Medizin-Lexikon: Einträge mit "L"

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  • Leukaemie, chronische myeloische
    Leukämie  >  Leukämie, chronische
    • L., chronische myeloische

    • Synonyme: CML (Abk.); chronische Myelose

    • Englischer Begriff: chronic myeloid l.; chronic myelocytic l.

    Abbildung

    der Gruppe der myeloproliferativen Erkrankungen zuzuordnende Neoplasie. Inzidenz in Deutschland beträgt 2 : 100 000 pro Jahr mit Häufung in mittlerem Lebensalter (83% zwischen 20 u. 60 Jahren). Varianten sind die seltene Eosinophilenleukämie u. die (umstrittene) Basophilenleukämie. Ätiol.: unbekannt; nach erhöhter Exposition gegenüber ionisierenden Strahlen wurde u.a. eine Häufung der CML beobachtet. Klinik: schleichender Beginn; Zeichen des Hypermetabolismus: Fieber, Gewichtsverlust, erhöhte Werte für Laktatdehydrogenase u. Harnsäure im Serum. Im Verlauf werden unterschieden: chronische Phase (4–5 Jahre), akzelerierte Phase mit zunehmender Resistenz gegenüber Therapie und sog. Blastenphase (Blastenkrise oder Myeloblastenschub), Letzterer meist therapieresistent. Dauer der Blastenkrise im Median 3 Monate. Diagn.: Die CML als klonale Erkrankung der hämatopoetischen Stammzellen ist gekennzeichnet durch starke Vermehrung der Granulozyten im Blut (> 30 × 109/l) mit ausgeprägter Linksverschiebung (s. Abb.) bei hyperzellulärem Knochenmark mit Hyperplasie der Myelopoese, meist auch Megakaryopoese (Splenomegalie). Nachweis des Philadelphia-Chromosoms und/oder der BCR-ABL-Translokation bzw. Genrearrangement sowie erniedrigte oder fehlende alkalische Granulozytenphosphatase sind kennzeichnend. Ther.: je nach Verlaufsphase unterschiedlich. Einzige Therapie mit Heilungschance ist allogene Knochenmarktransplantation. Weitere Optionen sind Hydroxyurea u. Interferon-alpha. Intensive Chemotherapie mit u. ohne autologe Knochenmarktransplantation oder Transplantation von Blutstammzellen ist möglich.

  • Leukaemie, chronische myelomonozytaere
    Leukämie  >  Leukämie, chronische
    • L., chronische myelomonozytäre

    • Synonyme: CMML (Abk.)

    zu den myelodysplastischen Syndromen gehörende Stammzellerkrankung.

  • Leukaemie, schwelende
    Leukämie
    • L., schwelende

    • Englischer Begriff: smoldering l.

    langsame Verlaufsform akuter – meist myeloischer – L., nachweisbar durch niedrige DNS-Stoffwechselaktivität in den Knochenmarkszellen.

  • Leukaemie, sekundaere
    Leukämie
    • L., sekundäre

    nicht einheitlich verwendeter Begriff: i.e.S. Leukämieformen, die infolge einer anderen hämatopoetischen Stammzellerkrankung entstehen (z.B. Myelodysplasien); i.w.S. alle L. durch toxische Einflüsse (z.B. durch Arzneimittel).

  • Leukaemoid, eosinophiles
    Leukämoid
    • L., eosino|philes

    L. mit Vorherrschen reifer u. unreifer eosinophiler Granulozyten im peripheren Blut bei Infektionskrankheiten u. Parasitosen; s.a. Hypereosinophilie.

  • Leukämid
    • Leuk|ämid

    • Englischer Begriff: leukemid

    Hautinfiltrat (Knoten, Plaque: oft leicht blutend) bei Leukämie.

  • Leukämie
    • Leuk|ämie

    • Englischer Begriff: leukemia

    Tabelle   Tabelle

    Sammelbegriff für Erkrankungen, die durch maligne Transformation hämatopoetischer oder lymphatischer Zellen entstehen und mit Proliferation u. Akkumulation neoplastischer Zellen (L.-Zellen) primär im Knochenmark, meist auch im Blut u. in lymphatischen Geweben, seltener in anderen Organen einhergehen. Die L. wurde als „Weißblütigkeit“; von Virchow (1845) in die medizinische Literatur eingeführt u. war historisch einem starken Wandel unterworfen. Klassifik.: Die Einteilung (s.a. Tab.) erfolgt nach morphologischen, zytochemischen u. immunzytologischen Kriterien der atypischen Zellen (myeloisch – lymphatisch), nach dem Differenzierungsgrad (reifzellig – unreifzellig), v.a. bei der akuten myeloischen L. entsprechend der FAB-Klassifikation sowie nach dem klin. Verlauf (akut – chronisch). Ferner ist die Unterscheidung zwischen sub- oder aleukämischen (normale oder erniedrigte Leukozytenzahlen im Blutbild; häufig bei akuter L.) u. leukämischen (erhöhte Leukozyten; meist bei chron. L.) Verlaufsformen üblich. Es können reinzellige u. mischzellige Erkrankungsformen unterschieden werden (myeloproliferative Erkrankungen). Ätiol.: Die Ursachen für die Entstehung einer L. (Leukämogenese) sind nicht eindeutig geklärt; mögliche Faktoren (Leukämogene), die das L.-Risiko erhöhen, sind v.a. ionisierende Strahlung (z.B. Atombombenexplosionen, Thorotrast®-Exposition, Strahlentherapie), einige Chemikalien (v.a. Benzol u. Zytostatika), Viren (s.a. Onkogen, Tumorviren, HTLV I) sowie genetische Faktoren (s.a. Philadelphia-Chromosom); häufig finden sich Chromosomenaberrationen. Klinik: Die Krankheitserscheinungen sind bei verschiedenen L.-Formen sehr variabel (s.a. Tab.). Sowohl das Knochenmark als auch alle anderen Organe können von den malignen Zellen infiltriert werden. Durch den funktionellen Ausfall von Blutzellen kommt es zur Insuffizienz des Sauerstofftransports (Anämie), der Abwehrfunktion (Infektneigung) sowie der Hämostase (Blutungsbereitschaft v.a. infolge Thrombozytopenie). Es kann zur Vergrößerung u. Funktionsminderung befallener Organe kommen (z.B. Meningoencephalomyelopathia leucaemica, evtl. Niereninfiltration). Eine besondere Manifestationsform sind leukämische Hautinfiltrationen (L. cutis), die umschrieben oder auch generalisiert (Leucaemia universalis cutis) auftreten können. Leukämische Erythrodermien sind gegen die Mycosis fungoides u. das Kaposi-Syndrom abzugrenzen. Tumorbildende Leukämieformen wurden auch als Leukosarkomatose bezeichnet. Ther.: richtet sich nach der jeweiligen Form. Methoden sind z.B. Strahlentherapie, Chemotherapie oder Knochenmarktransplantation, die oft in Kombination angewendet werden.

  • Leukämie, chronische
    Leukämie
    • L., chronische

    Formen der L. , bei denen im Ggs. zur akuten L. vermehrt reife Blutzellen auftauchen. Der Krankheitsverlauf ist schleichend und maligne, die Ther. vielfach palliativ.

  • Leukämogene; Leukämogenese
    • Leuk|ämo|gene; Leukämogenese

    • Englischer Begriff: leukemogens; leukemogenesis

    s.u. Leukämie.

  • Leukämoid
    • Leuk|ämoid

    • Synonyme: leukämoide Reaktion

    • Englischer Begriff: leukemoid reaction

    extreme Leukozytose mit starker Linksverschiebung (oft bis zu Myeloblasten) als Reaktion auf schweren Infekt, Tumorerkrankung.

    • L., eosinophiles
      L. mit Vorherrschen reifer u. unreifer eosinophiler Granulozyten im peripheren... (mehr)
  • Leukapherese
    • Leuk|apherese

    • Englischer Begriff: leukapheresis

    Leukozytenentzug (s.u. Leukopherese).

  • Leukenzephal...
    • Leuk|enzephal...

    s.u. Leukoenzephal...

  • Leukine
    • Leukine

    • Englischer Begriff: leukins; leucins

    thermostabile bakterizide Substanzen aus Suspensionen polymorphkerniger Leukozyten.

  • Leukismus
    • Fach: Dermatologie

    Albinismus partialis.

  • leuko...

      Wortteil „weiß“, „hell“.

    • Leukoagglutinine
      • Leuko|agglutinine

      • Englischer Begriff: leukoagglutinins

      agglutinierende Antikörper gegen Leukozyten.

    • Leukoavaiosis
      • Leuko|avaiosis

      • Englischer Begriff: white matter lesions

      Dichteminderung der weißen Substanz des Gehirns im Computer- u. Kernspintomogramm; Phänomen des alten Menschen; im Verbund mit lakunären Infarkten häufig Ausdruck von vaskulären Veränderungen (Mikroangiopathien); korreliert dann mit kognitiven Störungen.

    • Leukobasen
      • Leuko|basen

      • Fach: Chemie

      Leukoverbindungen.

    • Leukoblast
      • Leuko|blast

      • Englischer Begriff: leukoblast

      Myeloblast.

    • Leukoblastenleukämie
      • Leuko|blasten|leuk|ämie

      Form der akuten myeloischen Leukämie.

    • Leukocidine
      • Leuko|cidine

      • Englischer Begriff: leukocidins

      in Mikroorganismen gebildete Substanzen, die Leukozyten schädigen.

    • leukocytosis inducing factor
      • Etymol.: engl.

      • Fach: Hämatologie

      LIF.

    • Leukoderma
      • Leuko|derm(a)

      • Englischer Begriff: leukoderma

      allgemeiner oder umschriebener Pigmentverlust der Haut; z.B. als vorübergehende Pigmentbildungshemmung im Bereich einer abgelaufenen Entzündung.

    • Leukoderma acquisitum centrifugum Sutton
      Leukoderm(a)
      • L. acquisitum (centrifugum) Sutton

      • Englischer Begriff: Sutton nevus

      pigmentierter Nävuszellnävus (seltener Angiom) mit rundem oder ovalem depigmentiertem Hof: Halo-Nävus, perinävische Vitiligo.

    • Leukoderma psoriaticum
      Leukoderm(a)
      • L. psoriaticum

      • Englischer Begriff: psoriatic l.

      helle Hautflecken am Ort abgeheilter Psoriasis vulg.

    • Leukoderma syphiliticum
      Leukoderm(a)
      • L. syphiliticum

      • Synonyme: Rete pigmentosum; L. specificum

      • Englischer Begriff: syphilitic l.

      isolierte, verwaschene rundl. Aufhellungen, meist an Hals („Halsband der Venus“) u. vorderen Achselfalten. Als Syphilid-Residuen frühestens 4–6 Wo. nach Sekundärperiode der Syphilis.

    • Leukodiapedese
      • Leuko|dia|pedese

      • Englischer Begriff: leukodiapedesis

      aktive Wanderung der Leukozyten durch die Kapillarwand in das Gewebe.

    • Leukodystrophia
      • Leuko|dys|trophia

      • Synonyme: -dystrophie; degenerative diffuse Hirnsklerose

      • Englischer Begriff: leukodystrophy

      Sammelbez. für erbliche Entmarkungskrankheiten des zentralen Nervensystems, durch Enzymdefekte kommt es zu Stoffwechselstörungen der Markscheiden. S.a. Sphingolipidosen (Schema).

    • Leukodystrophie, diffuse spongiöse
      Leukodystrophia
      • L., diffuse spongiöse

      Canavan-Syndrom.

    • Leukodystrophie, dysmyelinogene
      Leukodystrophia
      • L., dys|myelinogene

      • Synonyme: fibrinoide L.

      Alexander-Syndrom.

    • Leukodystrophie, globoidzellige
      Leukodystrophia
      • L., globoidzellige

      • Synonyme: Galaktocerebrosidose

      • Englischer Begriff: globoid cell l.

      Krabbe-Syndrom.

    • Leukodystrophie, metachromatische
      Leukodystrophia
      • L., metachromatische

      • Synonyme: Cerebrosidsulfatidose

      • Englischer Begriff: metachromatic l.

      Scholz-Syndrom, Greenfield-Syndrom, Austin-Syndrom.

    • Leukodystrophie, orthochromatische neutralfett-typ
      Leukodystrophia
      • L., orthochromatische (Neutralfett-Typ)

      Pelizaeus-Merzbacher-Krankheit.

    • Leukoenzephalitis
      • Leuko|en|ze|phalitis

      • Englischer Begriff: leukoencephalitis

      Sammelbez. für akute u. chron. Entmarkungsenzephalomyelitiden (Encephalomyelitis disseminata, Neuromyelitis optica, multiple diffuse [= subchron.] u. konzentr. Hirnsklerose); s.a. Encephalitis, Panenzephalitis.

    • Leukoenzephalitis, akute hämorrhagische Hurst
      Leukoenzephalitis
      • L., akute hämorrhagische (Hurst)

      • Englischer Begriff: acute hemorrhagic l.

      L. mit perivaskulären Infiltraten u. massenhaft petechialen Blutungen in die weiße Substanz; Fieber, Erbrechen, Krämpfe, Enthirnungsstarre, foudroyant tödl. Verlauf.

    • Leukoenzephalitis, subakute sklerosierende van Bogaert
      Leukoenzephalitis
      • L., subakute sklerosierende (van Bogaert)

      • Englischer Begriff: subacute sclerosing panencephalitis

      Encephalitis maligna subacuta.

    • Leukoenzephalopathie
      Leukoenzephalopathie
      • L., progessive multifokale

      • Synonyme: PML (Abk.)

      • Englischer Begriff: progressive multifocal leukoencephalopathy

      eine Entmarkung des Groß- u. Kleinhirns sowie des Hirnstamms; Krankheitsbild, das offenbar in engem Zusammenhang mit der Reaktivierung von Papovaviren (JC-Virus) steht u. vorwiegend bei schwerem Immundefekt auftritt (in 2–4% aller AIDS-Erkrankungen). Vorkommen auch bei Patienten mit Leukämien u. maligner Lymphogranulomatose. Typisch ist eine disseminierte subakute Demyelinisierung der weißen Substanz mit Infektion u. Verformung v.a. der Oligodendrozyten, seltener der Astrozyten. Klinik: Paresen, Krampfanfälle, Sehstörungen, Aphasien u. Persönlichkeitsveränderungen.

    • Leukoenzephalopathie
      • Leuko|enzephalo|pathie

      krankhafte Veränderung der weißen Hirnsubstanz.

    • Leukoerythroblastose
      • Leuko|erythro|blastose

      • Englischer Begriff: leukoerythroblastosis

      Erythroleukämie.

    • Leukogramm
      • Leuko|gramm

      • Englischer Begriff: leukogram

      Differentialblutbild.

    • Leukokeratosis
      • Leuko|keratosis

      • Englischer Begriff: leukokeratosis

      • Fach: Dermatologie

      Leukoplakie.

    • Leukokeratosis nicotinica palati
      Leukokeratosis
      • L. nicotinica (palati)

      L. in der Mundhöhle (v.a. harter Gaumen) als Teerprodukte-Reizeffekt bei starken Rauchern; weißliche derbe Knötchen mit rötlicher, zentraler Eindellung (Ausführungsgänge der Schleimdrüsen); rückbildungsfähig.

    • Leukokinesine
      • Leuko|kinesine

      Stoffe, die die Beweglichkeit von Leukozyten beeinflussen.

    • Leukokinin
      • Leuko|kinin

      • Englischer Begriff: leukokinin

      • Fach: Hämatologie

      in der Milz produzierter Stoff, der die Phagozytosefunktion der Granulozyten beeinflusst.

    • Leukoklasie
      • Leuko|klasie

      • Englischer Begriff: leuko(cyto)lysis

      Leukozytenzerfall.

    • Leukokorie
      • Leuko|korie

      • Englischer Begriff: leukocoria

      Auftreten eines weißen Reflexes in der Pupille; s.a. Leukoma.

    • Leukolysin
      • Leuko|lysin

      • Englischer Begriff: leuko(cyto)lysin

      Stoff, der zur Auflösung von Leukozyten führt.

    • Leukoma
      • Leu|kom(a)

      • 1)
        dichte, weißliche Hornhautnarbe nach Verletzung oder Entzündung; mit erheblicher... (mehr)
      • 2)
        Leukoplakie, Leukonychie... (mehr)
    • Leukoma 1)
      Leukom(a)
      • 1)

      • Synonyme: Leukoma(tosis) corneae; Albugo

      dichte, weißliche Hornhautnarbe nach Verletzung oder Entzündung; mit erheblicher Beeinträchtigung des Sehvermögens, Blendungsüberempfindlichkeit, Tränenfluss.

    • Leukoma 2)
      Leukom(a)
      • 2)

      • Englischer Begriff: leukoma

      Leukoplakie, Leukonychie.

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