Membranoxygenation, extrakorporale

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  • Membran|oxygenation, extrakorporale

  • Englischer Begriff: extracorporeal membrane oxygenation

die Arterialisierung (Sauerstoffbeladung) venösen Blutes über ein außerhalb des Körpers gelegenes Membransystem, i.e.S. der zeitweise Ersatz der in ihrer Funktion eingeschränkten Lunge durch eine Maschine. Das Gerät ist geeignet, Patienten mit schweren Lungenschäden während des Zeitraums am Leben zu erhalten, in dem der ansonsten unheilbare Lungenschaden ausheilen kann. Hypoxie u. Hyperkapnie werden vermieden, die Nebenwirkungen von hohen Beatmungsdrücken u. hoher O2-Konzentration bei maschineller Beatmung fallen weg. Der eigentliche Gasaustausch geschieht über ein sehr dünnes Lamellensystem aus Kunststoff. I.d.R. wird dabei das heparinisierte venöse Blut aus einer großen Körpervene (z.B. V. femoralis) ausgeleitet u. passiert unter Zwischenschaltung eines Pumpsystems die Membranlunge. Das oxygenierte Blut fließt über einen Katheter in die Aorta zurück. Variationen (venovenöse, gemischte venovenöse Perfusion etc.) sind möglich. Ind.: alle Formen der reversiblen respiratorischen Insuffizienz (Pneumocystis-carinii-Pneumonie, Aspirationspneumonie, ARDS, Lungenembolie etc.). Kontraind.: Blutungen, metastasierende maligne Tumoren, irreversible Lungenschäden, schwere Organstörungen u. ausgeprägte neurologische Krankheitsbilder. Die M. ist ein Verfahren, das heute nur in sehr wenigen Zentren durchgeführt wird.

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