Guillain-Barré-Syndrom

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Guillain
  • G.-Barré-Syndrom

  • Synonyme: GBS (Abk.); akute Poly(neuro)radikulitis

  • Englischer Begriff: Guillain-Barré syndrome

eine Polyradikulitis, meist als Polyneuritis nach Infektionen mit Campylobacter jejuni, Zytomegalie-Virus, Epstein-Barr-Virus, Varicella-Zoster-Virus oder Mykoplasmen. Klinik: aufsteigende motorische Lähmung (einschließlich der unteren Hirnnerven), Parästhesien, ziehende Schmerzen, autonome Störungen mit Gefahr des Herzstillstands. Unterschieden werden folgende Varianten: 1) chronisch inflammatorische Polyneuropathie (CIDP) mit segmentaler Demyelinisierung bei chronischem Verlauf, 2) Fisher-Syndrom, 3) Polyneuritis cranialis mit symmetrischen Hirnnervenausfällen, 4) Radiculitis sacralis (Elsberg-Krankheit) mit Dysästhesien im Sakralbereich u. Blasenstörungen, evtl. auch mit motorischen Lähmungen bei lumbalem Befall, 5) multifokale motorische Neuropathie mit asymmetrischer Muskelschwäche, Reflexausfall, elektrophysiologisch nachweisbaren isolierten Leitungsblöcken u. Antikörpern gegen GM1-Ganglioside, 6) akute Pan-Dysautonomie mit ausschließlichem Befall des vegetativen Nervensystems. Diagn.: hohes Gesamteiweiß, Liquor bei normaler Zellzahl („dissociation albumino-cytologique“), Elektrophysiologie: Zeichen der Demyelinisierung. Ther.: Immunglobuline oder Plasmapherese.

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