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  • Scharlach 1)
    Scharlach
    • 1)

    • Synonyme: Scarlatina

    • Englischer Begriff: scarlet fever; scarlatina

    anzeigepflichtige, akute exanthematische Infektionskrankheit v.a. des Kindesalters durch β-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A (selten C; Streptococcus pyogenes; s.a. Scharlachtoxin). Ansteckung erfolgt durch Tröpfchen-, Kontakt-, evtl. Nahrungsmittelinfektion über den Rachenring oder Haut- u. Schleimhautverletzungen (Wund-Sch., z.B. als „puerperaler Scharlach“). Wichtigste Infektionsquellen sind klinisch gesunde Keimträger u. Krankenhaus-Entlassene. Klinik: beginnt nach einer Inkubationszeit von 2–8 (3–5) Tg. mit der Invasionsphase: fieberhafte (evtl. mit einem Rash beginnende) örtliche Erkrankung, meist mit tiefroter Verfärbung der Rachenschleimhaut, Schwellung der Gaumenmandeln mit lakunären Belägen u. Schluckschmerzen (Angina scarlatinosa), „Erdbeer-“, „Himbeerzunge“, Schwellung der regionären Lymphknoten; zu Beginn häufig Schüttelfrost, Erbrechen. Nach 1–4 Tg. folgt die Eruptionsphase mit dem charakteristischen Scharlachexanthem: nicht juckende, dicht stehende, hirsekorn- bis stecknadelkopfgroße, intensiv himbeer- bis flammend purpurrote Flecken mit Rauigkeit der Haut (evtl. miliar als „Scharlachfriesel“); gehen von Hals u. Brustkorb oder dem Schenkeldreieck aus und finden sich am ganzen Körper, v.a. am Stamm, stets jedoch mit Freibleiben des Mund-Kinn-Dreiecks (sog. periorale Blässe der Facies scarlatinosa). Ferner Enanthem, Mundwinkelrhagaden u. – nach Reinigung der anfangs grauweiß belegten Zunge – Verdeutlichung der Zungenrötung (Papillenröte). Gegen Ende der 2. Wo. kleieförmige, an Handinnenflächen u. Fußsohlen groblamellöse Hautschuppung (evtl. mit einem Spätexanthem) u. Feer-Nagellinien. Diagn.: Die klin. Diagnose wird gestützt durch Rumpel-Leede-Test, Dick-Reaktion, Schultz-Charlton-Auslöschphänomen, neutrophile Leukozytose mit Linksverschiebung u. Eosinophilie, leicht erhöhte Bilirubinwerte (Subikterus), Urobilinogenurie, positive Diazoreaktion, weißen Dermographismus, Streptokokkennachweis im Rachenabstrich, positiven Antistreptolysintest. Kompl.: als Frühkompl. evtl. Mittelohrentzündung (Otitis media), Typhoid, frühes Rezidiv, Zweitkrankheit (Varizellen, Masern, früher auch Diphtherie). 3–4 Wo. nach symptomfreiem Intervall evtl. 2. Erkrankung (z.B. infolge ungenügender Antikörperbildung bei Penicillin-Frühbehandlung), entweder als Rezidiv oder durch Streptokokken eines anderen Stammes. Spätkompl.: rheumatisches Fieber, Endokarditis, Myokarditis, interstitielle Nephritis, hämorrhagische Glomerulonephritis, Purpura.

  • Scharlach 2)
    Scharlach
    • 2)

    • Englischer Begriff: scarlet red

    Scharlachrot, Rubrum scarlatinum; ein Azofarbstoff; fettlöslich z.B. „Biebricher Sch.“ (für Fettfärbung); wasserlöslich z.B. „Sch. GN“ (Lebensmittelfarbstoff).

  • Scharlachangina
    • Scharlach|angina

    • Englischer Begriff: scarlet fever angina

    s.u. Scharlach (1).

  • Scharlachexanthem
    • Scharlach|exanthem

    • Englischer Begriff: scarlet fever rash

    s.u. Scharlach (1).

  • Scharlachtoxin
    • Scharlach|toxin

    • Englischer Begriff: scarlet fever erythrogenic toxin; Dick test toxin

    in der Kultur hämolytischer A-Streptokokken nachgewiesenes, durch Phagenbefall induziertes Toxin bzw. Toxallergen (ätiol. Faktor des Scharlachs?); diagnostisch verwendet im Dick-Test.

  • Scharniergelenk
    • Scharnier|gelenk

    • Englischer Begriff: hinge joint

    Articulatio cylindroidea.

  • Schattenprobe
    • Schatten|probe

    • Fach: Ophthalmologie

    Skiaskopie.

  • Schatzki-Ring
    • Schatzki-Ring

    • Englischer Begriff: Schatzki's ring

    • Biogr.: Richard Sch., 1901–1992, Röntgenologe, Boston

    ringförmige Einengung am Übergang der Speiseröhren- in die Magenschleimhaut bei Hiatushernie; Folge der Refluxösophagitis. Bei Lichtungseinengung Dysphagie (= Sch.-Garry-Syndrom).

  • Schaufensterbeine
    • Schau|fenster|beine

    • Synonyme: -krankheit

    Claudicatio intermittens (mit Zwang zum Stehenbleiben, kaschiert durch Ansehen von Schaufenstern).

  • Schaukelbewegung des Zwerchfells
    • Schaukel|bewegung des Zwerchfells

    Kienböck-Zeichen.

  • Schaukelbruch
    • Schaukel|bruch

    bruchsackloser Gleitbruch.

  • Schaukeldiät
    • Schaukel|diät

    Diät mit abwechselnd 3-tägiger Verabfolgung stark säuernder (Getreideprodukte, Käse, Fleisch, Leber, Nüsse etc.) bzw. alkalisierender Speisen (Kartoffeln, Kraut, Äpfel, Birnen, Milch etc.); z.B. bei Harnwegsinfektion. – Analog Anw. von Heilmitteln („Schaukeltherapie“).

  • Schaukelfuß
    • Schaukel|fuß

    s.u. Knick-Platt-Fuß.

  • Schaukelschmerz
    • Schaukel|schmerz

    • Fach: Angiologie

    Ducuing-Zeichen.

  • Schaukrampf
    • Schau|krampf

    • Englischer Begriff: oculogyric crisis; staring spell

    • Fach: Neurologie

    Blickkrampf.

  • Schaum
    • Englischer Begriff: foam

    kolloidales disperses System mit oberflächenaktiver Flüssigkeit als Dispergens u. Gas als disperser Phase.

  • Schaumann-Körperchen
    • Schaumann-Körper(chen)

    • Englischer Begriff: Schaumann's bodies

    • Biogr.: Jörgen N. Sch., 1879–1953, Hautarzt, Stockholm

    rundliche, lamellar geschichtete, im Ultrarotlicht gut sichtbare Einschlusskörper in Langhans-Riesenzellen (nach Zelluntergang frei im Gewebe). Genese unklar; u.a. bei der Boeck-Sarkoidose, Tbk.

  • Schaumleber
    • Schaum|leber

    • Englischer Begriff: foamy liver

    s.u. Schaumorgan.

  • Schaumorgan
    • Schaum|organ

    nach dem Tode infolge Fäulnis durch Gas bildende Erreger schaumartig verändertes Körperorgan, z.B. als Schaumleber (Emphysema hepatis).

  • Schaumoxygenator
    • Schaum|oxygenator

    • Englischer Begriff: bubble oxygenator

    Oxygenator mit der Oberflächenvergrößerung dienender Schaumbildung durch Einblasen von Sauerstoff in das in einem Steigrohr sich sammelnde venöse Blut. Wegen Gefahr der Mikrogasembolie anschließende Entschäumung des Blutes erforderlich.

  • Schaumprobe
    • Schaum|probe

    • Fach: Gerichtsmedizin

    Blutnachweis anhand der weißlichen Schaumbildung (Oxidasereaktion) nach Aufbringen von Wasserstoffsuperoxid.

  • Schaumzelle
    • Schaum|zelle

    • Englischer Begriff: foam cell

    • Fach: Pathologie

    große phagozytäre Bakterienhaufen u. Lipoidtröpfchen enthaltende Zelle in leprösen Granulationsgeschwülsten sowie Zellen nach antibiotischer Behandlung (z.B. in den Randpartien bei eitrigen, abszedierenden Entzündungen; auch bei der chronisch proliferativen, z.T. interstitiellen Schaumzellenpneumonie); ferner mit Lipiden beladene Zellen in der Gefäßwand bei Atherosklerose; auch Zellen mit Cholesterinkörnchen bei der Hand-Schüller-Christian-Krankheit.

  • Schauta-Operation
    • Schauta-Operation

    • Biogr.: Friedrich Sch., 1849–1919, Frauenarzt, Innsbruck, Prag, Wien

    • 1)
      vaginale Totalexstirpation der Gebärmutter... (mehr)
    • 2)
      Interpositio uteri vesicovaginalis bei Uterusprolaps... (mehr)
  • Schauta-Stoeckel-Operation 1)
    Schauta-Operation
    • 1)

    • Synonyme: Sch.-Stoeckel-Op.

    • Englischer Begriff: Schauta's vaginal operation

    vaginale Totalexstirpation der Gebärmutter.

  • Schauta-Wertheim-Operation 2)
    Schauta-Operation
    • 2)

    • Synonyme: Sch.-Wertheim-Op.

    • Englischer Begriff: Wertheim-Sch. operation

    Interpositio uteri vesicovaginalis bei Uterusprolaps.

  • Schede
    • Schede

    • Biogr.: 1) Franz Sch., 1882–1976, Orthopäde, München, Leipzig, Oldenburg; 2) Max Sch., 1844–1902, Chirurg, Bonn

  • Schede-Habermann-Kunstbein
    Schede
    • Sch.-Habermann-Kunstbein

    • Biogr.: Franz Sch.

    Kunstbein mit „physiol. Gelenken“ vom mehrachsigen Typ.

  • Schede-Liegebrett
    Schede
    • Sch.-Liegeb(r)ett

    • Biogr.: Franz Sch.

    Brett mit Löchern für einstellbare Pelotten u. Holme (mit Manschetten) für die Redression von Skoliosen im Kindesalter.

  • Schede-Rad
    Schede
    • Sch.-Rad

    • Englischer Begriff: Schede's wheel

    • Biogr.: Franz Sch.

    Laufrad mit breitem Sitz zur Nachbehandlung der angeborenen Hüftluxation; gestattet die Bewegung des Hüftgelenks ohne Belastung u. vermeidet die Adduktion durch seitliche Sicherung.

  • Schede-Schwebe
    Schede
    • Sch.-Schwebe

    • Biogr.: Max Sch.

    Vorrichtung (Gurte, z.T. gefedert, an Gittergestell befestigt) zur schwerelosen Aufhängung des Körpers oder von Körperteilen über einem Behandlungstisch. Anw.: ermöglicht Durchführung passiver u. aktiver Übungen bei schweren Lähmungszuständen u. zur Nachbehandlung nach Bandscheiben-Op.

  • Schede-Suspension
    Schede
    • Sch.-Suspension

    • Englischer Begriff: Sch.'s vertical extension

    • Biogr.: Franz Sch.

    vertikale Extension zur Behandlung des Oberschenkelschaftbruchs beim Kleinkind, Zugansatz an fußsohlenparallelem Holzbrettchen, das in einen an Außen- u. Innenseite des Unterschenkels befestigten, den Fuß einschl. Knöchel steigbügelartig umfassenden Heftpflasterstreifen eingeklebt ist.

  • Scheele-Operation
    • Scheele-Operation

    • Biogr.: Karl Sch., 1884–1966, Urologe, Halle/Saale, Frankfurt/M.

    Dünndarm-Ringplastik zur Harnblasenerweiterung (Dünndarmblase).

  • Scheibenoxygenator
    • Scheiben|oxygenator

    • Englischer Begriff: rotating disk oxygenator

    Oxygenator in Form eines Zylinders, in dem sich viele parallele Stahlplatten u. ein zentrales Rohrgestänge (für Blutzu- u. -ableitung sowie Sauerstoffzufuhr) befinden. Darin wird das aus den Hohlvenen abgeleitete u. durch Schwerkraft absinkende venöse Blut von den rotierenden Scheiben zu einem Film ausgezogen u. mit O2 beladen; durch Rollenpumpen wird es in die iliakalen Gefäße zurückgeleitet (unter Passage eines Wärmeregulators u. eines Filters).

  • Scheibenrose
  • Scheibenventilprothese
    • Scheiben|ventil|prothese

    s.u. Herzklappenprothese.

  • Scheide
    • Englischer Begriff: vagina

    Vagina; i.e.S. die weibliche Scheide (= Vagina muliebris); s.a. Kolpo..., Vaginal...

  • Scheide, künstliche
    Scheide
    • Sch., künstliche

    • Englischer Begriff: artificial v.; neovagina

    • Fach: Gynäkologie

    zur Korrektur einer Scheidenaplasie plastisch hergestellte kopulationsfähige Vagina (z.B. als Sigma-, Derma-, Eihautscheide).

  • Scheiden-Damm-Riss
    • Scheiden-Damm-Riss

    • Englischer Begriff: vaginoperineal laceration; v. tear

    s.u. Dammriss.

  • Scheiden-Damm-Schnitt
    • Scheiden-Damm-Schnitt

    • Englischer Begriff: vaginoperineal incision

    von der Vagina bis in den Damm reichender Operationsschnitt; geburtshilflich als Episiotomie oder z.B. als Schuchardt-Schnitt (= sog. Scheiden-Beckenboden-Damm-Schnitt) bei gynäkologischen Operationen (s.a. Kolpotomie).

  • Scheidenabstrich
    • Scheiden|abstrich

    • Englischer Begriff: vaginal smear

    Abbildung   Tabelle

    Abstrich der weiblichen Scheide mittels Öse, Stäbchen oder Spatel zur Gewinnung von Zellmaterial für zytohormonale Funktionsdiagnostik, zur Krebs-Früherkennung (s.a. Kolpozytodiagnostik, Papanicolaou-Abstrich), zur Beurteilung der Scheidenflora bei Infektion. S.a. Abb.

  • Scheidenaplasie
    • Scheiden|aplasie

    • Englischer Begriff: vaginal aplasia

    das Fehlen der weibl. Scheide als Hemmungsfehlbildung (Ausbleiben des Durchbruchs der Müller-Gänge in den Sinus urogenitalis, z.B. beim Mayer-Rokitansky-Küster-Syndrom); s.a. Uterusaplasie.

  • Scheidenatresie
    • Scheiden|atresie

    • Englischer Begriff: vaginal atresia

    Fehlen der Lichtung der weibl. Scheide (Gynatresie); als angeborene Hemmungsfehlbildung (s.a. Scheidenaplasie) oder nach stenosierender u. nekrotisierender Scheidenentzündung (Kolpitis).

  • Scheidenausfluss
    • Scheiden|ausfluss

    • Englischer Begriff: vaginal discharge

    Fluor vaginalis; s.a. Scheidentranssudat.

  • Scheidendiaphragma
    • Scheiden|diaphragma

    • Fach: Gynäkologie

    Scheidenpessar (dort Abb.).

  • Scheidenentzündung
    • Scheiden|entzündung

    • Englischer Begriff: colpitis

    Kolpitis.

  • Scheidenepithel
    • Scheiden|epithel

    • Englischer Begriff: vaginal epithelium

    das mehrschichtige, unverhornte Pflasterepithel der Vaginalschleimhaut (s.a. Scheidenabstrich).

  • Scheidenfistel
    • Scheiden|fistel

    • Englischer Begriff: vaginal fistula

    Fistel der weiblichen Scheide (als Mastdarm-, Blasen- oder Harnröhren-Scheiden-Fistel, Scheiden-Damm-Fistel) als Folge der Druckwirkung bei Gravidität, eines unter der Geburt erfolgten Einrisses, einer örtl. Strahlentherapie, eines operativen Eingriffes oder bei Crohn-Krankheit.

  • Scheidenflora
    • Scheiden|flora

    • Englischer Begriff: vaginal flora

    die weitgehend vom – ovarial gesteuerten – Glykogengehalt des Scheidenepithels abhängige natürliche Bakterienflora der Vagina. Besteht bis zur Pubertät (alkal. Milieu) überwiegend aus Staphylo- u. Streptokokken, coliformen u. diphtheroiden Bakterien; mit Pubertätsbeginn (Glykogenablagerung auf der Vaginaloberfläche; saures Milieu) ist der Lactobacillus acidophilus (Döderlein-Baz.) Leitkeim (s.a. Reinheitsgrad).

  • Scheidengewölbe
    • Scheiden|gewölbe

    • Fach: Gynäkologie

    Fornix vaginae.

  • Scheidenkarzinom
    • Scheiden|karzinom

    • Englischer Begriff: vaginal carcinoma

    Vaginalkarzinom.

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