Lunge

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  • Lun|ge

  • Synonyme: Pulmo (latein.)

  • Englischer Begriff: lung

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paariges, kegelförmiges, von der Pleura visceralis bedecktes, den größten Teil des Brustkorbs ausfüllendes Atmungsorgan. Die beiden Lungen(flügel) schließen das Herz zwischen sich ein u. sind durch die Trachea sowie die beiden Hauptbronchien miteinander verbunden. Die L. ist vor der Geburt atelektatisch; Spontanentfaltung erfolgt nach der Geburt. Aufbau: Die rechte L. (Pulmo dexter) besteht aus drei L.-Lappen mit insgesamt zehn L.-Segmenten (Segmenta bronchopulmonalia), die linke aus zwei L.-Lappen mit neun Lungensegmenten (s. Abb.). Die linke L. (Pulmo sinister) weist am Oberlappen als Besonderheit den Herzausschnitt (Incisura cardiaca) u. das Zünglein (Lingula pulmonis sinistri) auf. An beiden L. werden Facies costalis, diaphragmatica u. medialis unterschieden. Im Zentrum der Facies medialis befindet sich der pleurafreie L.-Hilus. Die hier ein- oder austretenden Bronchien, Nerven, Blut- u. Lymphgefäße werden zusammen als L.-Wurzel (Radix pulmonis) bezeichnet. Die Bronchien gehen unter ständiger Aufzweigung schließlich in die Bronchiolen, diese in Alveolargänge über, an welchen L.-Bläschen (Alveolen) sitzen. Die Lunge besteht aus zahlreichen L.-Läppchen (Lobuli pulmonis), in deren Achse ein Bronchus mit begleitender Arteria pulmonalis verläuft. In der Läppchenperipherie verlaufen die Venae pulmonales, die das sauerstoffangereicherte Blut zum Herzen zurückleiten. Bestimmende Strukturelemente sind der luftleitende Bronchialbaum (Arbor bronchialis) u. der Alveolarbaum (Arbor alveolaris) für den Gaswechsel. Zum Bronchialbaum gehören Bronchus (mit mehrreihigem Flimmerepithel, Knorpel, glatter Muskulatur, Drüsen), Bronchiolus (mit einschichtigem Flimmerepithel, glatter Muskulatur – durch Postmortalkontraktion entsteht gefaltetes Lumen) u. Bronchiolus respiratorius mit einigen Alveolen in der Wand. Zum Alveolarbaum gehören Alveolargang (Ductus alveolaris, mit einer Wandung aus Alveolen) und Alveolarsäckchen (Sacculus alveolaris; als blinde Endverzweigung). Die L.-Bläschen (Alveoli pulmonis) sind von Alveolarepithel ausgekleidet u. enthalten Alveolarmakrophagen. Ihre innere Oberfläche ist von Surfactant, einem Proteinphospholipidfilm, überzogen, der die Oberflächenspannung herabsetzt. Die Alveolarwand u. die zwischen Alveolen gelegenen Alveolarsepten enthalten elastische Fasern u. Kapillaren. Alveolarepithel u. Kapillaren besitzen eine gemeinsame Basalmembran. Daher besteht die Blut-Luft-Schranke aus Kapillarendothel, vereinigter Basalmembran, Alveolarepithel und Surfactant. Versorgung: Die Blutversorgung der L. erfolgt durch Arteriae bronchiales u. zugehörige Venen (die Gefäße bilden einen Privatkreislauf) sowie durch die Arteriae u. Venae pulmonales als Vasa publica. Die Innervation erfolgt über den autonomen Plexus pulmonis. Funktion: Die L. dient (mit ca. 30 Millionen Alveolen) dem Gasaustausch (Teil der äußeren Atmung). Sie ist durch Exkretion saurer Valenzen am Säure-Basen-Haushalt u. durch Abgabe von Wasserdampf am Wasserhaushalt beteiligt (sondert Kohlendioxid u. Wasser ab).

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