Eiweißelektrophorese

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  • Eiweiß|elektro|phorese

  • Englischer Begriff: protein electrophoresis

Abbildung

nach dem Prinzip der Elektrophorese durchgeführte Auftrennung eines Eiweißgemisches (meist Serum, aber auch Urin, Liquor u. andere Körperflüssigkeiten) auf einem Träger (Filterpapier, Celluloseacetat u. -nitrat, Stärke, Agar, Polyacrylamidgel), der mit einer Pufferlösung (meist pH 8,6) getränkt ist, aber auch als trägerfreie Elektrophorese. In einer feuchten Kammer wird eine konstante elektr. Gleichspannung für eine bestimmte Trennzeit angelegt, in der die Proteine von der Auftragsstelle aus entsprechend ihrer Ladung (s.a. isoelektrischer Punkt) u. damit ihrer elektrophoretischen Beweglichkeit (Wanderungsgeschwindigkeit) entlang einer Trennstrecke von der Kathode (–) zur Anode (+) wandern (auf Abb. von re. nach li.). Präalbumin u. Albumin (IEP = 4,7) laufen am schnellsten, gefolgt von α1-, α2-, β1- u. β2-Globulin; Gamma(γ)-Globuline (IEP = 5,8–7,3) wandern besonders langsam oder werden durch gegenläufig wirksame Kräfte (Elektroendosmose) zur Kathode gezogen. Nach erfolgter Färbung der Proteine wird das gewonnene Elektropherogramm durch Extinktionsmessung in eine Kurve übertragen (Abb.), deren Anteile angegeben werden bzw. nach Eiweißbestimmung in Konzentration (g/l) umgerechnet werden können. Veränderungen der Kurve (Werte) ergeben sich bei Nierenerkrankungen, Entzündungen, Tumoren, Gammopathien, Antikörpermangelsyndrom u.a.m. Weitergehende Untersuchungen: Immunoelektrophorese, Lipoproteinelektrophorese, s.a. Plasmaproteine.

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