Ernährung während der Schwangerschaft

Schwangere Frau beim Essen © istockphoto, GlobalStock

Eine wesentliche Grundvoraussetzung für unproblematischen Schwangerschaftsverlauf bei Mutter und Kind ist die angepasste Ernährung. Nicht nur die ausreichende Versorgung mit Kalorien ist wichtig, sondern auch die richtige Zusammensetzung der Nährstoffe. Sie ermöglichen eine normale Entwicklung des heranwachsenden Kindes und vermindern gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Missbildungen. Ebenso kann die Schwangere durch richtige Ernährungsweise Mangelerscheinungen verhindern. Folgende Empfehlungen tragen nach letzten Erkenntnissen aus der Forschung dazu bei, das Risiko fehlerhafter Ernährung zu minimieren.

Energiebedarf während der Schwangerschaft

Nicht nur das Wachstum des Kindes sondern auch die Größenzunahme und die Versorgung der für die Schwangerschaft und Stillzeit notwendigen Organe wie Plazenta (Mutterkuchen), Uterus (Gebärmutter) oder Brustdrüsengewebe lassen den Energiebedarf ansteigen. Allerdings sollte man den zusätzlichen Energieverbrauch nicht überschätzen. Der Devise für Zwei zu Essen sollte man nicht folgen. Als Richtlinie sollte man von einem zusätzlichem Energiebedarf von ungefähr 300 kcal/Tag ab dem vierten Schwangerschaftsmonat ausgehen.

Süßigkeiten möglichst vermeiden

Grundsätzlich gelten die selben Empfehlungen bezüglich der anteilsmäßigen Zusammensetzung der Nahrung wie ausserhalb der Schwangerschaft. Gewissen Umständen sollten werdende Mütter jedoch vermehrt Beachtung schenken. Die Deckung des Kalorienbedarfes sollte hauptsächlich (zu 55 Prozent) durch Kohlenhydrate erfolgen. Achten Sie besonders darauf, dass Sie diese in Form von vitaminreichen Lebensmitteln (Vollkornbrot, Vollkornreis, Kartoffeln, Gemüse und Obst) zu sich nehmen. Die Zufuhr "leerer", zuckerreicher Kalorien (Süssigkeiten) sollte auf maximal 10 Prozent der gesamten Kohlenhydratzufuhr reduziert werden.

Eier, Fleisch, Fisch, Geflügel und Milchprodukte sind wichtig

Eiweiße (Proteine) sind unentbehrliche Baustoffe für den kindlichen Organismus und für die Anpassung mütterlicher Organe an die Schwangerschaft. Die verschiedenen Eiweißquellen enthalten jedoch auch unterschiedliche Zusammensetzungen der Aminosäuren (Eiweißbausteine). Die Höhe der Wertigkeit von Proteinen richtet sich nach deren Verwertbarkeit durch den menschlichen Organismus. Besonders wertvoll sind Eiweiße, die in ihrer Zusammensetzung dem Bedarf optimal entsprechen. Eier, Fleisch, Fisch, Geflügel und Milchprodukte sind deshalb hochwertige Eiweißlieferanten, auf die während der Schwangerschaft nicht verzichtet werden sollte.

Pflanzliche Proteinquellen lassen sich durch Kombination (z.B. Hülsenfrüchte mit Getreide) in ihrer Wertigkeit verbessern. Unter der Berücksichtigung, dass eine größere Menge für die Deckung des Proteinbedarfes notwendig ist, stellen pflanzliche Produkte (besonders in Kombination mit tierischen Produkten) geeignete Nahrungsmittel dar, zumal sie auch weitere wertvolle Stoffe enthalten.

Auf zu viele Fette verzichten

Besonders während der Schwangerschaft ist auf die Zufuhr qualitativ hochwertiger, essentieller Fettsäuren zu achten. Ungesättigte Fettsäuren sind in pflanzlichen Ölen (Distelöl, Maiskeimöl, Sonnenblumenöl) sowie in Fisch und Krustentieren enthalten. Allgemein sollte der Fettanteil in der Nahrung jedoch gering gehalten werden, da dieser hauptverantwortlich ist für unerwünschte Gewichtszunahmen während der Schwangerschaft .

Erhöhter Bedarf an Mineralstoffen

Bei den Mineralstoffen besteht ein vermehrter Bedarf an Kalzium, Jod, Eisen und Zink. Eine erhöhte Zufuhr von Fluor und Magnesium ist nicht nötig, aber empfehlenswert. Fluor sorgt für die Kariesprophylaxe. Magnesium vermindert das Auftreten von vorzeitigen Wehen und Wadenkrämpfen. Der Kalziumbedarf steigt während der Schwangerschaft von 1 mg auf 1,2 mg täglich. Werden nicht genügend Milch- und Milchprodukte aufgenommen, können Mangelerscheinungen auftreten. Deshalb ist die zusätzliche Aufnahme von Kalziumpräparaten sinnvoll.

Der Eisenbedarf steigt während der Schwangerschaft auf das doppelte (von normal 15 mg auf 30 mg täglich). Da die optimale Aufnahme von Eisen besonders durch den Verzehr von reichlich Muskelfleisch erfolgt, ist auch hier eine Substitution mit Eisenpräparaten empfehlenswert. Dies insbesondere dann, wenn tierische Produkte lediglich in eingeschränkten Mengen eingenommen werden.

Mineralstoffe: Jod in Tablettenform empfehlenswert

Jodmangel war in der Vergangenheit für zum Teil schwerwiegende Entwicklungsstörungen (Kretinismus) bei Neugeborenen verantwortlich. Auch heute noch sind Jodmangelerscheinungen im Rahmen einer Schwangerschaft bei Mutter und Kind nicht selten. Vergrößerte Schilddrüsen (Struma) können Komplikationen im späteren Leben zur Folge haben (Schilddrüsen-Funktionsstörungen, Entwicklungsstörungen und Stoffwechselprobleme). Die nachgeburtlichen Untersuchungen decken zwar auffälligen Jodmangel auf, trotzdem ist die zusätzliche Aufnahme von Jod in Tablettenform für jede Schwangere empfehlenswert. Die Zufuhr durch jodiertes Salz und Fisch kann den Bedarf nämlich häufig nicht ganz decken.

Mineralstoff Prozentualer Mehrbedarf Empfohlene Gesamtzufuhr
Eisen 100 % 30 mg
Magnesium 33 % 400 mg
Zink 25 % 15 mg
Kalzium 20 % 1200 mg
Jod 15 % 230 µg

Aktualisiert: 19.08.2014

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