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  • Schröpfen
    • Synonyme: Hämospasie

    • Englischer Begriff: cupping

    traditionelle Behandlungsmethode mittels sog. Schröpfköpfe auf der Haut zur Ausleitung schädlicher Körpersubstanzen (ausleitendes Verfahren); gilt auch als Reizart in der Akupunktur sowie als Gegenirritationsverfahren in der Schmerztherapie. Der Effekt wird durch Erzeugung eines Vakuums in einer halb offenen Glaskugel erreicht, die auf den Körper aufgesetzt wird. Die Wirkung besteht in der lokalen Verbesserung der Mikrozirkulation, der Lymph- u. Bindegewebsmassage, der Ausleitung von Entzündungsmediatoren, der Ausleitung von pathogenen Faktoren (im Sinne der Traditionellen Chinesischen Medizin) und der reflektorischen Wirkung auf Muskeln u. Organe. Unterschieden als sog. trockenes Schröpfen (Schröpfen auf der unverletzten Haut), blutiges Schröpfen (Schröpfen über einem durch kleine Einschnitte eröffneten Hautbezirk) u. Schröpfkopfmassage (flächenhaftes Schröpfen durch Ziehen des Schröpkopfes über ölglatter Haut).

  • Schroth-Kur
    • Schroth-Kur

    • Englischer Begriff: Schroth's treatment

    • Biogr.: Johann Sch., 1798–1856, Naturheilkundler, Niederlindewiese/Schlesien

    auf drei Elementen ruhende Kur: a) Anwendung feuchter Wärme (S.- Dunstwickel); b) Wechsel zwischen sog. Trocken- u. Trinktagen (Wein, Suppen, Tee); c) kohlenhydratfreie Kost (altbackene Semmeln, Zwieback etc.). Ind.: Stoffwechselkrankheiten, Rheuma, Fettstoffwechselstörungen, Hypertonie, Hautkrankheiten, Migräne, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Obstipation.

  • Schroth-Methode
    • Schroth-Methode

    • Synonyme: dreidimensionale Skoliosetherapie

    physiotherapeutische Methode zur Behandlung von Skoliosen u. anderen Fehlhaltungen bei Kindern u. Erwachsenen. Dient der Haltungskorrektur sowie der Vergrößerung des Atemvolumens durch mechan. Gegendrehung der skoliotisch verschobenen Wirbelsäulenabschnitte. Zum Einsatz kommen Hangübungen an der Sprossenwand, Mobilisations-, Formungs-, Kräftigungsübungen.

  • Schrotkornlunge
    • Schrot|korn|lunge

    Röntgenbild der Lunge mit verstreuten miliaren, etwa gleich großen kalkharten Schatten; z.B. bei Miliartuberkulose, v.a. aber im Stadium II der Silikose bei Sandsteinhauern.

  • Schrotkugelbrust
    • Schrot|kugel|brust

    Mastopathie.

  • Schrumpfblase
    • Schrumpf|blase

    • Englischer Begriff: contracted bladder

    verkleinerte, starrwandige (s.a. Blasenstarre) Harnblase als Endzustand chronischer Entzündung oder bei neurogener Fehlregulation. Die Fibrose der Muskulatur hat eine unvollständige Kontraktion, vesikoureteralen Reflux, verminderte Kapazität mit Pollakisurie u. Strangurie u. Ischuria paradoxa zur Folge.

  • Schrumpfgallenblase
    • Schrumpf|gallen|blase

    • Englischer Begriff: contracted gallbladder

    Schrumpfung der Gallenblasenwand als Endzustand einer chronischen Entzündung (Cholelithiasis); evtl. als Porzellangallenblase.

  • Schrumpfleber
    • Schrumpf|leber

    Leberzirrhose.

  • Schrumpfmagen
    • Schrumpf|magen

    Linitis plastica.

  • Schrumpfniere
    • Schrumpf|niere

    • Synonyme: Nephrozirrhose

    • Englischer Begriff: sclerotic kidney

    Abbildung

    Verkleinerung der Niere infolge einer Nierenparenchymerkrankung (Abb.) oder – durch Mangeldurchblutung bedingt – eines Parenchymschwundes. Führt nach langer Latenz bei Doppelseitigkeit zu Urämie, bei einseitiger Sch. jedoch keine Insuffizienz.

  • Schrumpfniere, genuine
    Schrumpfniere
    • Sch., genuine

    • Synonyme: primäre Sch.

    Sch. infolge Arterio(lo)sklerose (Nephrosklerose).

  • Schrumpfniere, sekundäre
    Schrumpfniere
    • Sch., sekundäre

    Sch. im Endstadium einer Glomerulo- oder Pyelonephritis.

  • Schrumpfung
    • Englischer Begriff: shrinking

    Atrophie, Cirrhosis, Involution (1).

  • Schrunde
    • Englischer Begriff: rhagade

    Rhagade.

  • Schub
    • Englischer Begriff: episode

    • Fach: Psychologie

    akuter Krankheitsprozess, der eine dauerhafte Veränderung herbeiführt (im Gegensatz zur rückbildungsfähigen Episode u. Phase); z.B. bei schizophrenen Psychosen.

  • Schubladenphänomen
    • Schubladen|phänomen

    • Englischer Begriff: drawer sign

    abnorme Verschiebbarkeit des Schienbeinkopfes gegenüber dem Femur bei gebeugtem Unterschenkel als Hinweis auf Kreuzbandverletzung; je nach betroffenem Band als vorderes bzw. hinteres Sch.

  • Schubspannung
    • Schub|spannung

    s.u. Viskosität.

  • Schuchardt-Operation
    • Schuchardt-Operation

    • Englischer Begriff: Schuchardt's operation

    • Biogr.: Karl A. Sch., 1856–1901, Chirurg, Breslau, Stettin

    (1893) erweiterte vaginale Uterusexstirpation nach Levatorschnitt (auf den „Levator“ ausgedehnter Dammschnitt [Dührssen-Sch.]) bei Kollumkarzinom.

  • Schüffner-Tüpfelung
    • Schüffner-Tüpfelung

    • Englischer Begriff: Schüffner's granules

    • Biogr.: Wilhelm Sch., 1867–1949, Tropenarzt, Sumatra, Amsterdam

    • Fach: Parasitologie

    bei Giemsa-Romanowsky-Färbung feine rötliche Granulierung der von Plasmodium vivax oder ovale befallenen Erythrozyten.

  • Schuheinlage
    • Schuh|einlage

    • Englischer Begriff: insert; arch support

    orthopädische Einlage.

  • Schuknecht-Prothese
    • Schuknecht-Prothese

    • Englischer Begriff: Schuknecht wire loop-soft tissue prosthesis

    Stahldraht-Bindegewebsprothese als Stapesersatz bei Otosklerose (Stapesplastik).

  • Schuldfähigkeit
    • Schuld|fähigkeit

    die Fähigkeit eines Täters, das Unrecht der Tat einzusehen u. dieser Einsicht gemäß zu handeln. Ohne Schuld handelt, wer bei Begehung der Tat wegen krankhafter seelischer Störung, tief greifender Bewusstseinsstörung, Oligophrenie bzw. Demenz unfähig ist, das Unrecht der Tat einzusehen u. nach dieser Einsicht zu handeln (in Deutschland § 20 StGB n. F., verminderte Schuldfähigkeit § 21).

  • Schüller
    • Schüller

    • Biogr.: Arthur A. Sch., 1874–1958, Neurologe, Wien, Melbourne

  • Schüller-Aufnahme
    Schüller
    • Sch.-Aufnahme

    • Fach: Röntgenologie

    Abbildung

    Felsenbeinaufnahme am Liegenden (Sagittalebene des Kopfes parallel zum Film, Abb.). Mit Zentralstrahlneigung von 15° bzw. 35° als „flache“ bzw. „steile“ Aufnahme („Runström I“ bzw. „II“).

  • Schüller-Krankheit
    Schüller
    • Sch.-Krankheit

    • Englischer Begriff: Schüller's disease

    s.u. Hand-Sch.-Christian.

  • Schulmedizin

      an med. Hochschulen gelehrte, allgemein anerkannte u. angewandte Medizin. Ursprünglich überwiegend naturwissenschaftlich orientiert (Biomedizin), in den letzten Jahrzehnten durch Aufnahme der med. Soziologie u. med. Psychologie sowie der Psychosomatik, Psychotherapie, Sozial- u. Arbeitsmedizin um geisteswissenschaftl. Sichtweisen erweitert. Elemente der alternativen Heilverfahren finden zunehmend Anwendung, z.B. Akupunktur, autogenes Training.

    • Schulter
      • Englischer Begriff: shoulder

      das seitliche Massiv des Schultergürtels, geprägt durch die von Schlüsselbein u. Schulterhöhe (Acromion) gebildete Knochenplatte u. die eine etwa halbkugelige Kontur formenden Mm. deltoideus u. trapezius. S.a. Axilla.

    • Schulter-Arm-Lähmung
      • Englischer Begriff: shoulder-arm paralysis

      obere Armplexuslähmung.

    • Schulter-Arm-Syndrom
      • Englischer Begriff: shoulder-arm syndrome

      Sammelbegriff für von der Schultergegend in den Arm u. die Hand ausstrahlende Reiz- oder Ausfallserscheinungen der Spinalnervenwurzeln des Halsbereiches, z.B. infolge Bandscheibenschadens, Spondylitis, Wirbelmetastase; s.a. Zervikobrachialsyndrom. Klinik: segmentale Schmerzen, Empfindungsstörungen (Parästhesien), Muskelatrophien, Fingerdurchblutungsstörungen; gelegentlich auch einseitige Zwerchfellbeteiligung.

    • Schulter-Hand-Syndrom
      • Englischer Begriff: shoulder-hand syndrome

      (Steinbrocker) Kombination einer Periarthropathia humeroscapularis mit Sudeck-Dystrophie der Hand.

    • Schulterabduktionsschiene
      • Schulter|abduktions|schiene

      • Synonyme: Thorax-Arm-Abduktionsorthese

      Schiene zur Oberarmlagerung in Abduktionsstellung; spezielle Konstruktionen (handelsübliche Schultergelenkorthesen), hilfsweise auch z.B. als gleichschenklig-dreiwinklig zurechtgebogene Cramer-Schiene („Triangel“).

    • Schulterblatt
      • Schulter|blatt

      • Englischer Begriff: shoulder blade

      Scapula.

    • Schulterblattfraktur
      • Schulterblatt|fraktur

      • Englischer Begriff: scapular fracture

      Bruch im Körper- oder Halsteil (Gefahr der Pseudarthrose) des Schulterblattes oder als Absprengung von Pfannenrand, Acromion oder Processus coracoideus.

    • Schulterblatthochstand
      • Schulter(blatt)hochstand

      • Englischer Begriff: elevation of scapula

      als angeborener Sch. die Sprengel-Deformität; erworbener Sch. bei Armplexuslähmung.

    • Schulterblattkrachen
      • Schulterblatt|krachen

      • Englischer Begriff: scapular crepitation

      Knarren bei Schulterbewegungen, bedingt durch Reiben von örtlichen Muskelsträngen in krankhaft veränderten Gleitlagern (einschließlich angrenzender Knochen); z.B. bei Schleimbeutelentzündung, Exostosenbildung.

    • Schulterdysplasie
      • Schulter|dys|plasie

      • Englischer Begriff: scapular dysplasia

      angeborene (nicht erbliche, aber familiär gehäufte) ein- oder beidseitige Schulterblattfehlbildung (evtl. mit angeborener Schulterluxation, Halsrippen, Phokomelien etc.). Merkmale: Asymmetrie der Schulterbreite, evtl. schmerzhafte Bewegungseinschränkung; auch Pfannen- u. – seltener – Humeruskopfabflachung, evtl. mit Pendelluxation (d.h. Pfannenkontakt nur bei herabhängendem Arm).

    • Schulterentwicklung
      • Schulter|entwicklung

      • Englischer Begriff: delivery of shoulder

      • Fach: Geburtshilfe

      s.u. Armlösung.

    • Schultergelenkarthrose
      • Schulter|gelenk|arthrose

      • Englischer Begriff: arthrosis of the shoulder joint

      Omarthrose.

    • Schultergelenkentzündung
      • Schultergelenk|entzündung

      • Englischer Begriff: omarthritis

      Omarthritis. Evtl. eitrig, u. zwar als Höhlenempyem (auf Synovialis u. Knorpel beschränkt) oder als Kapselphlegmone.

    • Schultergelenkluxation
      • Schultergelenk|luxation

      • Synonyme: Luxatio humeri

      • Englischer Begriff: shoulder dislocation

      Verrenkung des Schultergelenkes als Unfallfolge oder aber als habituelle Sch. („gewohnheitsmäßig“ bei bestimmten Bewegungen; erfolgt meist nach vorn; v.a. bei angeborener Pfannendysplasie u. posttraumatischer Pfannenrandabflachung; auch als sog. willkürliche Sch., die aber auch auf dem besonderen Vermögen beruhen kann, einzelne Muskeln zu innervieren u. deren Antagonisten gleichzeitig erschlaffen zu lassen).

    • Schultergürtel
      • Schulter|gürtel

      • Englischer Begriff: shoulder girdle

      Cingulum membri superioris.

    • Schultergürtelkompressionssyndrom
      • Schultergürtel|kompressions|syndrom

      • Englischer Begriff: shoulder girdle compression syndrome

      Abbildung

      Oberbegriff für die neurovaskulären (neurologischen, arteriellen u. venösen) Kompressionssyndrome im Bereich der oberen Thoraxapertur. Ätiol.: kongenital bedingt durch eine Halsrippe, Hochstand (Steilstand) der 1. Rippe, atypische Ligamente sowie Entwicklung eines M. scalenus minimus; erworben nach Kallusbildung v.a. an der Klavikula, durch Exostosen v.a. an der 1. Rippe, durch retrosternale Verlagerung der Klavikula, Fibrose der Musculi scaleni oder deren Hypertrophie; s.a. Abb. Darüber hinaus physiol. bei Absinken des Schultergürtels. Einteilung: nach dem Ort der Kompression unterschieden als Halsrippensyndrom, Syndrom der 1. Rippe u. Skalenussyndrom (sämtl. im Bereich der Skalenuslücke) als Kostoklavikularsyndrom u. Hyperabduktionssyndrom (Kompression im Kostoklavikularspalt) u. als Korakopektoralsyndrom bei Stenose des korakopektoralen Raumes. Klinik: Schmerzen, Parästhesien, Muskelatrophie, Raynaud-Syndrom, ferner Ischämiezeichen, Claudicatio, distale Nekrosen, periphere Embolien sowie Ödem, Zyanose, Kollateralenbildung u. akute Thrombosen.

    • Schultergürtelsyndrom
      • Schultergürtel|syndrom

      • Englischer Begriff: shoulder girdle syndrome

      Schultermyatrophie, neuralgische.

    • Schultergürteltyp
      • Schulter(gürtel)typ

      • Englischer Begriff: scapulohumeral muscular dystrophy

      Dystrophia musculorum progressiva mit anfänglichem Sitz im Schulterbereich (mit Scapula alata) u. späterem Übergreifen auf Rumpf, Beckengürtel u. Beine; meist nur mittelgradige Lähmungen.

    • Schulterlage
      • Schulter|lage

      • Englischer Begriff: shoulder presentation

      • Fach: Geburtshilfe

      Querlage mit einer Schulter als führendem Punkt.

    • Schultermyatrophie, neuralgische
      • Schulter|my|atrophie, neuralgische

      • Englischer Begriff: neuralgic amyotrophy of the shoulder

      heftiges Schulter-Arm-Syndrom von kurzer Dauer, gefolgt von Lähmungen der Schultermuskulatur; v.a. nach banalen Infekten auftretend, mit guter Prognose.

    • Schulterreiben
      • Schulter|reiben

      • 1)
        Schulterblattkrachen... (mehr)
      • 2)
        fühlbares, evtl... (mehr)
    • Schulterreiben 1)
    • Schulterreiben 2)
      Schulterreiben
      • 2)

      fühlbares, evtl. schmerzhaftes Reiben bei Schultergelenkbewegung infolge Arthrose, Periarthritis.

    • Schulterschnappen
      • Schulter|schnappen

      • Fach: Orthopädie

      plötzliche Hemmung einer Armbewegung, die erst nach einem „Schnapp“-Phänomen fortgesetzt werden kann; z.B. infolge Deltoideuslücke (in der sich bei best. Armstellung das Tuberculum majus verfängt) oder bei vergrößerter Bursa subacromialis (die am Akromion hängen bleibt).

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