorpel und Muskeln. Zudem ist Schwefel ein wichtiger Bestandteil von Bindegewebe.

Besonders schwefelreich sind Haare und Nägel.

Schwefel entgiftet

Schwefel kommt zudem in mehreren Substanzen des menschlichen Körpers vor: zum Beispiel im – die Blutgerinnung hemmenden – Heparin und im Coenzym A, das für die Energiegewinnung in den Zellen unentbehrlich ist. Darüber hinaus ist Schwefel ein Bestandteil von Insulin.

Außerdem spielen die Salze der Schwefelsäuren (Sulfate) eine Rolle bei der Entgiftung – schädliche Stoffe wie Alkohol werden daran gebunden und mit dem Urin ausgeschieden.

Wie viel Schwefel benötigen wir?

Schwefel zählt zu den sogenannten Mengenelementen, also den Mineralstoffen, von denen der Mensch (im Gegensatz zu den Spurenelementen) mehr als 50 Milligramm pro Tag benötigt. Er kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Der Anteil an Schwefel im Körper ist 40 Mal höher als der Anteil an Eisen. Dies zeigt, wie wichtig ausreichende Mengen Schwefel für die Gesundheit sind.

Da Schwefel jedoch normalerweise in ausreichender Menge über die Nahrung aufgenommen wird, existieren keine Angaben für eine empfohlene tägliche Zufuhr. 

Zufuhr von Schwefel über die Nahrung

Schwefel kommt in den meisten eiweißhaltigen Lebensmitteln vor, da zwei häufige Aminosäuren (Zystin, Methionin) schwefelhaltig sind. Unter anderem steckt er in den folgenden Lebensmitteln:

  • Käse (Parmesan)
  • Krabben
  • Matjeshering
  • Brathähnchen
  • Schweinebraten
  • Hühnerei
  • Geröstete Erdnüsse

Sind Mangelerscheinungen möglich?

Schwefel ist in praktisch jedem Nahrungsmittel vorhanden, sodass Mangelerscheinungen bei vernünftiger Ernährung bei Erwachsenen nicht zu erwarten sind. Nahrungsergänzungsmittel mit Schwefel sind daher nicht erforderlich.

Überdosierung von Schwefel

Zu einem Überschuss von Schwefel kommt es eventuell, wenn große Mengen an schwefelhaltigen Speisen oder mit Schwefelverbindungen haltbar gemachten Lebensmitteln gegessen werden. Dies kann die Aktivität einiger Enzyme hemmen.

Manche Menschen reagieren jedoch bereits auf kleine Mengen von Schwefeldioxid mit Kopfschmerzen, aber auch Übelkeit, Völlegefühl oder Durchfall. Auch Unverträglichkeiten oder allergische Reaktionen bis hin zu Asthmaanfällen können auftreten.

Besonderes über Schwefel

Schwefeldioxid zerstört Vitamin B1 und Biotin. Wird es gleichzeitig mit dem Spurenelement Molybdän (vor allem in Innereien, Getreide) aufgenommen, bilden diese beiden Substanzen zusammen mit Kupfer unlösliche Verbindungen – mit der möglichen Folge eines Kupfermangels.

Schon im späten Mittelalter wurden Schwefelverbindungen verwendet, um Nahrungsmittel haltbar zu machen. Auch heute noch werden Schwefeldioxid (schweflige Säure, E 220) und dessen Salze, die Sulfite (E 221–228), als Antioxidations- und Konservierungsmittel eingesetzt – zum Beispiel bei Trockenobst, Wein, Fruchtsäften oder Kartoffelgerichten.

Schwefel ist schon lange für seine heilenden Eigenschaften bekannt. So wird er vor allem als Zusatz in Bädern oder Präparaten zur äußerlichen Anwendung bei Hauterkrankungen wie der Schuppenflechte und bei Gelenkbeschwerden eingesetzt. In der Naturheilkunde werden schwefelhaltige Aminosäuren eingesetzt, um mit Schwermetallen Komplexe zu bilden und damit den Körper zu entgiften.

Quelle:

Der Brockhaus Ernährung. Mannheim; 3. Auflage, 2008.

Aktualisiert: 13.09.2019 – Autor: Dagmar Reiche

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