Hirnblutung

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  • Hirn|blutung

  • Synonyme: intrazerebrale Blutung

  • Englischer Begriff: (intra)cerebral hemorrhage

aus den Hirngefäßen in das Gehirn oder dessen Ventrikelsystem erfolgende Blutung. – I.w.S. jede innerhalb des Schädels (intrakraniell) erfolgende Blutung (z.B. als sub- oder epidurales Hämatom, Sinus pericranii, hämorrhagischer Hirninfarkt). Ätiol.: entweder durch Diapedese (z.B. bei Schock, Asphyxie, hämorrhagischer Diathese) oder – v.a. als Massenblutung – nach Zerreißung von Blutgefäßen (Rhexisblutung), z.B. bei Hypertonie (hypertone Massenblutung), Verletzung, Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose, Angiitis, Sinusthrombose, Hirnaneurysma, bei Hirntumor. Bei Neugeborenen v.a. traumatisch oder bei Asphyxie; besonders gefährdet sind Frühgeborene vor der 32. SSW in Verbindung mit perinatalen Risikofaktoren sowie bei Komplikationen der Frühgeborenen-Intensivpflege. Patho.: führt zu Hirngewebsuntergang, evtl. zu sekundärem Einbruch in Hirnventrikel (mit Ventrikeltamponade) und in den Subarachnoidalraum u. die Zisternen (Haematocephalus internus u. externus) sowie zu Hirndruck. Verläuft vielfach als Apoplexie, evtl. als Spätapoplexie. Wird, wenn nicht tödlich, abgeräumt u. resorbiert sowie organisiert (Narbenbildung, evtl. Zystenbildung) u. kann sekundär zum Hydrocephalus führen. Ther.: Operationsindikation besteht 1) bei Kleinhirnblutung mit Entwicklung eines Hydrocephalus, 2) bei Temporallappenblutung mit Gefahr der Einklemmung sowie 3) bei Subarachnoidalblutung infolge eines rupturierten Hirnarterienaneurysmas; bei Hirndrucksteigerung kommen eine Trepanation sowie eine temporäre Hypothermie in Frage.

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