Medizin-Lexikon: Einträge mit "K"

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  • Karzinogen, gentoxisches
    Karzinogen
    • K., gen|toxisches

    durch kovalente Bindung an die DNS zu DNS-Schädigung (Strangbrüche, Basen- oder Zuckerabspaltung, Konformationsänderung, Störung der Reparaturenzyme) führendes K., als komplettes K. oder als Initiator. Effekt evtl. behebbar durch Reparationsmechanismen (Reparaturenzyme).

  • Karzinogen, komplettes
    Karzinogen
    • K., komplettes

    voll reaktives, d.h. den Gesamtvorgang der Tumorbildung (Initiation u. Promotion) auslösendes K. oder das aus diesem (dann als Präkarzinogen bezeichneten Stoff) hervorgehende Stoffwechselprodukt; das metabolisierte K. wird in seiner voll reaktiv karzinogenen Wirkung als ultimales K. bezeichnet; verursacht – als Mutagen – einen irreversiblen gentoxischen Effekt: DNS-Schädigung mit nachfolgend veränderter Genexpression.

  • karzinogene Viren
  • Karzinogenese
    • Karzino|genese

    • Englischer Begriff: carcinogenesis

    Abbildung

    die Entstehung von Malignomen, die mit der Zellumwandlung in Richtung Tumorzelle beginnt. Wird heute als multiphasisches Phänomen verstanden, das über Jahre bis Jahrzehnte verlaufen kann; eine stufenweise Störung biologischer Gleichgewichtsprozesse, an deren Beginn die Transformation (durch chemische, physikalische, virale etc. Einflüsse) von Gensequenzen (Protoonkogene) in Onkogene steht (Initiation). Der Umwandlungsbereich bleibt allgemein zunächst ohne Wachstumstendenz. Erst bei weiterer Einwirkung von Karzinogenen oder unspezifischen Schädlichkeiten (Ko- u. Synkarzinogenese) kommt es zur Umwandlung des Gewebes in Richtung Präneoplasie (s.u. Präkanzerose, CIN), die u.U. lange Zeit als Vorstufe des malignen Tumors bestehen (Latenzphase) oder sich sogar zurückbilden kann. Schließlich wird aus der Präneoplasie die primäre Neoplasie, der maligne Tumor, der sich dann früher oder später klinisch manifestiert. S.a. Schema.

  • Karzinoid
    • Karzino|id

    • Synonyme: neuroendokriner Tumor

    • Englischer Begriff: carcinoid

    Tumor des diffusen neuroendokrinen Systems (APUD-Zellsystem). Nicht streng trennbar von endokrinen Pankreastumoren u. dem medullären Schilddrüsenkarzinom. Wird den Apudomen zugerechnet. Endokrin aktive K. produzieren v.a. Serotonin, des Weiteren auch Bradykinin, Tachykinine, Histamin, 5-Hydroxytryptophan, Gastrin, Neuropeptide, GI-Peptide u.andere. Lokalis.: meist in Appendix, Ileum, prox. Kolon, Bronchien, seltener in anderen Eingeweiden; sehr langsam infiltrierend wachsend, evtl. auch metastasierend. Relativ gute Prognose.

  • Karzinoidsyndrom
    • Karzinoid|syndrom

    • Synonyme: Karzinoidose; Biörck-Thorson-Syndrom; Cassidy-Scholte-Syndrom

    • Englischer Begriff: carcinoid syndrome

    das Vorhandensein eines endokrinen, argentaffinen Serotonin produzierenden Tumors mit den typischen Symptomen Diarrhö, Flush, Asthma u. Rechtsherzendokardfibrose. Am häufigsten ist ein K. bei Lokalisation des Primärtumors in Ileum oder proximalem Kolon. Klinik: Gastrointestinale Hypermotilität mit Diarrhö ist das häufigste Symptom; der Flush (Erythem im Gesicht, am Nacken u. an den oberen Rumpfpartien) kann kurz oder länger dauern u. tritt meist zusammen mit asthmaähnlichen Bronchialobstruktionen auf. Die Rechtsherzendokardfibrose mit klin. manifester Trikuspidalinsuffizienz ist i.d.R. ein Spätsymptom. Diagn.: klin. Zeichen; 5-HIES im 24-Std.-Urin (5-Hydroxyindolessigsäure als Abbauprodukt von Serotonin); der Pentagastrin-Provokationstest zur Flush-Auslösung u. zur Sekretionsstimulation (Serotonin, Neuropeptide), bildgebende Verfahren (Primärtumorsuche, Staging, Verlaufskontrolle). Ther.: symptomatisch mit Methysergid, Ketanserin, Cyproheptadin u. Somatostatin-Analoga (Octreotid) zur Besserung der Kardinalsymptome; antiproliferativ zur Reduzierung der Tumormassen (Interferon-alpha, Chemotherapie, chir. Intervention). Progn.: relativ günstig.

  • Karzinokolyse
    • Karzino|kolyse

    • Englischer Begriff: carcinolysis

    Hemmung bösartigen Wachstums durch – möglichst selektive – Einwirkung chemischer Stoffe (Zytostatika; gegengeschlechtliche Hormone), ionisierender Strahlung etc. auf die relativ labilen Tumorzellen.

  • Karzinom
    • Karzinom

    • Englischer Begriff: carcinoma

    Carcinoma. S.a. Tumor..., Krebs..., Kanzer... sowie unter dem jeweiligen Organtumor.

  • Karzinom, hepatozelluläres
    Karzinom
    • K., hepatozelluläres

    Leberzellkarzinom.

  • Karzinom, intraepitheliales
    Karzinom
    • K., intraepitheliales

    • Synonyme: K. präinvasives; Carcinoma in situ

    s.u. Carcinoma, s.a. Dysplasie.

  • Karzinom, kolorektales
    Karzinom
    • K., kolorektales

    Darmkarzinom.

  • Karzinom, mikroinvasives
    Karzinom
    • K., mikroinvasives

    Karzinom mit geringer Invasionstiefe, z.B. m. Kollumkarzinom.

  • Karzinom, spinozelluläres
    Karzinom
    • K., spinozelluläres

    Plattenepithelkarzinom.

  • karzinomatös
    • Synonyme: carcinomatosus

    • Englischer Begriff: carcinomatous

    einen bösartigen Tumor (i.e.S. ein Karzinom) betreffend.

  • Karzinomatose
    • Karzinomatose

    • Englischer Begriff: carcinomatosis

    Karzinose.

  • Karzinomneuropathie
    • Karzinom|neuropathie

    • Englischer Begriff: paraneoplastic neuropathy

    paraneoplastisches Syndrom mit Symptomatik seitens des Nervensystems (z.B. Ataxie, Lähmungen, Polyneuritis- u. Myopathie-ähnliche Krankheitsbilder).

  • Karzinophobie
    • Karzino|phobie

    • Englischer Begriff: carcinophobia; cancerophobia

    • Fach: Psychologie

    die – ausgeprägte – Befürchtung, an einer Krebskrankheit zu leiden, die mit klinischen Untersuchungsmethoden nicht verifiziert werden kann.

  • Karzinosarkom
    • Karzino|sarkom

    • Englischer Begriff: carcinosarcoma

    bösartiger Mischtumor mit Anteilen mesenchymalen u. epithelialen Ursprungs (Sarkom, Karzinom).

  • Karzinose
    • Karzinose

    • Synonyme: Karzinomatose

    • Englischer Begriff: carcinosis

    Durchsetzung des Körpers oder nur bestimmter Organe bzw. seröser Körperhöhlen durch zahlreiche Tochtergeschwülste (Metastase); evtl. als Miliar-K.

  • Kasabach-Merritt-Syndrom
    • Kasabach-Merritt-Syndrom

    • Englischer Begriff: Kasabach-Merritt syndrome

    • Biogr.: K.-M., zeitgenöss. Pädiater, USA

    kavernöse Riesenhämangiome der Haut u. innerer Organe v.a. bei Säuglingen u. Kleinkindern; sehr seltene angeborene Fehlbildung. Die Hämangiome aktivieren das Gerinnungssystem durch veränderte Strömungsverhältnisse. Durch gesteigerte Destruktion von Thrombozyten kommt es zu Thrombozytopenie. Ther.: OP; Radiatio; Antikoagulanzien.

  • Kaschin-Beck-Syndrom
    • Kaschin-Beck-Syndrom

    • Englischer Begriff: Kaschin-Beck disease

    • Biogr.: Nikolai I. K., 1825–1872, russ. Orthopäde; E. V. B., zeitgenöss. russ. Arzt

    im Transbaikal u. Ostasien vorkommende endemische Arthrosis deformans, beginnend im frühen Kindesalter. Klinik: schmerzhafte symmetrische Gelenkschwellungen (gefolgt von Epiphysennekrosen, Schlottergelenkbildungen, Wachstumshemmung), allgemeine Siderose, greisenhaftes Aussehen, evtl. auch Kropf. Ätiol.: Die Ursache ist ungeklärt (Vitaminmangel? Selen-/Jod-Mangel? Nahrungsbedingte Pilzinfektion bzw. -intoxikation?).

  • Käse
    • Fach: Pathologie

    s.u. Verkäsung.

  • Kasein
    • Kasein

    Casein.

  • Käseschmiere
    • Käse|schmiere

    • Fach: Embryologie

    Vernix caseosa.

  • Käsevergiftung
    • Käse|vergiftung

    • Synonyme: Tyrotoxikose

    • Englischer Begriff: cheese effect

    • Fach: Pathologie

    Hochdruckkrise nach Genuss besonders Amin-reicher Käsesorten bei gleichzeitiger Behandlung mit Monoaminooxidasehemmern (MAOH).

  • Käsezysten
    • Käse|zysten

    s.u. Milchzyste.

  • käsig
    • Synonyme: caseosus

    • Englischer Begriff: caseous

    • Fach: Pathologie

    mit „käsiger Degeneration“ (Verkäsung).

  • Kaskadenmagen
    • Kaskaden|magen

    • Englischer Begriff: cascade stomach

    Form- bzw. Lageanomalie des Magens durch Überhang eines erweiterten Magenabschnitts nach vorn oder hinten. Die Abknickung des Magenfundus nach dorsal ist meist ohne Krankheitswert, kann jedoch bei intensivmedizinischen Patienten in permanenter Rückenlage zu einer funktionellen Magenentleerungsstörung führen. Ther.: konservativ durch Legen einer Magensonde zur Aspirationsprophylaxe, Rechtsseitenlagerung der Patienten u. endoskopische Platzierung einer Duodenalsonde zur Sondenernährung.

  • Kaskadentheorie
    • Kaskaden|theorie

    • Englischer Begriff: cascade theory

    Theorie der Blutgerinnung (dort Schema) als kaskadenförmiges Geschehen. S.a. Komplement(system).

  • Kaspar-Hauser-Syndrom

      körperlicher u. geistig-seelischer Entwicklungsrückstand infolge schwerer Vernachlässigung im frühen Kindesalter.

    • Kassenärztliche Vereinigung
      • Kassen|ärztliche Vereinigung

      • Synonyme: KV (Abk.)

      regionale Körperschaft des öffentlichen Rechts, die die kassenärztliche Versorgung sicherstellen soll, die Rechte der Kassenärzte (Honorar, Verträge) gegenüber den Krankenkassen wahrnimmt, andererseits Letzteren die Wirtschaftlichkeit u. formale Richtigkeit der Abrechnung gewährleistet (evtl. Honorarkürzung, -berichtigung, Arzneimittelregress).

    • Kastanie

        Aesculus hippocastanum (Rosskastanie).

      • Kastrat
        • Kas|trat

        • Englischer Begriff: castrate

        Individuum nach Kastration vor oder nach Eintritt der Pubertät (= Früh- bzw. Spätkastrat).

      • Kastration
        • Kas|tration

        • Englischer Begriff: castration

        vor oder nach der Pubertät (bzw. Menarche) erfolgende operative Entfernung der Keimdrüsen (Hoden bzw. Eierstöcke), i.w.S. auch deren Funktionsausschaltung mittels ionisierender Strahlen (Strahlenkastration) oder durch Hormone. Wird vorgenommen z.B. bei bestimmten bösartigen Tumoren (nur bei fehlender Behandlungsalternative u. mit Einwilligung des Patienten; bei ♀ als Zusatzmaßnahme bei der op. Behandlung des Zervixkarzinoms) u. – als freiwillige K. – bei Triebtätern (hier meist durch gegengeschlechtliche Hormontherapie). – Bewirkt als präpuberale K. Eunuchismus (mit anhaltend jünglingshafter „Kastratenstimme“), als postpuberale K. Feminisierung bzw. bei der Frau Virilisierung. S.a. Orchidektomie, Ovariektomie.

      • Kasuistik
        • Kasuistik

        • Englischer Begriff: case reports

        Beschreibung von Krankheitsfällen (erläuternd in Veröffentlichungen).

      • kata...
        • kata...

        Wortteil „hinab“, „unter“, „gegen“; s.a. Cata...

      • Katabiose
        • Kata|biose

        • Englischer Begriff: catabiosis

        Verbrauch lebender Substanz im Rahmen der natürlichen Rückbildungsvorgänge (Involution [1]). – Auch die auf einen Zellschaden folgenden Abbauvorgänge (Degeneration, Atrophie, Nekrose).

      • Katabolismus
        • Kata|bolismus

        • Englischer Begriff: catabolism

        der Abbaustoffwechsel, Dissimilation (1).

      • Katabolit
        • Kata|bolit

        • Englischer Begriff: catabolite

        Abbauprodukt des Zwischenstoffwechsels.

      • Katabolitrepression
        • Katabolit|re|pression

        Enzymrepression durch Kataboliten mit Metabolismus-Schlüsselstellung.

      • Katadidymus
        • Kata|didymus

        • Englischer Begriff: catadidymus

        Duplicitas incompleta posterior (s.u. Doppelfehlbildung).

      • katagen
        • kata|gen

        • Englischer Begriff: catagenetic

        die Rückbildungsphase betreffend.

      • Katagenphase
        • Katagen|phase

        • Englischer Begriff: catagen (phase)

        kurze Übergangsphase des Haarzyklus; endet mit Bildung des „Kolbenhaares“.

      • Katakleisis
        • Kata|kleisis

        krankhafter Verschluss der Lidspalte durch Verkrampfung, Verwachsungen; i.w.S. auch das Ek- u. Entropium.

      • Katakrotie
        • Kata|krotie

        • Englischer Begriff: catacrotism

        Mehrgipfeligkeit (Polykrotie) der Pulswelle im absteigenden Schenkel.

      • Katal
        • Katal

        • Synonyme: kat (Abk.)

        kohärente SI-Einheit für die katalytische Aktivität (Enzymaktivität bzw. „Enzymmenge“). – 1 kat = Umwandlung von 1 Mol Substrat pro Sekunde (ersetzt die bisherige Einheit „U“ [„Unit“]: Umwandlung von 1 μmol pro Minute; 1 U = 1/60 μkat).

      • Katalase
        • Katalase

        • Synonyme: Peroxidase

        • Englischer Begriff: catalase

        • Fach: Enzymologie

        ein Häminproteid (mit 4 Ferriprotoporphyrin-Gruppen/Mol.), das die Bildung von Sauerstoff u. Wasser aus Wasserstoffperoxid katalysiert (2 H2O2 → O2 + H2O = katalatische Wirkung), aber auch peroxidativ wirkt (Wasserstoffdonatoren oxidiert). Ist in allen menschlichen Zellen vorhanden, in der Leber besonders reichlich (in sog. Peroxisomen). Ist als H2O2-Konsument wirksam im „antioxidativen Verteidigungssystem“ gegen toxische O2-Metaboliten (z.B. für das Hämoglobin u. andere Eiweißkörper). – Mangel an K. ist folgenschwer, Akatalasämie.

      • Katalepsie
        • Kata|lep|sie

        • Englischer Begriff: catalepsy

        • Fach: Psychologie

        anhaltendes Verharren in einer bestimmten – evtl. sogar unbequemen – Körperhaltung unter Erhöhung der Muskelspannung (Muskeltonus). Passiven Bewegungen wird ein „wächsern“ wirkender Widerstand entgegengesetzt (Flexibilitas cerea). Vorkommen: v.a. bei (katatoner) Schizophrenie, nach Enzephalitiden, selten bei (konversions)neurotischen Störungen. S.a. Kataplexie.

      • kataleptisch
        • kata|leptisch

        • Englischer Begriff: cataleptic

        auf Katalepsie bezüglich.

      • kataleptische Bewegungsunfähigkeit
        kataleptisch
        • k. Bewegungsunfähigkeit

        • Englischer Begriff: c. rigidity

        B. ohne Erhöhung des Muskeltonus, u.a. bei dissoziiertem Erwachen u. in Hypnose.

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