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Intelligenzminderung

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  • Intelligenz|minderung

  • Englischer Begriff: intellectual deficiency

unvollständige oder verzögerte Entwicklung der Intelligenz, gekennzeichnet durch einen Mangel an geistiger Beweglichkeit, Armut an Vorstellungen u. Begriffen, Unfähigkeit zur Bildung abstrakter Begriffe und Mangel an Übersicht, Voraussicht u. Selbstständigkeit im Denken. Ätiol.: organische Ursachen: chromosomal bedingt (z.B. Down-Syndrom, Ullrich-Turner-Syndrom, Klinefelter-Syndrom), metabolisch bedingt (Stoffwechselerkrankungen), exogen erworben (nach Enzephalitis, bei Hypothyreose oder frühkindlicher Hirnschädigung); psychische Ursachen (durch erhebliche Vernachlässigung im Säuglings- und Kleinkindalter; s.a. psych. Hospitalismus). Klassifik.: Im klinischen Alltag werden I. nach dem Grad des Intelligenzmangels eingeteilt. Leichte geistige Behinderung (veraltet: Debilität): Betroffene können durch gezielte Fördermaßnahmen beruflich integriert werden, selbstständiger Erwerb des Lebensunterhalts möglich (IQ 67–52); mittlere geistige Behinderung (veraltet: Imbezilität): mäßige Lern- u. Bildungsfähigkeit; förderungsfähige Patienten erlernen die Sprache, hygienische Gewohnheiten u. einfache Tätigkeiten, die dem eigenen Lebensunterhalt dienen. Es besteht Unfähigkeit zum Schreiben- u. Lesenlernen (IQ 51–20). Schwerste geistige Behinderung (veraltet: Idiotie): kaum bildungsfähige Patienten; Sprache, hygienische Gewohnheiten u. sinnvolle Tätigkeiten werden nicht erlernt; Unfähigkeit zum Sprechen u. Verstehen von Gesprochenem (IQ unter 20). Im Gegensatz zur I. wird der langsam progrediente Verlust erworbener intellektueller Fähigkeiten (meist auch des Gedächtnisses) in späterem Lebensalter als Demenz bezeichnet. S.a. Oligophrenia.

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