Medizin-Lexikon: Einträge mit "P"

Roche Lexikon Logo
Medizin-Lexikon durchsuchen

Wonach suchen Sie? Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff ein:

Suchergebnisse

  • Platzwunde
    • Platz|wunde

    • Englischer Begriff: laceration

    durch Gewalteinwirkung mit umschriebener Drucksteigerung (Explosion, Hieb, Aufprall, Absturz usw.) entstandene Wunde mit zerfetzten, z.T. auch gequetschten Wundrändern u. evtl. blutunterlaufener Umgebung.

  • Plaut-Vincent-Angina
    • Plaut-Vincent-Angina

    • Englischer Begriff: Vincent's angina; trench mouth

    • Biogr.: Hugo Carl P., 1858 – 1928, Arzt, Hamburg; Jean Henry V.

    pseudomembranöse Ulzerationen (typ. gelbgraue Beläge) an Rachen u. Tonsillen (evtl. auch Wangen, Lippen, Zahnfleisch, Kehlkopf), hervorgerufen durch fusospirilläre Symbiose (Fusobact. fusiforme u. Borrelia vincentii = P.-V.-Spirochäte). Charakteristische Diskrepanz zwischen schwerem, meist einseit. Lokalbefund u. wenig gestörtem Allgemeinbefinden (nur leichter Temperaturanstieg, Mundgeruch). Ther.: Antibiotika, lokal Chromsäure, Antiseptika.

  • Playfair-Sonde
    • Playfair-Sonde

    • Englischer Begriff: Playfair's probe

    • Biogr.: William Smoult P., 1836–1903, Arzt, London

    • Fach: Gynäkologie

    terminal aufgebogene Sonde mit aufgerautem (gerieftem) Ende zur Befestigung von Watte (z.B. als „Ätzsonde“).

  • Plazebo
    • Englischer Begriff: placebo

    • Fach: Pharmazie

    Placebo.

  • Plazenta
  • Plazentaapoplexie
    • Plazenta|apoplexie

    • Englischer Begriff: placental apoplexy

    toxisch, aber auch durch „Alterung“ bedingte Blutung mit Beschränkung auf einen Plazentalappen („roter Infarkt“, erst post partum erkannt) oder aber zwischen Gebärmutterwand u. Plazenta oder Parametrium = (inter)utero-plazentar oder utero-parametran (beide mit vorzeitiger Lösung der Plazenta).

  • Plazentabiopsie
    • Plazenta|biopsie

    die Entnahme von Plazentagewebe mittels Punktion durch die Bauchdecke zu diagnostischen Zwecken, v.a. zur zytogenetischen u. molekulargenetischen Untersuchung von Trophoblastzellen.

  • Plazentablutung
    • Plazenta|blutung

    • Englischer Begriff: placental bleeding

    s.u. Plazentaapoplexie, Plazentarandblutung, s.a. „Zeichnen“, Nachgeburtsblutung. I.w.S. auch die retroplazentare Blutung bei der physiologischen Plazentalösung.

  • Plazentadefekt
    • Plazenta|defekt

    • Englischer Begriff: placental defect

    das – bei Inspektion der maternen Seite oder nach Auffüllen mit Milch oder Luft erkennbare – Fehlen eines Plazentateiles. Erfordert – bereits bei Verdacht – ein Nachtasten (Entleerung), um eine atonische Nachgeburtsblutung zu vermeiden.

  • Plazentaexpression
    • Plazenta|expression

    • Englischer Begriff: placental expression

    • Fach: Geburtshilfe

    Credé-Handgriff.

  • Plazentaextraktion
    • Plazenta|extraktion

    • Englischer Begriff: placental extraction

    das Herausziehen der Plazenta aus dem Uterus durch dosierten Zug an der Nabelschnur bei Einsetzen der Nachgeburtswehen. Gefahr von Lappendefekten (Indikation für manuelle Plazentalösung).

  • Plazentahämangiom
    • Plazenta|häm|angiom

    Chorangiom.

  • Plazentahormone
    • Plazenta|hormone

    • Englischer Begriff: placental hormones

    Tabelle

    die vom Synzytiotrophoblasten gebildeten, v.a. in den mütterl. Kreislauf abgegebenen Gonadotropine u. Sexualsteroide (s.a. Tab.): Choriongonadotropin (HCG; s.u. Gonadotropine), Chorionsomatotropin (HCS = human placental lactogen = HPL), Relaxin, Östriol, Östron, 17β-Östradiol, Progesteron u.andere; erzeugen günstige metabol. Bedingungen für die Schwangerschaft, stimulieren Wachstum, Reifung u. Funktion von Ovar, Uterus u. Fetus.

  • Plazentainfarkt
    • Plazenta|infarkt

    • Englischer Begriff: placental infarct

    rundl. bis keilförmiger „weißer Knoten“ (anfangs graurot) dicht unter der Chorionplatte oder zwischen den Zotten; Histol.: thrombotisch verschlossene intervillöse Bluträume, in Nekrose begriffene Zotten mit hyalinisiertem Stroma, verödeten Gefäßen u. Kalkablagerungen. Ätiol.: intervillöse Kreislaufstörungen (Zottengefäßerkr., Deziduaveränderung, prim. Thrombose). Bei multiplem Vork. Plazentainsuffizienz. – Selten auch „rote Knoten“, z.B. bei umschrieb. Plazentaapoplexie.

  • Plazentainfektion
    • Plazenta|infektion

    • Englischer Begriff: placental infection

    bei mütterlicher Krankheit (z.B. Syphilis, Toxoplasmose, Listeriose, Röteln) vorkommende Infektion der Plazenta mit entzündl. Reaktion (Plazentitis), die auf die Frucht übergreifen u. zum Abort bzw. zu Embryo- bzw. Fetopathie führen kann.

  • Plazentainkarzeration
    • Plazenta|inkarzeration

    s.u. Plazentaretention.

  • Plazentainsuffizienz
    • Plazenta|insuffizienz

    • Englischer Begriff: placental insufficiency

    v.a. auf primären oder sek. degenerativen Veränderungen (toxisch, vaskulär, „Alterung“) beruhende Leistungsschwäche der Plazenta; sie bedingt Entwicklungsstörung der Frucht (Wachstumsverzögerung, fetale Dystrophie, erhöhtes peripartales Risiko, u.U. intrauteriner Fruchttod). – Chronisch u.a. bei mütterl. Mangelernährung, Nicotinabusus, Anämie, Diabetes, Gestosen; s.a. Plazentainfarkt. Akute Form unter der Geburt (bei Nabelschnurvorfall, vorzeit. Plazentalösung).

  • Plazentakreislauf
    • Plazenta|kreislauf

    • Englischer Begriff: placental circulation

    Abbildung

    die den Fetus mit Sauerstoff u. Nährstoffen versorgende Blutzirkulation über Nabelvene u. -arterien (arterielles bzw. venöses Blut!) als Verbindung zwischen Interplazentarkreislauf u. fetalem Kreislauf.

  • Plazentalaktogen
    • Plazenta|lakto|gen

    human placental lactogen; s.a. Plazentahormone.

  • Plazentalösung
    • Plazenta|lösung

    • Fach: Geburtshilfe

    • 1)
      die – normalerweise nach der Geburt einsetzende – Ablösung der Plazenta... (mehr)
    • P., vorzeitige
      Ablatio placentae... (mehr)
    • 2)
      bei Ausbleiben der Spontanlösung über 2 Std... (mehr)
  • Plazentalösung 1)
    Plazentalösung
    • 1)

    • Englischer Begriff: detachment of placenta

    die – normalerweise nach der Geburt einsetzende – Ablösung der Plazenta von der Gebärmutterwand, bewirkt durch Verkleinerung des Uterus (Nachgeburtswehen) u. das Retroplazentarhämatom (Eröffnung der intervillösen Räume). Erfolgt in 20% lateral (= exzentr. = Duncan-Typ), in 80% zentral (= Schultze-Typ, v.a. bei flacher Insertion an vorderer oder hint. Uteruswand), wobei der zuerst gelöste Teil (Rand bzw. – umgestülpte – Mitte) auch zuerst geboren wird; s.a. Lösungszeichen. – „Verzögerte P.“ (> 30 Min. post partum), evtl. mit vermehrter Blutung, erfordert aktives Vorgehen: Wehenmittel i.v., Gabastou-Verfahren (nur bei nicht verstärkter Blutung), Credé-Handgriff (evtl. in Narkose), manuelle Lösung.

  • Plazentalösung, manuelle 2)
    Plazentalösung
    • 2)

    • Synonyme: manuelle P.

    • Englischer Begriff: placental separation

    bei Ausbleiben der Spontanlösung über 2 Std. u. bei starker Nachgeburtsblutung indizierte stumpfe Lösung mit der ulnaren Kante der eingeführten Hand (Vollnarkose).

  • Plazentalösung, vorzeitige
    Plazentalösung  >  Plazentalösung 1)
    • P., vorzeitige

    • Englischer Begriff: premature d.

    Ablatio placentae.

  • Plazentapolyp
    • Plazenta|polyp

    • Englischer Begriff: placental polyp

    an der Uterusinnenwand ein polypöses, bis hühnereigroßes Gebilde (dunkelrot bis grauweiß) aus Fibrinnetzwerk; mit Erythrozyten u. Plazentagewebe in der Basis, oft mit chorialer Invasion.

  • Plazentar...
  • Plazentarandblutung
    • Plazenta|randblutung

    • Englischer Begriff: placental margin bleeding

    „marginale“ Blutung aus einer tief sitzenden Plazenta bei noch stehender Fruchtblase infolge Eröffnung der venösen Randsinus durch Verschiebung gegenüber der sich retrahierenden Uteruswand.

  • Plazentaretention
    • Plazenta|retention

    • Englischer Begriff: retained placenta

    nicht erfolgte Ausstoßung der Plazenta etwa ab 30 Min. post partum; entweder bei Placenta accreta oder infolge „Incarceratio“ (spast. Uteruskontraktur nach zu früher oder zu starker mechan. Irritation oder Wehenmittelmedikation).

  • Plazentarschranke
    • Plazenta(r)schranke

    • Englischer Begriff: placental barrier

    natürliche Barriere zwischen mütterlichem u. kindlichem Blut für zelluläre u. humorale Blutbestandteile; an die morphologische Struktur der mütterlichen Plazenta (Gefäßendothel, Bindegewebe u. Zottenepithel) gebunden; Hauptmechanismen sind passive Diffusion u. aktive Transportmechanismen, wobei die Durchgängigkeit für Stoffe abhängig ist von der Molekülgröße u. einer Reihe biochemischer Eigenschaften (Fettlöslichkeit, Eiweißbindung, elektrische Ladung etc.).

  • Plazentarzeichen
    • Plazenta(r)zeichen

    • Englischer Begriff: placental signs

    • Fach: Geburtshilfe

    Nabelschnurzeichen.

  • Plazentation
    • Plazentation

    • Englischer Begriff: placentation

    Bildung der Placenta; beim Menschen zunächst der Primärzotten aus dem Trophoblasten; im 2. Monat Sekundärzotten (an der Chorionplatte; mit der Decidua vera verbunden) aus extraembryonalem Mesenchym als Stroma u. Zyto- u. Synzytiotrophoblast (Epithel), Ausbildung des Plazentakreislaufs im Zottenstroma (über Haftstiel mit intraembryonalem Gefäßsystem verbunden); Rückbildung der Chorionzotten im Bereich der Decidua capsularis (= Chorion laeve), jedoch Fortbestehen, Weiterwachsen u. Verzweigung innerhalb der Decidua basalis (= Ch. frondosum).

  • Plazentazentese
  • Plazentitis
    • Englischer Begriff: placentitis

    entzündl. Plazentainfektion.

  • Plazentographie
    • Plazento|graphie

    • Englischer Begriff: placentography

    pränatale Darstellung der Plazenta (z.B. zur Erkennung eines atyp. Sitzes) v.a. durch Ultraschall-Diagnostik.

  • Plazidoscheibe
    • Plazido|scheibe

    • Englischer Begriff: Placido's disk

    • Fach: Ophthalmologie

    Placido-Scheibe.

  • Plectridium-Form
    • Plectridium-Form

    Schlägelform der Sporen anaerober Bakterien.

  • pleio...
    • ple(i)o...

    Wortteil „mehrfach“, „vermehrt“ (s.a. pleo..., poly...).

  • pleiochrom
    • pleio|chrom

    • Englischer Begriff: pleiochromic

    mit vermehrtem Farbstoffgehalt.

  • Pleiophänie
    • Ple(i)o|phänie

    • Synonyme: -tropie; Polyphänie

    • Englischer Begriff: pleiotropy; pleiotropism

    • Fach: Genetik

    Kontrolle mehrerer, gemeinsam vererbter, Phäne (Merkmale) durch ein Gen, das für das eine Phän dominant, für ein anderes rezessiv sein kann. Dessen Mutation wirkt sich auf ein, viele oder alle Teilphäne aus. Bei unechter oder Relations-P. erzeugt ein Gen ein „Autophän“, das die Ausbildung weiterer „Allophäne“ bewirkt.

  • pleo...
  • Pleochroismus
    • Pleo|chroismus

    • Englischer Begriff: pleochromatism

    die je nach Betrachtungsrichtung verschiedene Färbung der doppelt brechenden Kristalle im polarisierten Licht; s.a. Dichroismus.

  • pleomorph
    • pleo|morph

    • Englischer Begriff: pleomorphic

    „mehrgestaltig“ (= polymorph).

  • Pleonostose, familiäre
    • Pleon|ostose, familiäre

    • Synonyme: Léri-Syndrom II

    • Englischer Begriff: Léri's pleonosteosis

    (1922) autosomal-dominant erbliche Bindegewebskrankheit mit multiplen Gelenkkontrakturen, kurzen, breiten Händen u. Füßen sowie Kleinwuchs; Haut- u. Unterhautgewebe sind verdickt; feste Muskulatur; breite, plumpe Röhrenknochen von Händen u. Füßen.

  • Pleoptik
    • Ple|optik

    • Englischer Begriff: pleoptics

    Lehre u. Praxis der Monokularschulung des amblyopen Auges (z.B. nach Sattler, Worth, Bangerter, Cüppers), auch kombiniert als „Pleorthoptik“ (zur Besserung des beidäugigen Einfachsehens).

  • Pleozytose
    • Pleo|zytose

    • Englischer Begriff: pleocytosis

    erhöhte Zellzahl, i.e.S. die Liquorpleozytose.

  • Plerozerkoid
    • Plero|zerkoid

    • Synonyme: Vollfinne

    • Englischer Begriff: plerocercoid

    Invasionslarve (bandförmig, ungegliedert, aber mit Skolex) der Zestoden-Ordnung Pseudophyllidea (z.B. Diphyllobothrium), die sich aus dem Prozerkoid im 2. Zwischenwirt (Fische, Amphibien, Vögel) entwickelt. Verzehr ungenügend gekochter Zwischenwirte führt beim Menschen zum Befall mit Adultwürmern oder zur Sparganose.

  • Plesiokrinie
    • Plesio|krinie

    • Synonyme: Parakrinie

    Hormonabsonderung in ein benachbartes Gewebe (u. nicht in die Blutbahn).

  • Plesiomonas
    • Plesio|monas

    gramnegative, bewegl., aerobe Stäbchenbakterien [Vibrionaceae].

  • Plesiopie
    • Plesi|opie

    • Englischer Begriff: plesiopia

    • Fach: Ophthalmologie

    Akkommodationskrampf.

  • Plessimeter
    • Plessi|meter

    • Englischer Begriff: pleximeter

    • Fach: Klinik

    s.u. Perkussion.

  • Plethora
    • Plethora

    • Englischer Begriff: plethora

    „Überfüllung“, Volumenvermehrung einer Körperflüssigkeit; i.e.S. die P. des strömenden Blutes, u. zwar insges. (= P. sanguinea s. vera), z.B. bei chron. Sauerstoffmangel, als P. serosa (mit überwiegender Plasmavermehrung), P. polycythaemica (bei Polyzythämie) oder aber als lokale Hyperämie (= P. spuria), z.B. nur im Pfortaderbereich (= P. abdominalis).

157103