Elektromyographie

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  • Elektro|myo|graphie

  • Synonyme: EMG (Abk.)

  • Englischer Begriff: electromyography

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die Registrierung der bioelektrischen Aktivität der Muskulatur als Elektromyogramm, i.d.R. durch Insertion von Nadelelektroden („Nadelmyographie“). Dargestellt werden die Ruheaktivität u. das Aktivitätsmuster bei verschiedenen Stärkegraden von Willkürinnervation. In Ruhe werden im gesunden Muskel als physiologische Spontanaktivität gefunden: Einstichaktivität, Endplattenpotentiale sowie (endplattennah) Endplattenrauschen, außerdem einzelne Fibrillationspotentiale (s.a. Abb.). Bei geringer Willkürinnervation werden Form, Dauer u. Amplitude der je nach Innervationsrate des untersuchten Muskels sehr verschieden konfigurierten Aktionspotentiale (Potentiale motorischer Einheiten) analysiert, bei zunehmender Innervationsstärke deren Rekrutierung (das Hinzutreten weiterer Aktionspotentiale) u. die Entladungsfrequenz der bereits arbeitenden Aktionspotentiale. Bei Maximalinnervation wird ein dichtes Interferenzmuster erzielt. – Bei Erkrankungen u. Schädigungen der Muskulatur (z.B. Myopathie, Myositis) u. des peripheren Nervensystems (z.B. Polyneuropathie, Nervenwurzelkompression, Poliomyelitis) können in Ruhe charakteristische pathologische Spontanaktivität (v.a. Fibrillationspotentiale, positive scharfe Wellen [s.a. Abb.], bizarre hochfrequente u. myotone Entladungen) sowie Veränderungen des Willküraktivitätsmusters (Deformierung u./oder Störung der Rekrutierung von Aktionspotentialen) auftreten. Dadurch können myogene u. neurogene Prozesse identifiziert u. hinsichtlich Lokalisation, Ausmaß, Akuität, Dauer u. Prognose beurteilt werden.

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