Medizin-Lexikon: Einträge mit "H"

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  • Hinterdarm

      der hintere Abschnitt des Primitivdarms. Erstreckt sich vom Mitteldarm bis zur Kloakenmembran und wird von der A. mesenterica versorgt. Aus dem H. entwickeln sich die linken Kolonabschnitte, das Rektum u. ein Teil des Urogenitalsystems.

    • Hintergrundbelastung
      • Hinter|grund|belastung

      die Konzentration eines Schadstoffes im Blut oder Urin, die im Bevölkerungsquerschnitt bei Personen ohne erkennbaren Kontakt mit dem Schadstoff vorhanden ist; Begriff aus der Umweltmedizin.

    • Hinterhaupt
      • Hinter|haupt

      Occiput; s.a. Okzipital...

    • Hinterhauptslage
      • Hinter|haupts|lage

      • Synonyme: HHL (Abk.)

      • Englischer Begriff: vertex presentation

      • Fach: Geburtshilfe

      Abbildung

      Schädellage, bei der das Hinterhaupt „führt“. Meist als vordere (dorsoanteriore = regelrechte HHL; der Rücken ist nach vorn gerichtet, der Kopfaustritt erfolgt als reine Streckbewegung, die kleine Fontanelle ist Führungspunkt, die Nackenhaargrenze ist Drehpunkt, u. das Planum suboccipitobregmaticum ist der größte Durchtrittsumfang; s.a. Abb.). Selten als hintere (dorsoposteriore HHL; mit kleiner Fontanelle bis Scheitelgegend als Führungspunkt; geburtsprognostisch ungünstig).

    • Hinterhauptslappen
      • Hinter|haupts|lappen

      • Englischer Begriff: occipital lobe

      Lobus occipitalis.

    • Hinterhirn
      • Hinter|hirn

      Metencephalon.

    • Hinterhorn
      • Hinter|horn

      • Fach: Anatomie

      • 1)
        H. des Rückenmarks, Cornu posterius substantiae griseae... (mehr)
      • 2)
        H. des Seitenventrikels des Gehirns (Cornu posterius ventriculi lateralis)... (mehr)
    • Hinterhorn 1)
      Hinterhorn
      • 1)

      H. des Rückenmarks, Cornu posterius substantiae griseae.

    • Hinterhorn 2)
      Hinterhorn
      • 2)

      • Englischer Begriff: posterior horn

      H. des Seitenventrikels des Gehirns (Cornu posterius ventriculi lateralis).

    • Hinterhorn-Syndrom
      • Hinter|horn-Syndrom

      • Englischer Begriff: posterior horn syndrome

      segmentale, evtl. handschuh-, strumpfförmig begrenzte dissoziierte Empfindungsstörungen, Parästhesien, trophische Störungen sowie Herabsetzung von Muskeltonus u. Eigenreflexen als Folge einer gleichseitigen herdförmigen Schädigung des Hinterhorns des Rückenmarks.

    • Hintersäule
      • Hinter|säule

      • Fach: Anatomie

      Columna posterior (des Rückenmarks).

    • Hinterscheitelbeineinstellung
      • hintere Scheitel|bein|einstellung

      • Fach: Geburtshilfe

      Asynklitismus, hinterer.

    • Hinterstrang
      • Hinter|strang

      • Englischer Begriff: posterior bundle

      Funiculus posterior (des Rückenmarks); enthält u.a. im Edinger-Feld das zugehörige Grundbündel sowie am Übergang in die Medulla oblongata den Goll- u. den Burdach-Kern.

    • Hinterstrangläsionen
      • Hinterstrang|läsionen

      • Englischer Begriff: posterior column lesions

      Störungen komplexer sensibler Leistungen infolge von Erkrankungen mit Affektion der Hinterstränge (Funiculi posteriores). Ätiol.: v.a. funikuläre Myelose (Spinalerkrankung), Tabes dorsalis. Klinik: ausgeprägte Störung der Tiefensensibilität, spinale Ataxie; distale oder querschnittsförmige Hypästhesie u. -algesie.

    • Hinterwandinfarkt
      • Hinter|wand|infarkt

      • Englischer Begriff: posterior myocardial infarction

      Herzinfarkt der hinteren Wandbereiche der linken Herzkammer (= posteriorer Myokardinfarkt [dorsal bzw. inferior = diaphragmal]) durch Verschluss/Verengung des Ramus interventricularis posterior der rechten, seltener des R. circumflexus der linken Herzkranzschlagader. EKG: Infarktzeichen in Ableitung III, meist II, aVF, V6–9, D (Nehb).

    • Hinterwurzel
      • Hinter|wurzel

      • Synonyme: Radix dorsalis

      • Englischer Begriff: dorsal root of spinal nerves

      die von den Fila radicularia radicis dorsalis gebildete hintere, im Dienste der Sensibilität stehende Spinalnervenwurzel (zwischen Hinterhorn u. Spinalganglion). Enthält afferente u. viszeroafferente Fasern der Spinalganglien (für die somatische bzw. viszerale Sensibilität). Schädigung führt zu Hinter|wurzel|syndrom (Schmerzen u. Parästhesien im Innervationsbereich des entsprechenden Rückenmarksegmentes, evtl. auch Abschwächung örtlicher Eigenreflexe).

    • Hinton-Test
      • Hinton-Test

      • Englischer Begriff: Hinton test

      (1927) Klärungsreaktion zum Nachweis flockender Syphilis-Reagine.

    • Hiob-Syndrom
      • Etymol.: benannt nach Hiob, dem stillen Dulder

      • Englischer Begriff: Job's syndrome

      möglicherweise autosomal-dominant vererbtes Granulozytendefektsyndrom mit erhöhter Anfälligkeit gegen Eitererreger, v.a. Staphylokokken u. Candida, die in Form von rezidivierenden „kalten“ Abszessen u. Granulomen in Haut, Lymphknoten, Lungen, Leber zum Ausdruck kommt. Anstelle protektiver IgG-Antikörper werden IgE gegen Staphylococcus aureus oder Candida gebildet, die sich an Mastzellen binden u. bei Antigenkontakt eine Histaminfreisetzung bewirken. Es besteht ein NADPH-Mangel, das Cytochrom b 245 fehlt, IgE im Serum stark erhöht.

    • Hippel-Lindau-Czermak-Syndrom
      • (v.-)Hippel-Lindau(-Czermak)-Syndrom

      • Englischer Begriff: v. Hippel-Lindau syndrome; cerebroretinal angiomatosis

      • Biogr.: Eugen v. H., 1867–1939, Augenarzt, Göttingen; Arvid V. L.; Wilhelm Cz., 1856–1906, Augenarzt, Innsbruck, Prag

      Abbildung

      (1903) angeborene, autosomal-dominant erbliche Angiomatose der Netzhaut des Auges (s. Abb.), häufig auch weiterer Anteile des Zentralnervensystems (v.a. des Kleinhirns u. Rückenmarks). Klinik: oft kombiniert mit Angiomen (Naevus flammeus), Zysten in Nieren, Pankreas u. Leber, Hypernephrom, Phäochromozytom, Leberkavernom. Symptome je nach Lokalisation verschieden; v.a. Hinterkopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Bewusstseins-, Seh- u. Gangstörungen, Kleinhirn- u. Hirndruckzeichen. S.a. Phakomatose.

    • Hippocampus
      • Hippo|campus

      • Synonyme: Hippokampus; Ammonshorn

      sichelförmig gekrümmter (Seepferdchen-ähnlicher) Längswulst am Boden des Unterhorns des Seitenventrikels des Gehirns als Teil des Gyrus parahippocampalis. Unterteilt in Pes, Alveus u. Fimbria hippocampi. Wird zusammen mit dem Gyrus dentatus auch „Hippokampusformation“ genannt. Sitz des Riechzentrums der Hirnrinde, hat eine zentrale Funktion innerhalb des limbischen Systems.

    • Hippocampus minor
    • Hippokrates
      • Hippokra(te)s

      um 460 v. Chr. auf der Insel Kos geborener, um 370 v. Chr. in Larissa gestorbener griechischer Arzt, der – als Gründer der „Schule von Kos“ – die Medizin zu einer eigenständigen Wissenschaft erhob. Seine Lehren sind zusammengefasst im „Corpus Hippocraticum“. Er gilt auch als Verfasser des Ärzteeides, der – in Abwandlung – bis in die Neuzeit gültig blieb (Genfer Ärztegelöbnis).

    • Hippokrates-Faden
      Hippokra(te)s
      • H.-Faden

      straffe Umschnürung einer Analfistel unter Erzeugung eines Sphinkterkoloboms mit nachfolgender Nekrose u. Vernarbung.

    • Hippokrates-Finger
      Hippokra(te)s
      • H.-Finger

      • Synonyme: Digitus hippocraticus

      • Englischer Begriff: hippocratic finger

      Trommelschlägelfinger (i.e.S. mit Uhrglasnägeln infolge anhaltenden herzbedingten Sauerstoffmangels).

    • Hippokrates-Verband
      Hippokra(te)s
      • H.-Verband

      • Fach: Chirurgie

      Mitra Hippocratis.

    • Hippotherapie
      • Hippo|therapie

      • Englischer Begriff: hippotherapy

      neurophysiologisch begründete Methode der Physiotherapie, bei der die rhythmischen Schwingungen im Bewegungsablauf des Pferdes auf den Pat. übertragen werden u. damit dessen Bewegung stimulieren (sensomotorisches Prinzip). Anw. bei Kindern mit zentralen Bewegungsstörungen (frühkindliche Hirnschäden) bzw. Erwachsenen nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma bzw. multipler Sklerose.

    • Hippuran#(r)-Test
      • Hippuran®-Test

      Radioisotopennephrographie mit 131J-Hippuran (Natriumsalz der o-Jodhippursäure).

    • Hippurie
      • Hipp|urie

      • Englischer Begriff: hippuria

      Auftreten von Hippursäure im Harn; u.a. nach Einnahme von Salicylsäure-Präparaten u. als Zeichen einer Leberfunktions- oder Ernährungsstörung (i.S. der lipophilen Dystrophie).

    • Hippurikase
      • Hippurikase

      Aminoacylase.

    • Hippuropathie
      • Hippuro|pathie

      • Englischer Begriff: cauda equina disorder

      Erkrankung der Cauda equina (griech.: Hippuris).

    • Hippursäure
      • Hippur|säure

      • Synonyme: C6H5–CO–NH–CH2–COOH

      • Englischer Begriff: hippuric acid

      Benzoylaminoessigsäure, gebildet durch Konjugation von Benzoesäure (bzw. Benzoyl-CoA) mit Glykokoll in Gegenwart der Hippurikase im Rahmen der Entgiftungsfunktion der Leber u. Niere. Die Ausscheidung im Harn beträgt normal 1,0–2,5 g/24 Std. (bei Niereninsuffizienz vermindert, bei Stoffwechselstörung vermehrt, Hippurie). Wird von bestimmten Streptokokken gespalten (Bildung von Glykokoll u. Benzoesäure). S.a. p-Aminohippursäure.

    • Hippus pupillae
      • Hippus (pupillae)

      • Synonyme: springende Mydriasis; Athetosis pupillaris

      physiologische Pupillenunruhe; reizunabhängige, rhythmisch-sprunghafte Erweiterung u. Verengung der Pupille. Kein Krankheitsszeichen.

    • Hippus pupillae circulatorius
      Hippus (pupillae)
      • H. circulatorius

      • Englischer Begriff: pupillary athetosis; hippus

      H. als Pupillenunruhe bei Aorteninsuffizienz.

    • Hirano-Körper
      • Hirano-Körper

      • Englischer Begriff: Hirano bodies

      • Fach: Neurologie

      azidophile Eiweißeinlagerungen („Einschlüsse“) im Perikaryon von Nervenzellen u. in Dendriten (Hippokampusbereich) bei degenerativen Prozessen u. als Alterszeichen.

    • Hirci
      • Hirci

      die in der Pubertät auftretenden Achselhaare.

    • Hirn
      • Englischer Begriff: brain

      Gehirn; s.a. Enzephalo..., Zephalo..., Kephal..., Hirn...

    • Hirnabszess
      • Hirn|abszess

      • Synonyme: Encephalitis purulenta

      • Englischer Begriff: brain abscess; purulent encephalitis

      Abbildung

      umschriebene Eiteransammlung im Gehirn nach durch Entzündung bedingtem Untergang u. Verflüssigung („Einschmelzung“) von Hirngewebe. Ätiol.: infolge Eindringens von Krankheitserregern oder Fremdkörpern. Lokalisation oft an der Rinden-Mark-Grenze. Als schnell auftretender akuter Frühabszess (mit hyperämisch-ödematöser Umgebungszone) oder als chronischer, durch Fibroblasten- u. Gefäßwucherungen sowie durch Glia abgekapselter spätmanifester H. = Spätabszess. Unterschieden als posttraumatischer H. (akut oder chronisch; durch direkte Keimeinschleppung oder nach Markenzephalitis um Fremdkörper), als fortgeleiteter H. (bei Nasennebenhöhlen-, Mittelohrerkrankung; mit Sitz im Stirnhirn bzw. v.a. in Schläfenlappen u. Kleinhirn u. oft kompliziert durch Epi-, Subduralabszess, Meningitis) oder als metastatisch-embolischer H. (meist multipel; v.a. bei Bronchiektasen, Endokarditis); als besondere Formen der Gasabszess (durch Anaerobier) u. der Amöbenabszess (durch Entamoeba histolytica). – Die Krankheitszeichen sind sehr verschieden, jedoch bestehen allgemein Herdsymptome u. Hirndruck, bei Verbindung zu Liquorräumen Liquorzell- u. -eiweißvermehrung; ferner Hyperpyrexie. Kompl.: v.a. Pyocephalus internus, Hirnstammeinklemmung; s.a. Abb.

    • Hirnaktionsströme
      • Hirn|aktions|ströme

      • Englischer Begriff: brain potentials

      s.u. Elektroenzephalogramm.

    • Hirnaneurysma
      • Hirn|aneurysma

      • Englischer Begriff: cerebral aneurysm

      Aneurysma v.a. an der vorderen u. mittleren Hirnarterie, der vorderen Verbindungsarterie des Circulus arteriosus (Hirnbasis); ferner als erworbene arteriovenöse Fistel das Karotis-Kavernosus-Aneurysma. Führt zu einer Subarachnoidalblutung (SAB), bisweilen auch zu intrazerebralen Hämatomen (s.a. Hirnblutung) mit den Zeichen einer Apoplexie.

    • Hirnangiographie
      • Hirn|angio|graphie

      • Englischer Begriff: cerebral (or cranial) angiography

      Angiographie der Hirngefäße. Erfolgt durch Injektion eines röntgenpositiven Kontrastmittels als Karotisangiographie, Vertebralisangiographie. Dient u.a. zu Diagnostik raumfordernder Prozesse, von Gefäßanomalien.

    • Hirnanhangsdrüse
      • Hirn|anhang(sdrüse)

      • Englischer Begriff: pituitary gland

      Hypophyse.

    • Hirnanoxie
      • Hirn|an|oxie

      • Englischer Begriff: cerebral anoxia

      Sauerstoffmangel (Anoxie) des – hochgradig sauerstoffbedürftigen – Gehirns; s.a. Hirnischämie. Bei akutem Beginn u. bei Hochgradigkeit (Hirnembolie, Hirninfarkt) treten innerhalb von Sekunden Bewusstlosigkeit u. eine – evtl. tödliche – Lähmung des Kreislauf- u. Atemzentrums auf. Chronische H. führt zu – meist herdförmiger – Hirnerweichung (Encephalomalacie), evtl. zu hirnorganischem Psychosyndrom. S.a. Wiederbelebungszeit (dort Schema).

    • Hirnarterien
      • Hirn|arterien

      • Englischer Begriff: cerebral arteries

      die die Gehirndurchblutung u. damit den – im Vergleich zu den relativ geringen Energiereserven – hohen Sauerstoff- u. Substratbedarf (Glucose) sichernden Arterien (s.a. Arteria cerebri [dort Abb.], A. communicans, A. basilaris). Ihre Durchblutung richtet sich nach dem Sauerstoffbedarf; sie unterliegt einer Autoregulation, welche die Unabhängigkeit von Blutdruckschwankungen gewährleistet durch Anpassung des Gefäßwiderstandes an den wechselnden Perfusionsdruck; bei Druckabnahme erweitern sich die Widerstandsgefäße, bei Druckzunahme erfolgt Vasokonstriktion. S.a. zerebrales Gefäßsyndrom, Gehirnkreislauf.

    • Hirnarteriosklerose
      • Hirn|arterio|sklerose

      Zerebralarteriensklerose.

    • Hirnatrophie
      • Hirn|atrophie

      • Englischer Begriff: cerebral atrophy

      erworbener Schwund des Nervengewebes des Gehirns, der das ganze Organ (diffuse H.) oder einzelne Neuronensysteme (= Systematrophie) betrifft, u. zwar als primäre, idiopathische Degeneration (genetisch, enzymopathisch, durch Slow-Viren bedingt?) oder als sekundäres Geschehen (verletzungs-, vergiftungsbedingt, entzündlich, bei Gefäßerkrankungen; als stationäre H. nach frühkindlicher Hirnschädigung). Führt zu Durchgangssyndrom, neurologischen Ausfallserscheinungen, organischer Wesensänderung, Verlust der geistigen Leistungen (Demenz), evtl. zu epileptischen Anfällen; im EEG treten Allgemeinveränderungen, im Pneumenzephalogramm Hydrocephalus (internus u./oder externus) auf. Präsenile (fortschreitend degenerative) Formen betreffen v.a. die Hirnrinde u. subkortikale Bereiche des Marklagers des Gehirns (Alzheimer-, Pick-Krankheit), altersbedingte (= senile) Formen, so die senile Demenz vom Alzheimer-Typ, führen zu Ventrikelerweiterung, Liquorvermehrung, Fibrose der Leptomeninx.

    • Hirnbasis
      • Hirn|basis

      Basis cerebri.

    • Hirnbiopsie
      • Hirn|biopsie

      s.u. Hirnpunktion.

    • Hirnblasenwurm
      • Hirn|blasen|wurm

      Coenurus cerebralis.

    • Hirnblutleiter
      • Hirn|blutleiter

      Sinus durae matris.

    • Hirnblutung
      • Hirn|blutung

      • Synonyme: intrazerebrale Blutung

      • Englischer Begriff: (intra)cerebral hemorrhage

      aus den Hirngefäßen in das Gehirn oder dessen Ventrikelsystem erfolgende Blutung. – I.w.S. jede innerhalb des Schädels (intrakraniell) erfolgende Blutung (z.B. als sub- oder epidurales Hämatom, Sinus pericranii, hämorrhagischer Hirninfarkt). Ätiol.: entweder durch Diapedese (z.B. bei Schock, Asphyxie, hämorrhagischer Diathese) oder – v.a. als Massenblutung – nach Zerreißung von Blutgefäßen (Rhexisblutung), z.B. bei Hypertonie (hypertone Massenblutung), Verletzung, Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose, Angiitis, Sinusthrombose, Hirnaneurysma, bei Hirntumor. Bei Neugeborenen v.a. traumatisch oder bei Asphyxie; besonders gefährdet sind Frühgeborene vor der 32. SSW in Verbindung mit perinatalen Risikofaktoren sowie bei Komplikationen der Frühgeborenen-Intensivpflege. Patho.: führt zu Hirngewebsuntergang, evtl. zu sekundärem Einbruch in Hirnventrikel (mit Ventrikeltamponade) und in den Subarachnoidalraum u. die Zisternen (Haematocephalus internus u. externus) sowie zu Hirndruck. Verläuft vielfach als Apoplexie, evtl. als Spätapoplexie. Wird, wenn nicht tödlich, abgeräumt u. resorbiert sowie organisiert (Narbenbildung, evtl. Zystenbildung) u. kann sekundär zum Hydrocephalus führen. Ther.: Operationsindikation besteht 1) bei Kleinhirnblutung mit Entwicklung eines Hydrocephalus, 2) bei Temporallappenblutung mit Gefahr der Einklemmung sowie 3) bei Subarachnoidalblutung infolge eines rupturierten Hirnarterienaneurysmas; bei Hirndrucksteigerung kommen eine Trepanation sowie eine temporäre Hypothermie in Frage.

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