Medizin-Lexikon: Einträge mit "S"

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  • Sekundärharn
    • Sekundär|harn

    s.u. Harnbereitung.

  • Sekundärheilung
    • Sekundär|heilung

    • Synonyme: Sanatio per secundam (intentionem)

    • Englischer Begriff: healing by second intention

    die verzögert ablaufende „mittelbare Wundheilung“ durch Bildung von Granulationsgewebe; v.a. bei offener Wundfläche oder bei infizierter u. chirurgisch nicht versorgter Wunde.

  • Sekundärinfektion
    • Sekundär|infektion

    • Englischer Begriff: secondary infection

    Infektion eines bereits infizierten Organismus mit einem 2. anderen Erreger (u.U. durch die Erstinfektion gebahnt). S.a. Re-, Superinfektion.

  • Sekundärkrankheit
    • Sekundär|krankheit

    • Englischer Begriff: secondary disease

    die zu einer schon bestehenden neu hinzutretende Krankheit, ohne oder mit ursächlichem Zusammenhang mit der primären.

  • Sekundärnaht
    • Sekundär|naht

    • Englischer Begriff: secondary suture

    • Fach: Chirurgie

    sekundäre Naht.

  • Sekundärprävention
    • Sekundär|prävention

    • Englischer Begriff: secondary prevention

    alle Maßnahmen zur Entdeckung symptomloser Krankheitsfrühstadien (z.B. Krebsvorsorgeuntersuchungen).

  • Sekundärstrom
    • Sekundär|strom

    Induktionsstrom, Induktion.

  • Sekundärstruktur der Polypeptide
    • Sekundär|struktur der Polypeptide

    • Englischer Begriff: secondary structure of polypeptides

    s.u. Eiweiß.

  • Sekundärtumor
    • Sekundär|tumor

    • Englischer Begriff: secondary tumor

    Rezidiv oder Metastase eines primären Neoplasmas.

  • Sekunde
    • Sekunde

    • Synonyme: s (Abk.); sec (Abk.)

    • Englischer Begriff: second

    Zeiteinheit, die im SI-System definiert wird als das 9 192 631 770fache der Periodendauer der Strahlung von Cäsium-133, die am Übergang zwischen den beiden Hyperfeinstrukturniveaus des Grundzustandes von 133Cs-Atomen auftritt.

  • Sekundenherztod
    • Sekunden|herz|tod

    • Englischer Begriff: sudden cardiac death

    akuter Herztod.

  • Sekundenkapazität
    • Sekunden|kapazität

    • Englischer Begriff: forced expiratory volume in 1 second

    maximales Atemsekundenvolumen.

  • Sekundenphänomen
    • Sekunden|phänomen

    s.u. Huneke.

  • Sekundenvolumen
    • Sekunden|volumen

    • Englischer Begriff: second-volume

    das vom Herzen in 1 Sek. ausgeworfene Blutvolumen.

  • Sekundum
    • Sekundum

    Kurzbez. des Ostium secundum.

  • Selbst

      unterschiedlich definierter Begriff, der in der Tiefenpsychologie eine reflexive psychische Struktur mit Bewusstsein der eigenen Identität beschreibt. Das Ich nimmt sich selbst zum Objekt der Wahrnehmung (Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung, Selbstbild), bewertet sich bzw. wird bewertet (Selbstwert) und erlebt sich als kohärent. Es steuert sich selbst (Fähigkeit zur Selbststeuerung, Selbstkontrolle) und organisiert die Beziehungen zu anderen. Das Selbstkonzept entsteht durch die Integration sämtlicher psychischer Funktionen u. Dispositionen zu einem Ganzen (Selbstpsychologie).

    • Selbstbefriedigung
      • Selbst|befriedigung

      • Englischer Begriff: masturbation

      Ipsation, Onanie.

    • Selbstbeschädigung
      • Selbst|beschädigung

      • Englischer Begriff: self-inflicted injury

      Verletzung bis Verstümmelung (Mutilation) des eigenen Körpers ohne selbstmörderische Absicht. Kommt vor z.B. bei Persönlichkeitsstörungen (v.a. Borderline), auch Haftpsychose, Schizophrenie, Aggravation. Beabsichtigte S. bei Münchhausen-Syndrom.

    • Selbstbeteiligung

        Zuzahlung der Versicherten bei Arznei, Hilfsmitteln (z.B. Brillen, Hörgeräten etc.), Kuren, Krankenhausbehandlung u. Zahnersatz im Rahmen des Gesundheitsreformgesetzes von 1989.

      • Selbstentspannung, konzentrative
        • Selbst|entspannung, konzentrative

        autogenes Training (J. H. Schultz).

      • Selbstentwicklung
        • Selbst|entwicklung

        • Englischer Begriff: spontaneous evolution

        • Fach: Geburtshilfe

        Spontanentwicklung bei Querlage des kleinen, noch unreifen, meist toten Fetus. Dabei werden durch die Wehen Teile des abnorm verformten Körpers an bereits in das Becken eingetretenen anderen Körperteilen vorbeigeschoben. Die Wirbelsäule des Fetus wird bei diesem Vorgang extrem verbogen; v.a. Douglas-S.

      • Selbsterfahrungsgruppe
        • Selbst|erfahrungs|gruppe

        • Englischer Begriff: encounter group

        Form der Gruppentherapie, bei der aus der Beobachtung der aktuellen Emotionen u. Handlungsweisen Rückschlüsse auf unbewusste Motivationen bei den Teilnehmern gezogen u. zum Ausgangspunkt für Verhaltensänderungen gemacht werden sollen. Die Spiegelung durch die anderen Mitglieder gibt im weitesten Sinne Hinweise auf das Verhalten im tägl. Leben. Jeder Teilnehmer ist in der Gruppensituation weniger geschützt als bei einer Einzeltherapie.

      • Selbsthilfegruppe
        • Selbst|hilfe|gruppe

        • Englischer Begriff: self-help group

        Gruppe von Personen mit einem verbindenden Problem (z.B. psychische oder körperliche Krankheit bzw. Behinderung); gemeinsam wird die Lösung krankheitsspezifischer Fragen gesucht, gegenseitige emotionale Entlastung bewirkt, evtl. auch praktische Hilfe angeboten; z.B. Anonyme Alkoholiker, Frauen-S. nach Krebserkrankungen (v.a. Mammakarzinom), ILCO (für Patienten mit künstlichem Darm- oder Blasenausgang), Deutscher Psoriasis Bund, Bundesverband der Kehlkopflosen, Deutsche Rheuma-Liga, Multiple-Sklerose-S., Rollstuhlfahrer-S.; s.a. Angehörigengruppe.

      • Selbstmord
        • Selbst|mord

        • Synonyme: Selbsttötung

        • Englischer Begriff: suicide

        Suizid.

      • Selbstpflege

          Bereitschaft, Verantwortung für die Erhaltung der eigenen körperlichen u. psychischen Gesundheit zu übernehmen.

        • Selbstpflegemodell
          • Selbst|pflege|modell

          von Dorothea Orem entwickeltes Pflegemodell, dem zufolge Krankenpflege einen Ersatz für gesundheitsbezogene Aktivitäten (sog. Selbstpflege) darstellt in Situationen, in denen ein Patient nicht in der Lage ist, diese Handlungen selbst auszuführen. Ziel der Pflege ist es, dem Pat. zu helfen, seine Unabhängigkeit weitestgehend wiederzuerlangen; er erfährt „Hilfe zur Selbsthilfe“.

        • Selbstpsychologie

            wesentlich von Kohut entwickeltes psychoanalytisches Konzept. Es impliziert eine eigenständige narzisstische Dimension, welche der Aufrechterhaltung des Selbstwertgefühls u. des Sicherheitsstrebens dient (Selbst). Abweichungen von diesem Zustand des Wohlbefindens werden v.a. unter dem Begriff der narzisstischen Störungen subsumiert (Narzissmus).

          • Selbstreduplikation, identische
            • Selbst|reduplikation, identische

            die stets in der Wirtszelle unter Nutzung deren Substrats erfolgende, von der Nucleinsäure des Virus gesteuerte Synthese neuer Virionen. S.a. Autoduplikation, Replikation.

          • Selbstretter
            • Selbst|retter

            kleines, leichtes Atemschutzgerät zur Anw. bei Gasgefahr (z.B. im Untertagebau).

          • Selbstständigkeitstraining

              Training von Pat. mit geschwächten bzw. ausgefallenen Funktionen in den Verrichtungen des täglichen Lebens (ATL) mit dem Ziel der völligen oder weitgehenden Unabhängigkeit von fremder Hilfe u. Pflege. Neben Training der geschwächten bzw. Ersatzfunktionen Anpassung der Umgebung u. Einsatz von technischen Hilfen. Gehört zu den Aufgaben der Ergotherapie bzw. der Physiotherapie.

            • Selbsttötung
              • Selbst|tötung

              • Englischer Begriff: suicide

              Suizid.

            • Selbstverdauung
              • Selbst|verdauung

              • Englischer Begriff: autodigestion

              • Fach: Pathologie

              Zerstörung normalen Gewebes durch organeigene, nicht an den physiologischen Wirkort abgeleitete Verdauungsenzyme (z.B. bei stauungsbedingter akuter Pankreasnekrose). S.a. Autolyse.

            • Selbstvergiftung
              • Selbst|vergiftung

              • Englischer Begriff: autointoxication

              • Fach: Pathologie

              Autointoxikation.

            • Selbstverstümmelung
              • Selbst|verstümmelung

              • Englischer Begriff: self-mutilation; automutilation

              s.u. Selbstbeschädigung.

            • Selbstwendung
              • Selbst|wendung

              • Synonyme: Versio spontanea

              • Englischer Begriff: spontaneous version

              • Fach: Geburtshilfe

              spontane Längseinstellung eines Fetus aus einer Querlage.

            • Seldinger-Methode
              • Seldinger-Methode

              • Synonyme: S.-Technik

              • Englischer Begriff: Seldinger technique

              Abbildung

              für die Aortographie entwickelte, aber auch sonst anwendbare, retrograde Katheterisierung von Blutgefäßen. Erfolgt durch perkutane Punktion einer größeren Gliedmaßenarterie mittels spezieller Doppelkanüle u. nachfolgendes Einführen eines elastischen Spiraldrahtführers in die Außenkanüle, über den nach Entfernen auch dieser Kanüle ein röntgenpositiver Katheter unter Durchleuchtungskontrolle in gewünschte Bereiche vorgeschoben wird (z.B. in die Aorta oder gezielt einen ihrer Äste). Nach Entfernung der Leitspirale erfolgt Injektion des Kontrastmittels (s. Abb.). S.a . Herzkatheterismus, Kavakatheter.

            • Selectine
              • Englischer Begriff: selectins; selectin family

              Adhäsionsmoleküle, die das Anheften von Leukozyten an der Gefäßwand vermitteln u. die Zellmigration bei der Entzündungsreaktion einleiten; unterschieden als E-S. (aus Gefäßendothel), L-S. (aus Leukozyten) u. P-S. (aus Thrombozyten = „Plättchen“).

            • selective estrogen receptor modulator
              • Etymol.: engl.

              SERM.

            • Selegilin

                ein Monoaminooxidase-B-Hemmer (s.u. Monoaminooxidase-Hemmer); Anw. als Parkinson-Mittel (v.a. zusammen mit Levodopa zur Dosiseinsparung).

              • Selektine
              • Selektion
                • Se|lektion

                • Englischer Begriff: selection

                Auswahl, Auslese; genet der den relativen Anteil der unterschiedlichen Genotypen innerhalb einer Population bestimmende Prozess, dessen Grundlage die unterschiedlichen Überlebens- u. Reproduktionsraten darstellen; i.e.S. – als natürliche S. – der Prozess innerhalb eines ökologisch definierten Areals, der durch Förderung oder Hemmung der Vitalität oder Fertilität bestimmter Phänotypen im Laufe von Generationen zu einer optimalen, genetisch gesicherten Anpassung führt; s.a. Selektionstheorie.

              • Selektionstheorie
                • Selektions|theorie

                • 1)
                  von Darwin begründete Theorie, der zufolge Anpassungsphänomene – als besonders... (mehr)
                • 2)
                  als Klon-Selektionstheorie von Burnet eine Synthese der Seitenketten-Theorie... (mehr)
              • Selektionstheorie 1)
                Selektionstheorie
                • 1)

                • Englischer Begriff: darwinian theory

                • Fach: Genetik

                von Darwin begründete Theorie, der zufolge Anpassungsphänomene – als besonders beweiskräftige Zeichen einer Evolution – auf die Auslese (Selektion) der vitalsten u. fertilsten Individuen aus einer genetisch heterogenen Population im „Kampf ums Dasein“ zurückzuführen seien (s.a. Darwinismus).

              • Selektionstheorie 2)
                Selektionstheorie
                • 2)

                • Englischer Begriff: clonal selection theory of immunity

                • Fach: Immunologie

                als Klon-Selektionstheorie von Burnet eine Synthese der Seitenketten-Theorie (der zufolge Immunzellen an ihrer Membranoberfläche antitoxische „Ketten“ besitzen, die nach Bindung von Toxinen die Synthese u. Freisetzung von Antitoxinen anregen) u. der Jerne-Theorie (der zufolge Antigene [AG] aus einem Pool natürlich vorgebildeter Antikörper [AK] nur Moleküle mit komplementären Bindungsstellen selektionieren, woraufhin – nach Phagozytose der entstandenen Immunkomplexe durch RES-Zellen – gemäß dem als wirksam erkannten AK als Reproduktionsmuster die Bildung identischer spezifischer Antikörper angeregt werde). Nach Burnet besitzen Lymphozyten an ihrer Oberfläche genetisch determinierte spezifische Rezeptoren jeweils für bestimmte körperfremde u. damit toxische Substanzen (AG); nach AG-Bindung durch die einem Zellstamm (Klon) angehörigen Zellen bzw. deren spezifische Rezeptoren setzen Vermehrung u. Differenzierung von Plasmazellen ein, die AK des Klons produzieren, wie sie dem Zellrezeptor entsprechen. Demnach verläuft die B-Zell-Differenzierung in 2 Stadien: In einem AG-unabhängigen Prozess erfolgt die Bildung bestimmter Zellklone, auf die dann eine Serie von Zellproliferationen u. von Differenzierungen folgt (in Richtung auf Entwicklung der einem bestimmten erkannten AG entsprechenden komplementären Rezeptoren); erneuter AG-Kontakt der Zellen führt zur Immunantwort. Die Fähigkeit zur Erkennung „selbst“ bzw. „nichtselbst“ (körpereigen bzw. -fremd) entwickelt sich in der sensitiven Phase der Embryonalperiode: Klone mit Spezifität gegen körpereigene Substanz gehen in der Folge der – wie bei einem AG erfolgenden – Bindung dieser Stoffe zugrunde. Eine spätere mutationsbedingte Entstehung von Klonen mit Spezifität gegen körpereigenes Eiweiß (sog. forbidden clones) hat Bildung von Autoantikörpern zur Folge.

              • selektiv
                • selektiv

                • Englischer Begriff: selective

                abgetrennt, auswählend.

              • selektive Angiographie
                selektiv
                • s. Angio|graphie

                • Englischer Begriff: s. angiography

                gezielte A. bestimmter Teilbereiche eines Gefäßbezirkes, s.a. Etagenaortographie.

              • selektive Färbung
                selektiv
                • s. Färbung

                • Englischer Begriff: s. staining

                s.u. Färbung.

              • selektive Vagotomie
                selektiv
                • s. Vagotomie

                s.u. Vagotomie.

              • Selektivnährboden
                • Selektiv|nähr|boden

                • Englischer Begriff: selective culture medium

                • Fach: Bakteriologie

                Elektivnährboden.

              • Selen
                • Selen

                • Synonyme: Selenium; Se (Abk.)

                • Englischer Begriff: selenium

                • Fach: Chemie

                Halbmetallelement mit Atomgew. 78,96 u. OZ 34; 2-, 4- u. 6-wertig. Als natürliche Isotope 74,76–78,80,82Se. Verhält sich ähnlich wie Schwefel. Biochemie: ist für den Menschen als Spurenelement essentiell (schützt vor bestimmten Formen der Lebernekrose); führt zu Aktivitätssteigerung der Glutathion-peroxidase (die die Erythrozyten gegen Wirkung von Peroxiden schützt). Findet Anw. pharm zur Substitution u. als Antiseborrhoikum (als Se-Disulfid = SeS2), bakt als Nährbodenbestandteil, nuklearmed für Pankreas- u. Epithelkörperchenszintigraphie (v.a. 75Se als Na-Selenit u. Selenomethionin; γ-Strahler, 0,27 MeV, HWZ 127 d). toxik Wirkung: in Staub-, Dampfform aufgenommen (durch den Verdauungstrakt, aber auch durch die Haut u. durch Einatmung) als Enzymgift (Enzymblocker) wirksam; wird im Harn u. Stuhl, aber auch im Schweiß u. in der Atemluft ausgeschieden (Knoblauchgeruch). Vergiftungssymptome: bei akuter Vergiftung Reizerscheinungen an Augen u. Luftwegen (evtl. Bronchopneumonie, Lungenödem) bzw. Dermatitis; bei chronischer Vergiftung Störung des Intermediärstoffwechsels mit Porphyrinurie, Knoblauchgeruch, Haarausfall, Leber-, Nieren-, Magen-Darm-, Myokardschädigung, sekundäre Anämie.

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