Fettsäuren

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  • Fett|säuren

  • Synonyme: FS (Abk.)

  • Englischer Begriff: fatty acids [saturated; unsaturated; essential]

die nach ihrem Vorkommen in Fetten benannten Säuren. Als gesättigte F. sind es aliphatische Monocarbonsäuren der allgemeinen Formel CnH2n+1–COOH (n = Anzahl der Kohlenstoffatome ohne das C der Carboxylgruppe); z.B. die Essig-, Butter-, Palmitin-, Stearinsäure (die beiden Letzteren als C15- bzw. C17-Säuren). Als ungesättigte F. mit der allgemeinen Formel CnH2n–1,3,5–COOH; sie werden unterschieden als einfach, doppelt (= Diensäuren) oder dreifach (= Triensäuren) bis mehrfach ungesättigte F. (z.B. die Ölsäure bzw. Linolsäure bzw. Linolensäure bzw. Arachidonsäure [eine Tetraensäure]); einige der ungesättigten F. sind essentielle F. (= EFA [A für acids] = Vitamin F = Vitagene), v.a. eine Linolsäure u. die Arachidonsäure; diese werden vom Säugetierorganismus nicht synthetisiert, u. ihr Fehlen in der Nahrung hat Mangelerscheinungen zur Folge, da sie Bestandteil von Phospholipiden sind u. Prostaglandin-Vorstufen sowie Substanzen der Zellmembran darstellen u. auch für den Mitochondrienstoffwechsel notwendig sind. Als Empfehlung für die Zufuhr von Nahrungsfetten gilt, dass je ein Drittel gesättigte, einfach ungesättigte u. mehrfach ungesättigte F. enthalten sein sollten. – Als natürliche F. sind es v.a. unverzweigte F. mit gerader Zahl an Kohlenstoffatomen u. mit cis-Konfiguration, z.B. in Fetten (s.a. Triglyceride) u. Wachsen sowie – v.a. als ungesättigte F. – in Phosphatiden, Cholesterinestern, aber auch (methyl)verzweigte F., z.B. in Frauenmilch, Wollwachsen, Lipiden von Mykobakterien, oder Hydroxy-F., z.B. in Cerebrosiden; im Körper durch Fettabbau oder durch Fettsäurebiosynthese gebildete F. werden – proteingebunden – im Blut transportiert, von Leber- u. Fettgewebszellen aufgenommen; sie dienen als Energiequelle u. als Bausteine für die Fett- u. Lipoidbiosynthese; die Normalwerte betragen im Serum 240–420 (davon ca. 3 bis max. 10% unverestert), Blut 290–420, Galle ca. 270 mg/100 ml (davon 0,3% unverestert). Mit dem Stuhl werden ca. 4 g/24 Std. ausgeschieden. Der Serumspiegel ist durch Insulin (Senkung), durch Adrenalin, Corticotropin, Glucagon u. das Wachstumshormon (Erhöhung) sowie über den Kohlenhydratstoffwechsel beeinflussbar. – Technisch gewonnene F. (bzw. ihre Salze = Seifen) dienen als Konservierungs-, Desinfektionsmittel (insbes. die langkettigen u. 2fach ungesättigten). – analyt Die Bestimmung erfolgt titri-, oxidi-, kolori- oder photometrisch u. durch (Gas-)Chromatographie, durch Ultraviolett-Spektrophotometrie.

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