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  • Schlotteriris
    • Schlotter|iris

    • Englischer Begriff: iridodonesis

    Iridodonesis (s.u. Irisschlottern).

  • Schlotterlinse
    • Schlotter|linse

    • Englischer Begriff: dislocated lens; phacodonesis

    • Fach: Ophthalmologie

    Linsenschlottern.

  • Schluckakt
    • Schluck|akt

    • Englischer Begriff: deglutition

    Abbildung

    der teils willkürliche, teils unwillkürliche Vorgang (Phasen a–d, Abb.) zur Beförderung der Nahrung (u. des Speichels) aus der Mundhöhle in den Magen: nach Mundschluss u. Aufeinanderpressen der Kiefer Inhaltsverschiebung rachenwärts durch Zungendruck an den harten Gaumen (a, b), wodurch der Schluckreflex (die weiteren Phasen) ausgelöst wird; c) Einspritzen bzw. -schleudern des Bolus durch den Schlund in den Ösophagus durch Kontraktion der Mundbodenmuskeln bei gleichzeitigem Verschluss des Nasopharynx (Gaumensegelhebung, Vorwulstung der oberen hinteren Rachenwand, Kontraktion oberer Schlundschnürer) u. Kehlkopfhebung u. -verschluss; d) Speiseröhrenperistaltik, Austreibung des Bolus in den Magen.

  • Schluckauf
    • Schluck|auf

    • Englischer Begriff: hiccup

    Singultus.

  • Schluckimpfung
    • Schluck|impfung

    • Englischer Begriff: oral vaccination

    aktive Immunisierung durch orale Gabe von Lebendimpfstoff (Oralvakzine) zur Bildung humoraler, in den Epithelien des Magen-Darm-Trakts auch zellständiger Antikörper (wie bei einer natürl. Infektion); z.B. Typhus-Schluckimpfung; nicht mehr gebräuchlich ist die Poliomyelitis-Schluckimpfung.

  • Schlucklähmung
    • Schluck|lähmung

    • Englischer Begriff: paralysis of swallowing; dysphagia

    Ausfall einzelner oder aller am Schluckakt beteiligter Muskeln. Führt zu „Verschlucken“, d.h. zu Fehlleitung von Speisen (u. Speichel; beim tief Bewusstlosen bzw. Narkotisierten infolge fehlenden Schluckreflexes evtl. auch Blut, Erbrochenes) in die Nase oder Lunge (Gefahr der Erstickung, der Aspirationspneumonie). Kommt vor z.B. bei Diphtherie (Gaumensegellähmung), Tetanus, Tollwut, Bulbärparalyse, Syringomyelie, Hirn- u. Hirnstammapoplexie. Beginnt häufig als Schluckkrampf (Schlundkrampf).

  • Schluckreflex
    • Schluck|reflex

    • Englischer Begriff: swallowing reflex

    der durch Berühren der Gaumenbögen (Gaumenreflex), des Zungengrundes u. der hinteren Rachenwand (d.h. über Schleimhautrezeptoren des Nervus glossopharyngeus) auslösbare, in den Schluckakt integrierte Fremdreflex (mit Afferenzen über den IX. u. X. Hirnnerv zum Schluckzentrum der Medulla oblongata u. mit Efferenzen über die Hirnnerven V, IX, X u. XII zu den am Schluckakt beteiligten Muskeln).

  • Schluckstörung
    • Schluck|störung

    • Englischer Begriff: dysphagia

    Dysphagie.

  • Schlund
    • Englischer Begriff: pharynx

    Pharynx; s.a. Rachen..., Kiemen...

  • Schlundenge
    • Schlund|enge

    Isthmus faucium.

  • Schlundkrampf
    • Schlund|krampf

    • Synonyme: Schluckkrampf; Pharyngismus; Pharyngospasmus

    • Englischer Begriff: pharyngospasm

    Krampf der vom Nervus glossopharyngeus versorgten Schlundmuskeln; führt zu – evtl. schmerzhafter – Schluckstörung (Globusgefühl). Bei längerem Bestehen u. organischer Ursache häufig Übergang in Schlundlähmung (Schlucklähmung).

  • Schlundring
    • Schlund|ring

    • Englischer Begriff: Waldeyer's tonsillar ring

    • Fach: Anatomie

    der lymphatische Rachenring Waldeyer.

  • Schlundschnürer
    • Schlund|schnürer

    Musculi constrictores pharyngis.

  • Schlundtaschen
    • Schlund|taschen

    • Synonyme: Sacci pharyngeales

    • Englischer Begriff: pharyngeal pouches

    • Fach: Embryologie

    die 5 von den 6 Branchialbögen (= Kiemenbögen) begrenzten seitlichen Ausbuchtungen des Kopfdarms; entodermales Pendant der Branchialfurchen (= Kiemenfurchen).

  • Schlupfnaht
    • Schlupf|naht

    • Fach: Chirurgie

    Nahttechnik zur Versenkung z.B. des Appendixstumpfes nach Appendektomie: Knopfnahtreihe zur Vereinigung zweier Weichteillappen, unter die der Stumpf schlupft.

  • Schlupfwarze
    • Schlupf|warze

    • Fach: Gynäkologie, Geburtshilfe

    Hohlwarze.

  • Schlussbiss
    • Schluss|biss

    • Englischer Begriff: terminal occlusion

    • Fach: Zahnmedizin

    Endpunkt der Kieferschließbewegung mit maximalem Vielpunktkontakt der Zähne.

  • Schlussdesinfektion
    • Schluss|des|infektion

    • Englischer Begriff: terminal disinfection

    nach Überstehen einer ansteckenden Krankheit bzw. nach Wohnungswechsel des Erkrankten gemäß Infektionsschutzgesetz durchzuführende Scheuer-, Raum-, Luft- u./oder Instrumentendesinfektion.

  • Schlüsselbein
    • Schlüssel|bein

    • Englischer Begriff: collarbone; clavicle

    Clavicula; s.a. Klavikula(r)...

  • Schlüsselblume
    • Schlüssel|blume

    Primula veris.

  • Schlüsselzeichen
    • Schlüssel|zeichen

    • 1)
      Leitsymptom... (mehr)
    • 2)
      Rocher-Zeichen (bei Koxarthrose)... (mehr)
  • Schlüsselzeichen 1)
    Schlüsselzeichen
    • 1)

    • Englischer Begriff: key symptom

    Leitsymptom.

  • Schlüsselzeichen 2)
    Schlüsselzeichen
    • 2)

    • Fach: Orthopädie

    Rocher-Zeichen (bei Koxarthrose).

  • Schlussleiste
    • Schluss|leiste

    • Englischer Begriff: terminal bar

    • Fach: Histologie

    im Lichtmikroskop die nahe der freien Oberfläche von Zylinderepithel erkennbare Haftstruktur zwischen den Zellen als scheinbar homogene Membranverdickung. Besteht – als elektronenmikroskopisch erkennbarer Verbindungskomplex – aus der Zonula occludens u. adhaerens u. der Macula adhaerens (Desmosom).

  • schmal...
  • Schmarotzer
    • Englischer Begriff: parasite

    Parasit.

  • Schmauchhöhle
    • Schmauch|höhle

    • Fach: Gerichtsmedizin

    bei absolutem Nahschuss die durch Explosionsgase entstehende, Pulverreste enthaltende, höhlenförmige Auftreibung der Haut über einem Knochen.

  • Schmecken
    • Englischer Begriff: tasting

    Geschmack, Geschmackssinn.

  • Schmeckstoff
    • Schmeck|stoff

    • Englischer Begriff: gustatory substance; taste s.

    wasser- oder speichellöslicher, im Allgemeinen niedermolekularer Stoff, der bei Aufbringen auf die Zunge zu einer Geschmacksempfindung führt (selten als „reiner Geschmack“ in den 4 Grundqualitäten süß, sauer, salzig, bitter, sondern – infolge Beteiligung von Schmerz-, Temperatur- u. v.a. Geruchssinn – mehr als komplexe Empfindung). Die Geschmacksqualität ist abhängig von der Konzentration u. Einwirkungszeit des Stoffes u. der Größe der gereizten Fläche; z.B. schmeckt Saccharin süß bei Konzentration von 0,001 g/l Wasser (als Geschmacksschwelle), Salzsäure sauer (bei 0,01 g/l), Kochsalz salzig (bei 1,0 g/l), Chinin bitter (bei 0,004 g/l).

  • Schmelz
    • Englischer Begriff: enamel

    Zahnschmelz; s.a. Enamel..., Adamant...

  • Schmelzaplasie
    • Schmelz|aplasie

    • Englischer Begriff: enamel aplasia

    Ausbleiben der Zahnschmelzbildung, Amelogenesis imperfecta.

  • Schmelzepithel
    • Schmelz|epithel

    • Englischer Begriff: enamel epithelium

    s.u. Schmelzorgan.

  • Schmelzhypoplasie
    • Schmelz|hypo|plasie

    • Englischer Begriff: enamel hypoplasia

    • Fach: Zahnmedizin

    Abbildung

    grübchen- u. ringförmiger Zahnschmelzdefekt (s. Abb.) als bleibende Folge einer erworbenen (z.B. infektiösen, rachitischen) oder erblichen Schmelzentwicklungs- u. Mineralisationsstörung.

  • Schmelzoberhäutchen
    • Schmelz|ober|häutchen

    • Englischer Begriff: enamel cuticle

    Cuticula dentalis.

  • Schmelzorgan
    • Schmelz|organ

    • Synonyme: Zahnglocke

    • Englischer Begriff: enamel organ

    • Fach: Embryologie

    das aus der Zahnleiste hervorgehende, glockenförmige, der Schmelzbildung (u. Formgebung) dienende ektodermale Gebilde (insges. 20, entsprechend der Zahl der Milchzähne). Besteht aus innerem und äußerem Schmelzepithel u. zwischen diesen Schichten gelegener Schmelzpulpa; aus der inneren, der mesenchymalen Papilla dentalis (Zahnpapille) aufliegenden Epithelschicht gehen Amelo- = Adamantoblasten hervor. Das Sch. bildet zusammen mit den Papillen die eigentl. Zahnanlage (mit umhüllendem Zahnsäckchen).

  • Schmerz
    • Synonyme: Dolor

    • Englischer Begriff: pain

    Abbildung

    im Allgemeinen durch Erregung von Schmerzrezeptoren hervorgerufene, häufig unter Beteiligung weiterer Sinne (v.a. Druck-, Temperatursinn) zustande kommende, komplexe Sinnesempfindung (mit starker seelischer Komponente = Schmerzerlebnis). Wird unterschieden – je nach Qualität – als klopfend (= pulsrhythmisch), brennend, bohrend, lanzinierend, „hell“ u. stechend (Tiefenschmerz). Stellt ein biologisches Alarmsignal mit Schutzfunktion dar u. ist ein Kardinalsymptom der Entzündung, das jedoch ab einer gewissen Stärke stets mit vegetativen Nebenwirkungen (Hautblässe, Blutdruckabfall bis zum Kollaps, Schweißabsonderung etc.) gekoppelt ist. S.a. Analgesie, Hypalgesie, Hyperalgesie, Hyperpathie, Neuralgie, Myalgie.

  • Schmerz-Index
    • Schmerz-Index

    aus einzelnen Messgrößen der Schmerzen (Quantität u. Qualität, teils nach bestimmten Schlüsseln) rechnerisch zu ermittelnde Kenngröße zur Gesamtbeurteilung der Schmerzen (u.U. gegliedert in Spontan-, Belastungs-, Bewegungs-, Ruheschmerz) zur Dokumentation vorwiegend im Rahmen von Verlaufsbeobachtungen u. therapeutischen Studien; s.a. Schmerz-Score.

  • Schmerz-Score
    • Schmerz-Score

    Bewertungsgröße des Ausmaßes des Schmerzes (z.B. 0–5).

  • Schmerz, fortgeleiteter
    Schmerz
    • Sch., fortgeleiteter

    • Englischer Begriff: radiating p.

    Sch. mit Ausbreitung innerhalb des Versorgungsgebietes des betroffenen sensiblen oder gemischten Nervs.

  • Schmerz, ischämischer
    Schmerz
    • Sch., ischämischer

    • Englischer Begriff: ischemic p.

    Sch. infolge Mangeldurchblutung (Ischämie), durch Bewegung u. Wärme verstärkt, durch Ruhe u. Kälte gemindert.

  • Schmerz, osteokoper
    Schmerz
    • Sch., osteokoper

    • Englischer Begriff: osteocopic p.

    Dolores osteocopi.

  • Schmerz, übertragener
    Schmerz
    • Sch., übertragener

    • Englischer Begriff: referred p.

    s.u. Schmerz, viszeraler.

  • Schmerz, viszeraler
    Schmerz
    • Sch., viszeraler

    • Englischer Begriff: visceral p.

    Abbildung

    von einem inneren Organ ausgehender „Eingeweideschmerz“, der dumpf u. wenig begrenzt (schwer lokalisierbar) ist und bei großer Intensität mit vegetativen Symptomen einhergeht. Wird ausgelöst v.a. durch Gefäßverkrampfung, Ischämie u. Organkapseldehnung und über das vegetative u. das animalische Nervensystem vermittelt. Im Rückenmark erfolgt häufig Erregungsübertragung auf Hautnerven desselben Segments (s.a. viszerokutaner Reflex) mit resultierender Hyperalgesie der entsprechenden Head-Zone (übertragener = projizierter Schmerz) oder auf afferente Nerven anderer innerer Organe (viszeroviszeraler Reflex); s.a. Abb.

  • Schmerzasymbolie
    • Schmerz|asymbolie

    • Englischer Begriff: pain asymbolia

    Störung der Schmerzwahrnehmung bei Schädigung unterer Bereiche des Scheitellappens; der Schmerzreiz wird zwar empfunden u. löst vegetative, nicht jedoch zweckmäßige Abwehrreaktionen aus, da seine biologische Bedeutung nicht verstanden wird (s.a. Asymbolie).

  • Schmerzausschaltung
    • Schmerz|aus|schaltung

    • Englischer Begriff: anesthesia; analgesia

    Anästhesie, Analgesie durch Lokalanästhesie, Medikamente, neurochirurgische Maßnahmen etc.

  • Schmerzlokalisation
    • Schmerz|lokalisation

    • Englischer Begriff: localization of pain

    als Leistung der Sensibilität die Ortsbestimmung eines Schmerzes innerhalb des Körperschemas einschließlich der Differenzierung in übertragenen, fortgeleiteten oder lokalen, Oberflächen-, Tiefen- oder Eingeweideschmerz.

  • Schmerzmittel
    • Schmerzmittel

    • Englischer Begriff: analgesics

    • Fach: Pharmazie

    schmerzlindernde Mittel, Analgetika.

  • Schmerzpunkte
    • Schmerz|punkte

    • Englischer Begriff: painful points

    oberflächennahe Schmerzrezeptoren (freie Nervenendigungen) in der Haut, deren Erregung zur Empfindung eines stechend-„hellen“ Schmerzes (Oberflächenschmerz) führt; häufig mit den sog. Nervendruckpunkten identisch. S.a. Triggerpunkte.

  • Schmerzrezeptor
    • Schmerz|rezeptor

    • Englischer Begriff: pain receptor

    auf Schmerzreize ansprechender sensorischer Rezeptor als Empfindungsmodalität der somatoviszeralen Sensibilität. Formen: Je nach Entstehungsort wird zwischen Oberflächen- (Haut) u. Tiefenschmerz (Skelettmuskulatur, Bindegewebe, Knochen, Gelenke) sowie viszeralem Schmerz (innere Organe) unterschieden. Die S. liegen als freie Nervenendigung in Schmerzpunkten u. inneren Organen. Je nach Ursache der Schädigung unterscheidet man drei Haupttypen: mechanosensible S. für starke mechan. Reize, hitzeempfindl. S., die auf Hauterhitzung über 45 °C reagieren, sowie polymodale S., die auf mehrere Reizarten ansprechen. Reizbildung: Der Schmerzreiz wird ausgelöst durch die infolge Gewebsschädigung freigesetzten Entzündungsmediatoren: aus den geschädigten Zellen Kalium, Prostaglandine, Leukotriene; aus Blutplättchen Serotonin; aus Mastzellen Histamin u. aus dem Serum Kinine wie Bradykinin; aus den aktivierten/geschädigten S. wiederum Peptide (z.B. Substanz P). Schmerzleitung: erfolgt dann über afferente Fasern der Gruppe III u. IV in Richtung ZNS. Eine schnell geleitete Komponente führt zu akuter Flucht- u. Abwehrreaktion, länger dauernder Schmerz dient der Ruhigstellung der betroffenen Region. Über Synapsen in der Substantia gelatinosa werden motorische Reaktionen ausgelöst (Fluchtreflex); ferner werden die Impulse auf Neurone des Tractus spinothalamicus übertragen, wobei die Funktion entsprechender Synapsen durch örtl. endorphinerge Interneurone u. Neurone gehemmt wird. Vom Tractus spinothalamicus aus wird im Seitenschluss das Stammhirn erregt, was zu vegetativen Reaktionen wie Übelkeit u. Schweißausbruch führt. Im Thalamus erfolgt die Schmerzwahrnehmung, nach Leitung über Projektionsbahnen zur Hirnrinde dann die Auslösung des Schmerzerlebnisses. Über Assoziationsbahnen zum limbischen System wird das Schmerzerlebnis emotional getönt. S.a. Sensibilität, somatoviszerale.

  • Schmerzskala, visuelle
    • Schmerz|skala, visuelle

    Skala mit Messpunkten (z.B. 0–10, wobei 0 keine Schmerzen u. 10 die denkbar stärksten Schmerzen bedeuten), in die der Patient seine subjektiv empfundenen Schmerzen einträgt. Numerische Skala: vorgegebene Zahlenwerte; Analogskala: ohne vorgegebene Zahlenwerte (Huskisson-Skala).

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