Epstein-Barr-Virus

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Epstein
  • E.-Barr-Virus

  • Synonyme: EB-Virus (Abk.); EBV (Abk.)

  • Englischer Begriff: Epstein-Barr virus

  • Biogr.: Michael Anthony E.; Yvonne M. B., brit. Virologin

Abbildung

humanes Herpesvirus Typ 4 (HHV-4), erstmals 1964 aus einem Burkitt-Lymphom (Lymphosarkom bei afrikan. Kindern) isoliert. Virusart der Gattung Lymphocryptovirus (s. Abb.) mit den 2 Subtypen A u. B. Vorkommen u. Infektion: Viren weltweit beim Menschen verbreitet; Durchseuchung der Bevölkerung 90–95%. Parenterale (Blut, Spenderorgane) u. Kontakt-Übertragung (Speichel). Primärinfektion im Kindesalter bleibt in der Regel asymptomatisch, im Adoleszenten- u. jungen Erwachsenenalter führt sie in ca. 50% nach Inkubationszeit von 7–21 Tagen zur Primärerkrankung (Mononucleosis infectiosa). Virus verbleibt latent in B-Lymphozyten u. Epithelzellen der Speicheldrüsen, Tonsillen u. des Pharynx (Latenz). Virusreaktivierung in der Regel asymptomatisch. Lymphotropes EBV induziert Lymphozytenproliferation, die durch gesundes Immunsystem gestoppt wird (benigne Lymphozytenproliferation der selbstlimitierenden infektiösen Mononukleose). Kann bei Immunsuppression zu chronisch infektiöser Mononukleose führen, ferner Assoziation mit polyklonalen lymphoproliferativen Erkrankungenen, X-Chromosomen-gebundener lymphoproliferativer Erkrankung (XLP, Duncan-Syndrom), oraler Haarzellleukoplakie (bei AIDS); wahrscheinlich ätiologischer Kofaktor bei Burkitt-Lymphom, Schmincke-Tumor (Lymphoepitheliom, v.a. in Asien), immunoblastischem B-Zell-Lymphom bei Immunsupprimierten.

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