Hirnstammsyndrome

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  • Hirn|stamm|syndrome

  • Englischer Begriff: brain stem syndromes

Tabelle

bei uneinheitlicher Abgrenzung des Hirnstammbegriffs Symptomkombinationen, zu denen meistens Hirnnervenausfälle gehören. Es ist meistens eine topographische Zuordnung zur Medulla oblongata, dem Pons oder dem Mittelhirn möglich. Andererseits kommt es durch Läsionen der durchziehenden Bahnen zu lokalisatorisch weniger verwertbaren Symptomen wie kontralaterale Halbseitenlähmung durch Läsion der weiter kaudal kreuzenden Pyramidenbahn (Hemiplegia alternans), bei Schädigung innerhalb der Pyramidenbahnkreuzung (s.a. Hemiplegia cruciata). Charakteristisch für Läsionen der Medulla oblongata sind: Bulbärparalyse, Wallenberg- u.andere alternierende Syndrome, Einklemmung im Tentoriumschlitz. Für Schädigung der Brücke: Foville-, Millard-Gubler-Syndrom, horizontale Blicklähmungen. Für Mittelhirnläsionen: Weber-, Benedikt- u. Parinaud-Syndrom, internukleäre Ophthalmoplegie, vertikale Blicklähmungen, verschiedene Formen von Nystagmus. Bei ausgedehnten, schweren Schädigungen bzw. funktioneller Trennung von Hirnstamm u. -rinde treten primitive Hirnstammreflexe auf, es kommt zum apallischen Syndrom oder Hirntod (s.a. Tab.). – Weitere H. sind das Avellis-, Babinski-Nageotte-, Brissaud-, Cestan-Chenais-, Claude-, Gasperini-, Jackson-, Nothnagel-, Raymond-, Raymond-Cestan-, Tapia- u. Pons-Syndrom sowie das Syndrom der Kaudalverschiebung des Hirnstamms. S.a. Bulbärparalyse, Enthirnungsstarre.

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