Medizin-Lexikon: Einträge mit "N"

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  • Niereninfarkt
    • Nieren|infarkt

    • Englischer Begriff: renal infarction

    durch venösen bzw. arteriellen Verschluss bedingter hämorrhag. (Nierenvenenthrombose) oder – i.e.S. – anäm. Infarkt (keilförmig, mit Basis zur Kapsel); embolisch bei Aorten-, Mitralvitium, Endokarditis, Herzwandthrombose; thrombotisch bei stumpfem Bauchtrauma, Arteriosklerose, Periarteriitis. Klinik: akutes Abdomen, Hämaturie, Oligo- oder Anurie (reflektorisch auch der anderen Niere); bei kleinem Ausmaß Heilung als Infarktniere, bei extrem großem evtl. totale Nekrose.

  • Niereninfarkt, septischer
  • Niereninsuffizienz
    • Nieren|insuffizienz

    • Synonyme: renale Insuffizienz; Nierenversagen

    • Englischer Begriff: renal failure; renal insufficiency

    akut einsetzende oder progrediente Einschränkung der Nierenfunktion mit Retention harnpflichtiger Substanzen, Störungen des Elektrolyt- u. Wasserhaushalts sowie des Säure-Basen-Haushalts. Einteilung: Die globale N. geht in jedem Fall mit einer Verminderung der glomerulären Filtrationsleistung u. – je nach Ursache – einer Störung der tubulären Funktionen einher. Im fortgeschrittenen Stadium mündet sie in eine Urämie. Die partielle N. weist nur eine Störung bestimmter Tubuluspartialfunktionen auf, ohne dass eine Retention harnpflichtiger Substanzen besteht. Nach der klinischen Verlaufsform werden akute u. chronische N. unterschieden, nach dem Ort der zugrunde liegenden Störung neben der intrarenalen auch die extrarenale u. postrenale N.

    • N., akute
      plötzliches Versagen der Nierenfunktion mit Retention harnpflichtiger... (mehr)
    • N., chronische   Abbildung
      eine sich über einen längeren Zeitraum entwickelnde Einschränkung der... (mehr)
    • N., extrarenale
      Einschränkung der glomerulären Filtration bis zum Auftreten einer N. infolge... (mehr)
    • N., postrenale
      Einschränkung der glomerulären Filtration bis zum Auftreten einer Niereninsuffizienz... (mehr)
  • Niereninsuffizienz, akute
    Niereninsuffizienz
    • N., akute

    plötzliches Versagen der Nierenfunktion mit Retention harnpflichtiger Substanzen, Störungen des Elektrolyt- u. Wasserhaushalts sowie des Säure-Basen-Haushalts. Ätiol.: Pathogenetisch handelt es um intrarenale Störungen. Es kommt zu einem plötzlichen Versagen der exkretorischen Nierenfunktion, meist als Komplikation eines extrarenalen, selten eines renalen Grundleidens. Das akute N. ist häufig reversibel. Typisch ist das plötzliche Auftreten einer Oligoanurie. Neben den zirkulatorisch-ischämischen Hauptursachen (Schockniere) durch Blutdruckabfall infolge posttraumatischer, septischer u. postoperativer Schockzustände kommen toxische Ursachen in Frage (endogene Toxine, exogene Toxine, Medikamente). In den Ursachenkomplex der endogenen Toxine gehört auch das Crush-Syndrom, bei dem es sich durch den Zerfall größerer Muskelmassen bei Traumen (Quetschungssyndrom, Kompressionssyndrom) um eine akute tubuläre Anurie handelt. Renale Krankheiten als Ursachen des akuten N. (entzündlich, vaskuläre Nephropathien) findet man in höchstens 3%. Tubulusnekrosen, die dem akuten N. über Jahre den Namen gaben, findet man sehr selten. Klinik: Trotz der sehr unterschiedlichen Ätiologie des akuten Nierenversagens zeigt sich klinisch ein typischer vierphasiger Verlauf: Schädigungsphase, oligoanurische Phase, polyurische Reparationsphase, Rekonvaleszenzphase. Ther.: Diuretika, Insulin- u. Glucosezufuhr; ggf. Behandl. von Hyperkaliämie, metabol. Azidose, Tetanie, Anämie, Infektion.

  • Niereninsuffizienz, chronische
    Niereninsuffizienz
    • N., chronische

    Abbildung

    eine sich über einen längeren Zeitraum entwickelnde Einschränkung der Nierenfunktion mit Retention harnpflichtiger Substanzen, Störungen des Elektrolyt- u. Wasserhaushalts sowie des Säure-Basen-Haushalts. Ätiol.: Jede chronische Nierenkrankheit kann bei zunehmender Einschränkung der Nierenfunktion zur chron. N. führen. Häufigste Ursachen sind diabetische Nephropathie, Glomerulonephritis, interstitielle Nephritis, Zystennieren; weitere sind chron. Harnwegsobstruktion u. Systemkrankheiten wie Hypertonie, Atherosklerose. Klinik: Während zu Beginn der chron. N. entsprechend dem Grundleiden klinische Variationen auftreten, entwickelt sich mit zunehmender Verschlechterung der Nierenfunktion bis hin zur Urämie ein immer gleichförmigeres Bild der allg. Intoxikation. Als Frühsymptom häufig Nykturie (infolge Isosthenurie); später kardiovaskuläre, gastrointestinale u. neurol. Symptome, Urämie. Die chron. N. kann in vier Stadien eingeteilt werden (s. Abb.). 1) Stadium der vollen Kompensation: eingeschränkte Nierenleistungsbreite; 2) Stadium der kompensierten Retention: beginnende Retention harnpflichtiger Substanzen, Azotämie; 3) Stadium der dekompensierten Retention: Präurämie; 4) Terminalstadium: Urämie, u.a. häufig mit Lungenödem. Ther.: In den ersten drei Stadien ist eine konservative Therapie (eiweißarme Diät, symptomatische medikamentöse Maßnahmen), im Terminalstadium die Dialyse bzw. Nierentransplantation indiziert.

  • Niereninsuffizienz, extrarenale
    Niereninsuffizienz
    • N., extrarenale

    Einschränkung der glomerulären Filtration bis zum Auftreten einer N. infolge extrarenaler Krankheiten. Ätiol.: Ursachen sind z.B. kardiale Dekompensation, Flüssigkeits- u. Elektrolytverluste durch massives Erbrechen (z.B. bei Pylorusstenosen) oder gehäufte Durchfälle, Exsikkose bei ungenügender Flüssigkeitszufuhr, unkontrollierte Einnahme von Diuretika mit nachfolgender Polyurie. Werden die extrarenalen Störungen nicht beseitigt, kann sich aus der extrarenalen N. ein akutes Nierenversagen entwickeln. Die genannten extrarenalen Faktoren können bei einer bereits bestehenden chronischen N. zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion führen.

  • Niereninsuffizienz, postrenale
    Niereninsuffizienz
    • N., postrenale

    Einschränkung der glomerulären Filtration bis zum Auftreten einer Niereninsuffizienz infolge mechanischer Verlegung der ableitenden Harnwege. Ätiol.: Ursachen sind z.B. Steine, Tumoren, Bestrahlungsfibrosen, Ureterligatur, Blutgerinnsel, Prostatahypertrophie, Harnröhrenstriktur. Klinik: Obwohl ebenfalls wie bei akuter N. eine Anurie mit weitgehend identischer klinischer Symptomatik besteht, müssen beide Krankheitsbilder aufgrund der pathogen. Faktoren unterschieden werden.

  • Nierenkapsel
    • Nieren|kapsel

    • Englischer Begriff: renal capsule

    Capsula fibrosa u. Capsula adiposa renis.

  • Nierenkarbunkel
    • Nieren|karbunkel

    • Englischer Begriff: renal carbuncle

    hämatogen-metastatische, multiple, kleine konfluierende Rindenabszesse, v.a. durch Staphylokokken; evtl. übergehend in eitrige Perinephritis oder paranephritischen Abszess. Klinik: initial Schüttelfröste, dann remittierendes Fieber, Leukozytose; meist örtl. Druckschmerz.

  • Nierenkarzinom
    • Nieren|karzinom

    • Englischer Begriff: renal (cell) carcinoma

    i.e.S. Nierenzellkarzinom; s.a. Nierenbeckenkarzinom, Nierentumoren.

  • Nierenkelche
    • Nieren|kelche

    • Englischer Begriff: renal calices

    Calices renales; s.a. Kelch...

  • Nierenkolik
    • Nieren|kolik

    • Englischer Begriff: renal colic

    Abbildung

    kolikartige Schmerzen in der Nierengegend, hervorgerufen durch Harnrückstauung, Nierenbecken-, -kelch-, evtl. auch Kapseldehnung, Hypermotilität u. Spasmen, Zirkulationsstörung, akute Nierenschwellung; mit Ausstrahlung, v.a. in die Blasengegend, u. Ileuserscheinungen (reflektor. Darmlähmung). Auftreten v.a. bei Urolithiasis, ferner bei Niereninfarkt, -tuberkulose, -venenthrombose, Papillitis necroticans, Nierenbeckenluxation, Hydronephrose, Pyelitis, Megaureter.

  • Nierenkompressorium
    • Nieren|kompressorium

    • Fach: Röntgenologie

    Gurt- oder Ballonkompressorium zur Verzögerung der Nierenbeckenentleerung bei der Ausscheidungsurographie.

  • Nierenkörperchen
    • Nieren|körperchen

    Corpuscula renalia.

  • Nierenkrise
    • Nieren|krise

    • Englischer Begriff: renal crisis

    anfallsweise Störung der Nierenfunktion bei Tabes dorsalis, Ren mobilis etc.

  • Nierenlager
    • Nieren|lager

    • Synonyme: -loge

    • Englischer Begriff: renal bed

    der retroperitoneale, paravertebral-subphrenische Raum (etwa vom 12. BWK bis 3./4. LWK) als anatom. Bett der Niere (samt Hüllen); Hilus etwa in Höhe L1, oberer Nierenpol rel. näher zur Medianlinie, re. Niere meist tiefer als li. Rechts seitlich von Leber u. Duodenum, li. von Milz, Magenfundus u. Pankreas begrenzt.

  • Nierenlappen
    • Nieren|lappen

    • Englischer Begriff: renal lobe

    Lobus renalis.

  • Nierenleeraufnahme
    • Nieren|leer|aufnahme

    • Englischer Begriff: renal plain radiography

    • Fach: Röntgenologie

    a.-p. Abdomenleeraufnahme im Liegen zur Darstg. schattengebender Veränderungen im Bereich der Harnwege (z.B. Größen- u. Formabweichung der Niere, Verkalkung, Konkremente); meist mit anschließ. Urographie.

  • Nierenlithotripter
    • Nieren|litho|tripter

    • Englischer Begriff: renal lithotriptor

    Gerät zur intrakorporalen Harnsteinzertrümmerung durch Stoßwellen (bei Nephrolithiasis).

  • Nierenmark
    • Nieren|mark

    Medulla renalis; s.a. Mark...

  • Nierennekrose
    • Nieren|nekrose

    • Englischer Begriff: renal necrosis

    s.u. Niereninfarkt, Papillen-, Nierenrindennekrose; auch als akute Nekrose proximaler Tubuli nach Intoxikation.

  • Nierenödem
    • Nieren|ödem

    • Englischer Begriff: renal edema

    interstitielle renale Flüssigkeitsansammlung in der Niere, z.B. bei interstitieller Nephritis, akuter Glomerulonephritis, akutem Nierenversagen; s.a. Ödem, renales.

  • Nierenpapille
    • Nieren|papille

    Papilla renalis; s.a. Papillen...

  • Nierenplasmastrom
    • Nieren|plasma|strom

    • Synonyme: renaler Plasmafluss; RPF (Abk.)

    • Englischer Begriff: (effective) renal plasma flow

    Blutplasmamenge (in ml), die die Niere pro Minute durchströmt. Errechnet sich aus der MAG3 (Mercaptoacetyltriglycin)-Clearance (früher aus der PAH-Clearance); normal 500–600 ml/min.

  • Nierenpolresektion
    • Nieren|pol|resektion

    • Englischer Begriff: renal pole resection (or amputation)

    keilförmige Exzision des krankhaft veränderten oberen oder unteren Nierenpols unter temporärer Drosselung des Nierenstiels u. nach umschriebener Dekapsulation u. Gefäßunterbindung; abschließend Nephropexie. – Analog auch Teilresektion (des mittleren Drittels u. Heminephrektomie).

  • Nierenptose
    • Nieren|ptose

    Nephroptose.

  • Nierenpyramiden
    • Nieren|pyramiden

    Pyramides renales.

  • Nierenquengelung
    • Nieren|quengelung

    op. Lageänderung der Niere mittels angeschlungenen Catgutbandes.

  • Nierenresektion
    • Nieren|resektion

    • Englischer Begriff: renal resection

    s.u. Nierenpolresektion; s.a. Nephrektomie.

  • Nierenrinde
    • Nieren|rinde

    Cortex renalis.

  • Nierenrindennekrose
    • Nieren|rinden|nekrose

    • Synonyme: Juhel-Renoy-Syndrom

    • Englischer Begriff: renal cortical necrosis

    ausgedehnte Nekrosen der Nierenrinde infolge Thrombosierung der Aa. interlobulares u. Vasa afferentia. Vorkommen v.a. nach Endotoxinschock (mit intravasaler Gerinnung), bei retroplazentarem Hämatom in der späten Schwangerschaft, bei Mikroangiopathien u. Purpura; führt zu akutem Nierenversagen u. (oft irreversibler) Urämie. Intermittierende Hämodialyse ist dann oft lebensrettend.

  • Nierenruptur
    • Nieren|ruptur

    • Englischer Begriff: rupture of the kidney

    Zerreißung der Niere; als offene N. mit Verletzung der fibrösen Kapsel nach penetrierender Verletzung; geschlossene N. nach direkter oder indir. (Fall auf die Füße, Verschüttung, Tragen schwerer Lasten) Nierenkontusion, selten spontan (bei vorgeschädigtem Organ; ausgelöst durch erhöhte Bauchmuskelanspannung). Klinik: Schock, örtliche Auftreibung (Hämatom), Hämaturie (bei Nierenabriss evtl. fehlend), heftiger Schmerz, evtl. Harnabgang aus der Wunde; Diagn.: Sonographie bzw. Pyelographie.

  • Nierensand
    • Nieren|sand

    • Englischer Begriff: renal gravel

    kleine u. kleinste Nierensteinpartikeln.

  • Nierensarkom
    • Nieren|sarkom

    • Englischer Begriff: renal sarcoma

    bösartiger mesenchymaler Tumor, v.a. Leiomyosarkom, seltener Fibro-, Liposarkom; ausgehend von Nierenkapsel, -stroma, -becken: gehört zu den seltenen bösartigen Nierentumoren, tritt bevorzugt bei Frauen (v.a. im 5. Ljz.) auf. Frühzeitige Metastasierung in alle Körperregionen. Klinik: Flankenschmerzen, Hämaturie, Gewichtsverlust; Diagn.: Sonographie, Computer-, Kernspintomographie; Ther.: radikale Tumornephrektomie, Chemotherapie, Bestrahlung.

  • Nierenschale
    • Nieren|schale

    • Englischer Begriff: kidney basin

    nierenförm. Schale z.B. zum Ablegen gebrauchter Instrumente.

  • Nierenschrumpfung
    • Nieren|schrumpfung

    • Synonyme: -schwund

    • Englischer Begriff: renal scarring; r. degeneration

    Schrumpfniere, Nephrosklerose.

  • Nierenschwelle
    • Nieren|schwelle

    • Englischer Begriff: renal threshold

    die max. Rückresorptionskapazität der Niere für eine bestimmte nierengängige Substanz; ausgedrückt als diejenige Plasmakonzentration der Substanz, mit deren Überschreiten sie im Endharn nachweisbar wird.

  • Nierensenkung
    • Nieren|senkung

    • Englischer Begriff: nephroptosis

    Nephroptose.

  • Nierenstarre
    • Nieren|starre

    ungenügende Konzentrations- u. Verdünnungsfähigkeit der Niere; Isosthenurie.

  • Nierensteinleiden
    • Nieren|stein|leiden

    Nephrolithiasis; s.a. Nierenlithotripter.

  • Nierenstiel
    • Nieren|stiel

    • Englischer Begriff: renal pedicle

    • Fach: Anatomie

    die am Hilum renale ein- bzw. austretenden Leitungsbahnen; Urologie die Gesamtheit der der Niere zugehör. Gefäße.

  • Nierensyndrom, extrarenales
    • Nieren|syndrom, extra|renales

    • Englischer Begriff: extrarenal kidney syndrome

    (Nonnenbruch 1942) nicht renal bedingte sekundäre Nierenfunktionsstörung bei intaktem Parenchym; mit Azotämie, die über hormonal gesteuerte Oligurie u. über tubuläre Schädigung zustande kommt; s.a. hepatorenales Syndrom, Salzmangelsyndrom, extrarenale Niereninsuffizienz.

  • Nierenszintigraphie
    • Nieren|szintigraphie

    • Englischer Begriff: scintiscan of the kidney

    Abbildung

    Szintigraphie mit Speicherung z.B. von 99mTc-Dimercaptosuccinat (DMSA) im funktionstüchtigen Nierenparenchym (statische N.) oder als Sequenzszintigraphie (mit 123J-Hippuran oder 99mTc-MAG3 [Mercaptoacetyltriglycin]) zur gleichzeitigen Erfassung des zeitlichen Ablaufs (Parenchymphase/intrarenaler Transport/Ausscheidung) von Nierenerkrankungen. Als Perfusionsszintigraphie eine durch Bolus-Injektion modifizierte Phasen-Szintigraphie. S.a. Radioisotopennephrographie.

  • Nierentransformation, multizystische
    • Nieren|transformation, multi|zystische

    erworbene zystische Nierenerkrankung bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz. Die Zystenbildung der Nieren findet sich nach jahrelanger Dialysebehandlung bei bis zu 90% der Patienten (Mickisch u. Mitarbeiter 1984).

  • Nierentransplantation
    • Nieren|transplantation

    • Englischer Begriff: renal transplantation

    Abbildung

    Übertragung einer Niere bei terminaler Niereninsuffizienz bzw. Verlust beider Nieren. Voraussetzungen sind eine AB0-Blutgruppenübereinstimmung bzw. -verträglichkeit u. eine möglichst vollständige Übereinstimmung der HLA-Merkmale von Spender u. Empfänger (Histokompatibilitätsantigene; s.a. HLA-System). Geschichte: erstmals im Tierversuch 1902 von Ullmann; am Menschen 1934 von Vorony in Cherson (Ukraine), erste erfolgreiche N. von Mensch zu Mensch: Murray, Merrill u. Mitarbeiter in Boston 1954 (eineiige Zwillinge). Formen: isologe Transplantation (zwischen monozygoten, also eineiigen Zwillingen; beste Erfolgsaussichten), homologe Transplantation (zwischen genetisch verschiedenen Individuen der gleichen Art, d.h. von Mensch zu Mensch), a) von Lebendspendern, b) von menschlichen Leichen (95% der N. in Mitteleuropa). Kontraind.: akute u. aktive Infektionen, nicht sanierbare chron. Entzündungen, metastasierende Malignome, HIV-Infektion, schwere Herz- oder Pulmonalinsuffizienz, Drogenabusus, generalisierte Angiosklerose, periphere arterielle Verschlusskrankheit. Durchführung: Einpflanzung retroperitoneal in die zur Spenderseite kontralaterale Fossa iliaca; die Blutgefäße der Spenderniere werden gewöhnlich beim Empfänger mit der A. iliaca interna (End-End) u. der V. iliaca externa (End-Seit), der Harnleiter mit der Harnblase anastomosiert (s. Abb.). Die eigenen Nieren werden meist belassen; Ausnahmen z.B. große Zystennieren mit Komplik., therapieresistente Hypertonie, vesikoureteraler Reflux, Nierensteine. Postoperative Ther.: zur Vermeidung der Rejektion Immunsuppression (Triple-Drug-Therapie mit Azathioprin, Ciclosporin A u. Prednisonderivaten); Infektions- u. Thromboseprophylaxe. Kompl.: akute u. chron. Abstoßung, akute Tubulusnekrose, Ciclosporinschaden, Harnabflussstörung, Organperfusionsstörung (Transplantatgefäßstenosen), akute bakterielle, Pilz- oder CMV-Infektion. Progn.: Transplantationsüberlebensrate nach 3 Jahren in Abhängigkeit vom Ausmaß der Histokompatibilität zwischen 50 u. 95%. Wird das Transplantat durch Rejektion funktionslos, so erfolgen die operative Entfernung u. Wiederaufnahme der Dialysetherapie. Eine Zweittransplantation ist möglich.

  • Nierentrauma
    • Nieren|trauma

    • Englischer Begriff: renal trauma

    Nierenverletzung, z.B. als Folge einer penetrierenden Verletzung; meist als stumpfes Trauma (Kontusion; Ruptur [evtl. ohne Kapselriss = Lazeration; mit Hohlraumbildung]; Zertrümmerung; Gefäßstielabriss).

  • Nierentuberkulose
    • Nieren|tuberkulose

    • Englischer Begriff: renal tuberculosis

    fast stets hämatogene (bei Miliar- oder Lungen-Tbk), beidseitige Tbk der Niere (s.a. Urotuberkulose): im Initialstadium oft jahrelang asymptomatisch (kleine, evtl. narbig ausheilende oder sich abkapselnde Rindenherde); im 2. Stadium (ca. 80%, durch Deszension in das Nierenmark) – als sog. chirurgische N. – käsig-kavernös (mit Nierenkavernen oder Pyonephrose; später Schrumpfung, Sack-, Kittniere) oder disseminiert-knotig (Konglomerattuberkel, v.a. in der Rinde, ohne Einschmelzungs- oder Durchbruchstendenz, d.h. meist gutart. Verlauf), fibrös-indurativ (schrumpfende Herde, Bindegewebswucherung: „tbk. Schrumpfniere“); ferner als „tbk. Nephritis“. Klinik (im Allg. erst im ulzerös-kavernösen Stadium): Erythrurie, Pyurie, Tuberkulobazillurie, Meteorismus, evtl. Koliken. Diagn.: Bazillennachweis (evtl. Tierversuch), Urographie. Ther.: Tuberculostatica, evtl. Op. (Kavernotomie, Teilresektion, Nephrektomie).

  • Nierentubulus
    • Nieren|tubulus

    • Englischer Begriff: renal tubule

    s.u. Tubuli renales.

  • Nierentumoren
    • Nieren|tumoren

    Bez. für benigne u. maligne Neoplasmen der Niere; Leitsymptom der malignen Tumoren ist die Hämaturie (i.d.R. als schmerzlose Makrohämaturie).

    • 1)
      Nierenzellkarzinom (früher: Hypernephrom, Grawitz-Tumor)... (mehr)
    • 2)
      Wilms-Tumor (Nephroblastom)... (mehr)
    • 3)
      Nierenbeckenkarzinom (gehört zu den Urothelkarzinomen)... (mehr)
    • 4)
      selten: Nierensarkom... (mehr)
    • 5)
      seltene gutartige Nierentumoren: Angiomyolipom; Onkozytom; Adenome (von... (mehr)
    • 6)
      Metastasen (v.a... (mehr)
  • Nierentumoren 1)
    Nierentumoren
    • 1)

    Nierenzellkarzinom (früher: Hypernephrom, Grawitz-Tumor).

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