Atrophia

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  • Atro|phia

  • Synonyme: -phie

  • Englischer Begriff: atrophy; atrophia

Gewebsschwund infolge Mangelernährung der Gewebe bei mangelndem Substratangebot bzw. mangelhafter Zufuhr u./oder Substratverwertungsstörung, d.h. allgemein bei Störung des Gleichgewichts zwischen auf- u. abbauenden Stoffwechselprozessen (Anabolismus bzw. Katabolismus) zugunsten der Letzteren. Entweder als einfache A., d.h. Größenminderung der Zellen bei gleich bleibender Zellzahl als Folge des Überwiegens des Abbaustoffwechsels; evtl. als degenerative A., d.h. mit gleichzeitigen Veränderungen der Zellstrukturen; oder – weitgehend – als numerische A., d.h. als Abnahme der Zellzahl infolge ungenügenden Zellersatzes. Als physiologische A. im Verlauf von Entwicklungs-, Altersveränderungen, z.B. als Thymusinvolution bzw. Altersinvolution (u.a. der Geschlechtsdrüsen); die Alters-A. wie auch die A. bei bestimmten Krankheiten gehen evtl. unter gleichzeitiger Pigment-, v.a. Lipofuscinablagerung vonstatten (braune A.). Die A. ist entweder allgemein (universelle A.), z.B. als Hungeratrophie, bei zehrenden Krankheiten, als Simmonds-Kachexie sowie als Säuglingsatrophie, oder sie ist begrenzt (lokale A.), z.B. infolge Minderbeanspruchung (als Inaktivitätsatrophie oder funktionelle A.), bei Störungen der Blutversorgung (vaskuläre A.; z.B. bei Arteriosklerose, als Druckatrophie) u./oder Erkrankung der organversorgenden Nerven (neurogene A.; s.a. Sudeck-Dystrophie). Sie führt zu äußerlich erkennbaren Organveränderungen (z.B. als granuläre A.), Formänderung (infolge Parenchymersatzes durch Binde- oder Fettgewebe). S.a. Leber-, Muskelatrophie etc. u. nachfolgende Begriffe.

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