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  • Adaptatio 1)
    Adaptatio
    • 1)

    • Englischer Begriff: adaptation

    • Fach: Physiologie

    die physische oder psychische, aktive oder passive, vorübergehende oder dauernde Anpassung eines Organismus/Organs an veränderte Bedingungen oder Reize (z.B. Stress); auch die Anpassung i.S. der „Gewöhnung“. In der Neurophysiologie das Abklingen einer Erregung bei Dauerreizung (mit Abnahme der Frequenz der Spikes) als Anpassung (i.S. einer „Neueinstellung“) des betreffenden Sinnessystems an veränderte Reizqualitäten; ein komplexes Geschehen unter Beteiligung von Rezeptoren u. zentralen Neuronenkreisen; z.B. als A. des Auges. – Die A. peripherer Nerven u. Muskeln an Dauerreize durch Erhöhung der Reizschwelle wird als Akkommodation bezeichnet (Nernst).

    • A. des Auges   Abbildung
      die Anpassung des Gesichtssinnes an verschiedene Leuchtdichteverhältnisse... (mehr)
    • A., postnatale
      die Anpassung der Organfunktionen des Neugeborenen an die Anforderungen... (mehr)
  • Adaptatio 2)
    Adaptatio
    • 2)

    • Fach: Chirurgie

    das anpassend-ausgleichende Aneinanderbringen von Wundrändern als Voraussetzung eines guten Nahtverschlusses; auch das anatomiegerechte Aneinanderlagern von Knochenfragmenten bei der stabilen Osteosynthese („Adaptationsosteosynthese“).

  • Adaptation des Auges
    Adaptatio  >  Adaptatio 1)
    • A. des Auges

    • Englischer Begriff: light a.

    Abbildung

    die Anpassung des Gesichtssinnes an verschiedene Leuchtdichteverhältnisse (als Sofort- u. als Dauer-A.), vollzogen durch Änderung der Pupillenweite, Übergang vom Zapfensehen auf das Stäbchensehen u. umgekehrt („Empfindlichkeitsänderung der Netzhaut“); die Hell-A. sehr schnell, die Dunkel-A. langsamer (frühestens nach 25 Min.); der Adaptationsbereich umfasst Leuchtdichten von 10–10–10–7 (Dämmerung), 10–7–10–4 (Zwielicht), 10–4–10–1 (Tageslicht) bzw. 10–1–10–2 cd/cm2 (Blendung); die Adaptabilität ist u.a. vom Vitaminhaushalt (β-Carotin, A, B2) abhängig. – Die sog. chromatische A. („Farbstimmung“ des Auges) bewirkt, dass bei farbiger Beleuchtung u. bei Anw. farbiger Augengläser die Farben richtig erkannt werden („physiologische Farbenkonstanz“).

  • Adaptation, postnatale
    Adaptatio  >  Adaptatio 1)
    • A., postnatale

    • Englischer Begriff: postnatal a.

    die Anpassung der Organfunktionen des Neugeborenen an die Anforderungen des extrauterinen Lebens, erstrangig die unter Umstellung vom fetalen Kreislauf auf extrauterine Verhältnisse erfolgende Aufnahme der Atmung.

  • Adaptationskrankheit
    • Ad|aptations|krankheit

    • Synonyme: Adaptinose

    • Englischer Begriff: adaptation disease

    Krankheit, die im Anschluss an eine Stress-Situation als Folge einer „Entgleisung“ der Vorgänge der Anpassung (Adaptationssyndrom) auftritt (z.B. Addison-, Simmonds-Syndrom).

  • Adaptationssyndrom
    • Ad|aptations|syndrom

    • Synonyme: Selye-Syndrom; allgemeines Anpassungssyndrom; AAS (Abk.)

    • Englischer Begriff: general adaptation syndrome

    Bez. für die reaktiven Anpassungsvorgänge des Organismus auf starke Reizeinwirkungen (Stressor). Die Anpassung geschieht über Regelungsmechanismen des Zwischenhirns, des Hypophysenvorderlappens u. der Nebennierenrinde durch Hormonausschüttung: „adaptive Hormone“ des Zwischenhirn-Hypophysen-Systems (CRF bzw. ACTH u. STH u. Prolactin), antiphlogistische u. prophlogistische Corticoide der NNR. Allgemeinreaktionen v.a. bestimmt durch Nebennierenrindenaktivität, Ablauf erfolgt in drei Stadien: 1) Alarmreaktion: mit Schocksymptomen u. deren teilweiser Rückbildung in der „Gegenschock-Phase“ (= beginnende Adaptation); 2) Stadium der Resistenz: Abwehrstadium mit voller Adaptation, gekennzeichnet durch Eosinopenie, polymorphkernige Leukozytose, thymolymphatische Involution u. Anpassung der Bindegewebsreaktion; 3) Stadium der Erschöpfung: das (evtl. tödliche) Zusammenbrechen der Adaptation durch Versagen der Nebennierenrinde bei fehlender Heilung in Stadium 2 infolge zu schwerer oder zu lange anhaltender Reizeinwirkung. Abgrenzung zu Stress ist fließend.

  • adaptiert
    • ad|aptiert

    durch Adaptation bewirkt; angepasst (auch qualitativ; z.B. adapt. Milch).

  • Adaptinose
  • adaptiv
    • ad|aptiv

    • Englischer Begriff: adapted; modified

    zu Anpassung = Adap(ta)tion führend.

  • Adaptometrie
    • Ad|apto|metrie

    • Synonyme: Nyktometrie

    • Englischer Begriff: adaptometry

    • Fach: Ophthalmologie

    apparative Messung der Dunkeladaptation der Augen (nach vorangehender Helladaptation) durch Ermittlung u. Aufzeichnung („Adaptationskurve“) der geringsten Lichtempfindlichkeit in bestimmten Zeitabständen.

  • adäquat
    • ad|äquat

    • Englischer Begriff: adequate

    angemessen, entsprechend, spezifisch zugehörig; z.B. a. Reiz (der für den Rezeptor eines Sinnesorgans spezifische, d.h. natürliche Reiz, der über den Rezeptor mit relativ geringem Energieaufwand die spezifische Erregung hervorruft).

  • ADC
    • ADC

    Abk. für Adenylatcyclase.

  • ADCC
    • ADCC

    • Synonyme: Abk. für antibody-dependent cellular cytotoxicity

    • Etymol.: engl.

    Antikörper-abhängige (AK-vermittelte) zelluläre Zytotoxizität.

  • ADD
    • Etymol.: engl.

    Abk. für average daily dose.

  • adde
    • adde

    • Synonyme: add. (Abk.)

    • Etymol.: latein.

    • Englischer Begriff: add

    • Fach: Pharmazie

    „füge hinzu!“

  • Addis-Hamburger-Count
    • Addis(-Hamburger)-Count

    • Etymol.: engl.

    quantitative Abschätzung der zellulären Bestandteile des Harnsediments einer bestimmten Sammelperiode, gestützt auf das Ergebnis verschiedener (Blut-)Zählkammermethoden (ursprünglich auf Werte im 8- oder 12-Std.-Harn-Zentrifugat); als 24-Std.-Normwerte gelten: 100 000–1 Mio. Erythrozyten, 500 000–2 Mio. Leukozyten, 2000 hyaline Zylinder. Zur Diagnostik u. Verlaufsbeurteilung von (Pyelo-)Nephritiden, Harnsteinleiden (Provokation z.B. durch Treppensteigen).

  • Addison
    • Addison

    • Biogr.: Thomas A., 1793–1860, Arzt, London

  • Addison Krise
    Addison
    • A.-Krise

    • Englischer Begriff: addisonian crisis

    s.u. Addison-Krankheit.

  • Addison-Anämie
    Addison
    • A.-Anämie

    • Englischer Begriff: Addison's anemia

    Anämie, perniziöse.

  • Addison-Krankheit
    Addison
    • A.-Krankheit

    • Englischer Begriff: A.'s disease

    primäre Niebennierenrinden-(NNR-)Insuffizienz mit Ausfall der Cortisol- u. Aldosteronsekretion u. resultierender Hypersekretion von ACTH, verbunden mit einer Aktivierung des Renin-Angiotensin-Systems. Ätiol.: meist durch Autoimmunadrenalitis, auch im Rahmen der Autoimmunopathie Typ I und II, bei erworbenem Immundefektsyndrom AIDS, Tumoren, Hämochromatose u.a. Ursachen. Klinik: meist schleichende Ausbildung der NNR-Insuffizienz, welche durch zusätzliche Erkrankungen oder Stress dekompensiert (A.-Krise). Symptome der chron. NNR-Insuffizienz sind Schwäche, Müdigkeit, Leistungsinsuffizienz, gastrointestinale Beschwerden, Gewichtsverlust, Dehydratation, Hyperpigmentation von Haut u. Schleimhäuten (induziert durch das ACTH-kosezernierte Peptid alpha-MSH; „Bronzehaut-Krankheit“), Hypotonie (syst. ≤ 100 mmHg), Hypovolämie (Tachykardie, Arrhythmien), Hypoglykämien, Azidose, Salzhunger. Die akute NNR-Insuffizienz (A.-Krise) bei totalem Ausfall der NNR-Funktion stellt eine lebensbedrohliche Situation mit Dehydratation, Hypotonie u. Schock auch als Folge des akuten Mineralocorticoidmangels dar. Diagn.: Hyponatriämie, Hypochloridämie, Hyperkaliämie, Hypermagnesiämie, Hypovolämie, metab. Azidose; erniedrigter Cortisolspiegel im Blut, erniedrigte Ausscheidung des freien Cortisols im Urin, erniedrigter Androgenspiegel bei Frauen, erhöhter ACTH-Spiegel, fehlender oder verminderter Cortisolanstieg im ACTH-Test. DD: Es müssen v.a. andere Ursachen der NNR-Insuff., der Muskelschwäche u. der Hyperpigmentierung ausgeschlossen werden. Ther.: bei der chron. NNR-Insuffizienz lebenslange Substitution von Cortisol u. evtl. Mineralocorticoiden; Anpassung der Dosierung in Belastungssituationen. Die A.-Krise erfordert intensivmed. Überwachung mit raschem Ausgleich der Dehydratation u. Glucocorticoidsubstitution.

  • Addisonismus
    • Addiso|nismus

    • Englischer Begriff: addisonism

    veraltet für konstitutionelle Schwäche. Kann heute durch exakte Analytik von der Nebennierenrindeninsuffizienz unterschieden werden.

  • additiv
    • ad|ditiv

    • Englischer Begriff: additive

    auf Addition (Summation) beruhend.

  • additive Hormontherapie
    additiv
    • add. Hormontherapie

    s.u. Hormontherapie.

  • additiver Synergismus
    additiv
    • add. Synergismus

    • Englischer Begriff: a. synergism

    • Fach: Pharmazie

    Wirkungsintensivierung durch Summation der Einzeleffekte; s.a. Potenzierung.

  • Adductor
    • Ad|ductor

    • Synonyme: Adduktor

    • Englischer Begriff: adductor

    Abbildung

    Adduktion bewirkender Muskel, Musculus adductor; v.a. die Muskeln der „Adduktorengruppe des Beines“ (s. Abb.).

  • Adduktion
    • Ad|duktion

    • Englischer Begriff: adduction

    Heranführen eines Körperteils an die Körper- bzw. Gliedmaßenachse (an den 3-achsigen Kugelgelenken die Hauptbewegung um die sagittale = dorsoventrale Hauptachse); ophth Einwärtsdrehen des Augapfels aus der Grundstellung (durch den M. rectus medialis).

  • Adduktionsfraktur
    • Ad|duktions|fraktur

    • Englischer Begriff: adduction fracture

    Knochenbruch mit Verschiebung des distalen Fragments i.S. der Dislocatio ad axim in Adduktionsstellung; z.B. als Knöchelbruch.

  • Adduktionskontraktur
    • Ad|duktions|kon|traktur

    • Englischer Begriff: adduction contracture

    Kontraktur (s.a. Gelenkkontraktur) mit Achsenabweichung i.S. von Adduktion u. eingeschränkter Abduktion.

  • Adduktoren-Outletsyndrom
    • Adduktoren-Outlet|syndrom

    Einengung im Adduktorenkanal durch den Musculus adductor magnus, die die Arterie (A. femoralis), die Vene und den Nerv betrifft u. zu Intimaverletzungen führen kann, wodurch Thrombosen ausgelöst werden können.

  • Adduktorenkanal
    • Ad|duktoren|kanal

    Canalis adductorius.

  • Adduktorenlähmung
    • Ad|duktoren|lähmung

    • Englischer Begriff: paralysis of the adductor muscles; adductor paralysis

    Lähmung adduzierender Muskeln (Adductor); laryng Ausfall der Stimmritzen- = Glottisschließmuskeln (M. arytenoideus obliquus u. M. a. transversus, M. cricoarytenoideus lateralis). Führt zu anhaltender Inspirationsstellung der Stimmritze u. Stimmschwäche.

  • Adduktorenreflex
    • Ad|duktoren|reflex

    • Englischer Begriff: adductor reflex

    Adduktion nach Schlag gegen den medialen Epikondylus des Femurs bzw. Humerus; am Bein evtl. auch „gekreuzt“ (Balduzzi-Reflex; ein Pyramidenbahnzeichen).

  • Adduktorenspasmus
    • Ad|duktoren|spasmus

    • Englischer Begriff: adductor spasm

    vermehrte anhaltende Spannung der Beinadduktoren (Musculus adductor), meist als Folge perinataler Hirnschädigung (Little-Syndrom); aneinander gepresste Knie u. Oberschenkel (evtl. sogar Überkreuzung), Innenrotation der Beine.

  • Ade

      Symbol für Adenin.

    • Adefovir-Dipivoxil
      • Englischer Begriff: adefovir dipivoxil

      ein ursprünglich für die HIV-Ther. entwickeltes Nukleotid-Analogon; Wirkung: hemmt die HBV-DNA-Polymerase (wichtig für die Replikation des Hepatitis-B-Virus im Körper) u. senkt dadurch die Viruslast; Anw. bei chronischer Hepatitis B; NW: Kopfschmerzen, Asthenie, Pharyngitis u. Bauchschmerzen, in hoher Dosierung (zur HIV-Ther.) Nierenfunktionsstörungen.

    • Adelmann-Operation
      • Adelmann-Operation

      • Biogr.: Georg Fr. Bl. A., 1811–1888, Chirurg, Dorpat

      Entfernung des Metakarpalköpfchens I oder Amputation eines Fingers im distalen Matacarpale zum Lückenschluss nach Verlust eines der Finger II–IV mit dem Resultat einer „Handverschmälerung“.

    • Adelomyzeten
      • Ade|lo|myzeten

      Fungi imperfecti.

    • Ademetionin
      • Englischer Begriff: ademetionine

      ein Antirheumatikum; Antiphlogistikum.

    • Adenin
      • Adenin

      • Synonyme: Ade, A (Abk.)

      • Englischer Begriff: adenine

      die natürliche Purinbase „6-Aminopurin“; Baustein des Nucleosids Adenosin (u. damit der Nucleinsäuren), in Adenosinphosphaten u. -antibiotika; auch frei vorkommend (in Pflanzen, Sekreten, Exkreten). Wird durch Adenin-desaminase (= Adenase) zu Hypoxanthin u. Ammoniak hydrolysiert.

    • Adenitis
      • Adenitis

      • Englischer Begriff: adenitis

      „Drüsenentzündung“, z.B. als Sialoadenitis (Speicheldrüsenentzündung). – s.a. Lymphadenitis.

    • Adeno-assoziierte Viren
      • Synonyme: AAV (Abk.)

      DNA-haltige Viren, die mit Adenoviren zusammen fieberhafte Infektionen verursachen können. Ohne die Helferfunktion der Adenoviren (oder Herpesviren) bleibt die Infektion latent.

    • Adenoakanthom
      • Adeno|akanthom

      • Englischer Begriff: adenoacanthoma

      ein Adenokarzinom (z.B. des Endometriums) mit soliden, plattenepithelartigen Zellinseln, die selbst keine Anaplasie zeigen (im Unterschied zum adenosquamösen Karzinom, Adenokankroid).

    • Adenofibroma
      • Adeno|fi|brom(a)

      • Englischer Begriff: adenofibroma

      gutartiger Mischtumor mit epithelialem (meist drüsigem) u. mesenchymalem (fibromatösem) Anteil, Fibroadenom.

    • Adenofibromatosis
      • Adeno|fibromatosis

      • Englischer Begriff: adenofibromatosis

      multiples Vorkommen von Adenofibromen.

    • Adenographie
      • Adeno|graphie

      • Englischer Begriff: adenography

      Röntgenkontrastdarstellung von Drüsen (z.B. Mammographie), Drüsengängen (z.B. Pankreatographie).

    • Adenohypophyse
      • Adeno|hypo|physe

      • Synonyme: Adenohypophysis

      • Englischer Begriff: adenohypophysis; anterior pituitary

      der Hypophysenvorderlappen (Lobus anterior = der ektodermale, der Mundbucht entstammende, hormonaktive Teil der Hypophyse).

    • adenoid
      • adeno|id

      • Synonyme: adenoides

      • Englischer Begriff: adenoid

      drüsenähnlich; i.w.S. lymphknotenähnlich, lymphoid.

    • Adenoide
      • Adeno|ide

      • Englischer Begriff: adenoids

      Tonsilla pharyngea.

    • adenoides Syndrom
      • adenoides Syndrom

      • Synonyme: Adenoidismus

      • Englischer Begriff: adenoidism

      der „adenoide Habitus“ bei Rachenmandelhyperplasie: „stumpfer“ Gesichtsausdruck (Facies adenoidea) mit krankhafter Mundatmung, spröden Lippen, Zahnfleischentzündung, Neigung zu Katarrhen der Atemwege.

    • Adenoiditis
      • Adeno|iditis

      • Synonyme: Angina retronasalis

      • Englischer Begriff: adenoiditis

      s.u. Angina tonsillaris.

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