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Leberzirrhose

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  • Leber|zir|rhose

  • Synonyme: Cirrhosis hepatis

  • Englischer Begriff: hepatocirrhosis; cirrhosis (of the liver)

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Sammelbegriff für Lebererkrankungen, die mit Veränderung der Läppchenstruktur (irreversible „Pseudoläppchen“), Leberfibrose (vom Glisson-Dreieck zum Läppchenzentrum) u. Bildung kleiner bis großer postdegenerativer Parenchym-Regeneratknoten einhergehen u. zu Gefäßobliterationen führen (hepatischer Block; mit Pfortaderhypertonie, Aszites). Morphologisch wird unterschieden zwischen mikronodulärer (Regeneratknoten < 3 mm Durchmesser), makronodulärer (Regeneratknoten 3 mm–3 cm Durchmesser; s. Abb.) u. gemischtknotiger L. Ätiol.: häufigste Ursachen (s.a. Schema): Hepatitis, Hepatose (z.B. bei chronischem Alkohol-, Medikamentenmissbrauch), autoimmune chronisch-aktive Hepatitis, primäre biliäre Zirrhose, primär sklerosierende Cholangitis, Stoffwechselkrankheiten (z.B. Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, Wilson-Syndrom, Hämochromatose), Budd-Chiari-Syndrom, chronische Stauungsleber kardialer Genese, Bilharziose, Leberegelbefall, Cholestase (primär bzw. sekundär nach toxischer oder entzündlicher Cholangitis bzw. Cholangiolitis). Klinik: Allgemeinsymptome sind Leistungsabfall, Schlafstörungen, psychische Labilität, Druck- u. Völlegefühl, Inappetenz, evtl. Stuhlaufhellung, Hämatomneigung, „burning feet“, „restless legs“. Äußerlich Ikterus mit Pruritus u. Kratzeffloreszenzen, Lebersternchen (Spider-Naevi), Palmar- u. Plantarerythem, Weißnägel, Lacklippen, Lackzunge, Dupuytren-Kontraktur. Beim Mann Hodenatrophie, Gynäkomastie, Potenzverlust, Verlust der Sekundärbehaarung; bei der Frau sekundäre Amenorrhö; s.a. Abb. Diagn.: Anamnese, klinische Zeichen, Laborbefunde (s. Tab.), bildgebende Verfahren, Leberpunktion u. Histologie; die portale Hypertension wird nachgewiesen durch die Ausbildung typischer Kollateralen (Caput medusae); des Weiteren auch mittels Endoskopie, Sonographie, Angiographie, Messung des Lebervenenverschlussdruckes. Die hepatische Enzephalopathie wird nach dem klinischen Bild u. der Ammoniakbestimmung diagnostiziert. Kompl.: portale Hypertension (Ösophagusvarizen, Varizenblutung, Aszites, Hypersplenismus), Leberkoma, hepatische Enzephalopathie, primäres Leberzellkarzinom. Die Schweregradeinteilung erfolgt nach der Child-Pugh-Klassifikation. Ther.: Alkoholkarenz, keine lebertoxischen Medikamente, diagnosespezifische Therapie (z.B. Aderlässe bei Hämochromatose), Behandlung von Komplikationen (z.B. endoskopische Blutstillung bei Ösophagusvarizenblutung, Aszites- u. Enzephalopathiebehandlung), im Endstadium Lebertransplantation.

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